Fußball: Oberliga Westfalen – die Hinrundenbilanz
Rot-Weiß Ahlen schwingt sich auf zu neuen Höhen

Ahlen -

Fans der Rot-Weißen werden sich wohl ein bisschen verwundert die Augen gerieben haben: Denn der Oberligist spielte eine so erfolgreiche Hinrunde wie seit Jahren nicht mehr, liegt knapp hinter den Aufstiegsrängen. Vor allem ein Mannschaftsteil hat sich deutlich verbessert.

Donnerstag, 02.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 12:10 Uhr
Gleich hebt er ab: Torjäger Luca Steinfeldt und Rot-Weiß Ahlen haben sich in der Hinrunde zu neuen Höhen aufgeschwungen. Nur zwei ausgefallene Partien verhinderten, dass der Oberligist auf einem Aufstiegsplatz überwintert.
Gleich hebt er ab: Torjäger Luca Steinfeldt und Rot-Weiß Ahlen haben sich in der Hinrunde zu neuen Höhen aufgeschwungen. Nur zwei ausgefallene Partien verhinderten, dass der Oberligist auf einem Aufstiegsplatz überwintert. Foto: Marc Kreisel

Bereits am 1. Dezember verabschiedete sich Rot-Weiß Ahlen unfreiwillig in die Winterpause. Die beiden Partien gegen Aufsteiger Preußen Münster 2 und der Rückrundenauftakt gegen Eintracht Rheine fielen witterungsbedingt aus. Gegenüber den beiden Spitzenteams aus Wiedenbrück und Neuling Meinerzhagen sind die Rot-Weißen mit einem Spiel in Rückstand und überwintern folglich nicht auf einem Aufstiegsplatz.

Dass die Ahlener aber überhaupt um den Aufstieg mitspielen, hätten vor der Saison wohl nur die Wenigsten gedacht. „Den Punktestand zum jetzigen Zeitpunkt hätten wir so vor der Saison natürlich blind unterschrieben“, erklärte auch Ahlens Trainer Christian Britscho gegenüber RevierSport. „Wenn du so eine enge Konstellation hast und siehst, dass du in jedem Match hoch- und runterrutschen kannst, ist das natürlich spannend und zusätzlich motivierend.“

Dabei steht noch nicht einmal fest, was Absteiger und Spitzenreiter Wiedenbrück für die kommende Saison plant. Es gibt kein eindeutiges Bekenntnis zur Rückkehr in die Regionalliga, was natürlich jeglicher Spekulation Tür und Tor öffnet. Die Ziele des Ahlener Trainers sind jedenfalls klar: „Wir wollen so lange wie möglich in dieser Tabellenregion bleiben und werden auch alles investieren. Ob es letztlich klappt, bis zum Ende oben zu bleiben, kann keiner sagen. Aber die Bereitschaft und der Wille sind auf jeden Fall da.“

Beste Defensivabteilung der Liga

Extrem zufrieden sein dürfte der Übungsleiter auch mit seiner Defensivabteilung. Im Schnitt ließ sie nur 0,88 Tore pro Spiel zu, war damit die sicherste Abwehr der Oberliga. Im Angriff stehen hingegen nur 1,81 Tore zu Buche, was lediglich Oberliga-Mittelmaß (8.) bedeutet. Zudem verlieren die Rot-Weißen mit Marko Onucka einen Angreifer, der jedoch in dieser Saison bei zehn Einsätzen nur zu zwei Toren kam.

In den 16 bisherigen Spielen zeigte sich auch, dass die heimischen Kicker gleich in der Anfangsviertelstunde hellwach sind. Zu Beginn des Spiels steht eine Torbilanz von 6:0 zu Buche. Kein anderer Oberligist war so früh so erfolgreich. Wenn die Abwehr überhaupt Schwächen zeigte, dann in den letzten 15 Minuten vor der Pause, in denen sie sechs der 14 Gegentreffer zuließ.

Zuschauerschnitt noch verbesserungsfähig

Der sportliche Erfolg der Ahlener schlägt sich zumindest ein wenig in der Zuschauergunst nieder. Im Schnitt besuchten 601 Zuschauer die acht Partien. Oberligaweit ist das das zweitbeste Ergebnis. Nur zum FC Gütersloh pilgerten durchschnittlich mehr Besucher (694). In der Vorsaison hatte der Ahlener Schnitt noch bei 417 gelegen. Es ist aber kein Geheimnis, dass der Verein gerne deutlich mehr Zuschauer hätte. Attraktiven Fußball zu spielen, der möglichst viele Leute ins Stadion lockt, ist sogar das erklärte, erste Ziel von Trainer Christian Britscho seit seinem Amtsantritt.

Hamm und Herne kämpfen gegen den Abstieg

Dass auch in der Oberliga das Geld ein wichtige Rolle spielt, mussten die Fans von Westfalia Herne nun leidvoll erfahren. Der ehemalige Zweitligist hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der Staffelleiter hat die neun Punkte Strafe bereits eingerechnet, sodass die Westfalia auf den drittletzten Platz abrutschte.

Der Kader wird sich in der Winterpause massiv verändern. Sieben Spieler haben den Verein bereits verlassen, es gibt aber noch weitere Wechselkandidaten. Da dürfte es für den Ex-Ahlener und Herne-Coach Christian Knappmann kein leichtes Unterfangen sein, die Klasse zu halten. Schlusslicht Hamm bediente sich bereits kräftig, holte mit Manuel Dieckmann, Bilal Abdallah und Nazzareno Ciccarelli gleich drei Spieler aus Herne. Ahlens Nachbar hat aber in 18 Spielen nicht einen Sieg gelandet. Der drittletzte Platz ist schon acht Zähler entfernt. Mit dieser Tabellenregion werden sich die Rot-Weißen kaum beschäftigen. Sie haben sich nach schwachen Jahren zu neuen Höhen aufgeschwungen. Und das ist schon ein Erfolg.

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