Handball: 3. Liga Nord-West
Nur daheim konkurrenzfähig: Ahlener SG fremdelt in der Fremde

Ahlen -

Der Kampf um den Klassenerhalt wird eine Herkulesaufgabe für die Ahlener SG. Die Mannschaft von Sascha Bertow schwächelt vor allem in der zweiten Hälfte und in der Fremde. Zum Glück gibt es aber eine gute Kunde für einen ganz wichtigen Abstiegsgipfel.

Samstag, 01.02.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 17:34 Uhr
Beherzter denn je zupacken müssen Philipp Dommermuth und seine Mannschaftskollegen, wenn sie den drohenden Abstieg noch verhindern wollen.
Beherzter denn je zupacken müssen Philipp Dommermuth und seine Mannschaftskollegen, wenn sie den drohenden Abstieg noch verhindern wollen. Foto: René Penno

Die Handballer der Ahlener SG durchleben gerade eine schwere Zeit. Der plötzliche Tod von Torhüter Andreas Tesch hat das Team geschockt, den Sport zunächst einmal in den Hintergrund gedrängt. Doch das Leben geht weiter, auch das sportliche. So müssen sich die heimischen Handballer nun der nächsten großen Herausforderung stellen, die da Klassenerhalt heißt.

Dass dies für das Team Team von Trainer Sascha Bertow eine Herkulesaufgabe werden wird, ist ganz einfach am Tabellenbild ablesbar. Die ASG rangiert auf dem vorletzten Rang mit ganzen sieben Punkten aus 17 Partien. Eigentlich waren es einmal neun Pluspunkte, doch dann kam Mitte Januar der Rückzug des Zweitliga-Absteigers HC Rhein Vikings. Der wirtschaftliche Träger des Clubs hat einen Eigenantrag auf Insolvenz gestellt, zudem hat der Verein den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Rhein Vikings stehen somit als erster Absteiger fest, können in der nächsten Saison in der Nordrheinliga als Neusser HV einen Neuanfang wagen.

Nach der Pause kommt der Einbruch

Die Ahlener verlieren damit zwei Pluspunkte und rutschten auf den vorletzten Platz ab. Das rettende Ufer ist nun vier Punkte entfernt, wobei die Ahlener ein Spiel weniger auf dem Konto haben als der Viertletzte VfL Gummersbach 2. Genau gegen diesen Verein bestreiten die Ahlener auch ihr Nachholspiel, welches am 23. Februar in der Friedrich-Ebert-Halle stattfindet. Glücklicherweise ist dieses wichtige Match ein Heimspiel, denn in der Fremde bekam die Bertow-Sieben kaum ein Bein an die Erde, ist der einzige Club, der auswärts kein Spiel gewinnen konnte.

Lediglich dreimal reichte es zu einer Punkteteilung. Hinzu kam eine ausgeprägte Schwäche in der zweiten Hälfte. In acht Partien lag die ASG zur Pause in Front oder konnte ein Unentschieden halten, sechs dieser Begegnungen gingen am Ende verloren. Gegen Mitabstiegskonkurrent Gummersbach 2 verspielten die Ahlener einen Vier-Tore-Pausenvorsprung. Immerhin reichte es bei den Bergischen noch zu einer Punkteteilung (25:25 nach 15:11).

Nur einmal weniger Punkte als jetzt

Im März spielen die Ahlener zwar nur einmal vor heimischer Kulisse, allerdings müssen mit Gummersbach 2, Menden und Leichlingen gleich drei Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt in der Friedrich-Ebert-Halle antreten. Allerdings verheißt der Blick in die Historie nichts Gutes. Zwei Drittel aller Teams, die nach 17 Spielen auf dem vorletzten Platz standen, stiegen am Ende auch ab. Seit der Saison 2010/11 mussten sechs von neun Teams absteigen, die am 17. Spieltag auf Rang 15 standen. Auch bei Betrachtung des 19. Spieltags ändert sich die Quote nicht. Nur der VfL Gummersbach 2 (2015/16), Soester TV (2014/15) und VfL Gladbeck (2013/14) konnten sich damals retten.

Die Punktausbeute eines Ahlener Teams nach 17 Spielen war mit Blick auf die Historie auch nur in einem Jahr schwächer. In der Katastrophensaison 2011/12 stand die ASG mit 4:30 Punkten im Tabellenkeller und stieg am Ende auch sang- und klanglos ab. In der Saison 2016/17 war die Situation ähnlich prekär. Damals rangierte die ASG nach 17 Spielen auf Platz 14 und beendete als Neuling die Saison auf dem 13. Platz. Auch wenn es sportlich derzeit nicht rosig aussieht, so halten die Fans ihrer Mannschaft jedenfalls die Treue. Der Schnitt von 626 Besuchern pro Spiel ist der viertbeste der Liga. Nur in Aurich (1016), Wilhelmshaven (942) und Hagen (872) wurden im Schnitt mehr Zuschauer gezählt.

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