Badminton: Verbandsliga
Warendorfer SU steigt wegen „spezieller“ Wertung ab

Warendorf -

Zwei Spieltage vor dem Saisonende musste auch der Badminton-Landesverband NRW den Spielbetrieb Mitte März aufgrund der Corona-Pandemie stoppen und entschied später, die laufende Spielzeit nicht mehr fortzuführen. Das allerdings mit einer ungewöhnlichen Art der Wertung, die so keine andere Sportart angewendet hat.

Mittwoch, 15.04.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 17:16 Uhr
Dirk Oertker, Spieler und Vorstandsmitglied der Warendorfer Sportunion, hält die Art der Beendigung der aktuellen Badminton-Saison für nicht optimal.
Dirk Oertker, Spieler und Vorstandsmitglied der Warendorfer Sportunion, hält die Art der Beendigung der aktuellen Badminton-Saison für nicht optimal. Foto: Brandt

Die Begegnungen der beiden noch ausstehenden und nicht ausgetragenen Partien wurden nämlich exakt so gewertet, wie die Hinspiele ausgegangen waren. Hatte eine Mannschaft beispielsweise das erste Aufeinandertreffen mit 5:3 gewonnen, wurde dieses Ergebnis auch für das zweite eingesetzt. So ergab sich dann die Abschlusstabelle.

„Interessante“ Vorgehensweise

„Ich nenne diese Vorgehensweise einfach mal interessant. Es hätte aber sicherlich glücklichere Lösungen gegeben“, findet Dirk Oertker , Vorstandsmitglied der Badminton-Abteilung der Warendorfer SU und Spieler der Verbandsliga-Mannschaft, der damit auch die letzte Chance auf den Klassenerhalt genommen wurde.

„Die Chance wäre bei zwei Spielen und vier Punkten Rückstand sehr gering gewesen“, ist Oertker Realist. „Die WSU betrifft diese Wertung kaum. Wenn es aber knapp gewesen wäre und man vielleicht noch ein direktes Duell um den Klassenerhalt oder Aufstieg gehabt hätte, dann hätte ich mich schon geärgert.“

Oertker zeigt auch Verständnis für die Entscheider

Diskutiert worden war auch die Variante, nur die Hinrunde zu werten. Dann wären die Warendorfer in der Verbandsliga geblieben. „Darauf hatten wir gehofft“, gesteht Oertker. Allerdings kann er auch mit der nun gültigen Regelung leben. „Allerdingshaben schon viele Verantwortliche in den Vereinen die Augen verdreht“, weiß Oertker zu berichten. Und in der Tat wirkt die getroffene Entscheidung in NRW – jeder Landesverband ist autark – doch mehr als nur unglücklich. „Aber ich hätte auch nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken wollen“, zeigt Oertker zumindest etwas Verständnis.

Erste und zweite Mannschaft nun in der Landesliga

Die erste und zweite Mannschaft der WSU spielen nun künftig beide in der Landesliga, die Dritte stieg von der Bezirksklasse in die Bezirksliga auf. Bis gestern mussten die Mannschaften für die kommende Saison gemeldet sein. Das hat die WSU beim Verband auch getan. Allerdings mit dem Hinweis, dass man gerne in der Verbandsliga bleiben würde.

Wann es weitergeht, bleibt abzuwarten. „Wir planen für eine Saison 2020/21, von der wir nicht wissen, wann und wie sie durchgeführt werden kann“, beschleicht Oertker bei dem Gedanken an die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein zumindestkleines Gefühl der Ratlosigkeit.

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