Handball: Dolberger Herren 1 und 2 ziehen die Wildcard, Damen diskutieren noch
Doppelaufstieg ohne Party

Dolberg -

Sportlich wäre ihnen der Aufstieg ganz sicher lieber gewesen. Doch die Dolberger Handball-Herren nehmen ihn auch so. Erste und zweite Mannschaft nehmen das Angebot des Verbands auf eine Wildcard an. Die Eintracht-Damen diskutieren diese Option noch.

Donnerstag, 23.04.2020, 18:00 Uhr
Jubel – wie hier im Spiel gegen den TV Ennigerloh – wird bei den Dolberger Handballern nicht aufgekommen sein. Verhaltene Freude über den Doppelaufstieg der Herren per Wildcard gibt es aber.
Jubel – wie hier im Spiel gegen den TV Ennigerloh – wird bei den Dolberger Handballern nicht aufgekommen sein. Verhaltene Freude über den Doppelaufstieg der Herren per Wildcard gibt es aber. Foto: Lars Gummich

Den letzten Dolberger Doppelaufstieg im Handball hat es 2015 gegeben. Damals ging es für die erste Herren-Mannschaft und das Damen-Team eine Klasse hoch und das wurde – typisch Dolberg – natürlich kräftig gefeiert. Eine dicke Aufstiegsparty wird es dieses Mal wohl eher nicht geben, obwohl mit der ersten und zweiten Herrenmannschaft wieder mindestens zwei Teams hochgehen und die Damen daraus sogar noch einen Dreifachaufstieg machen könnten.

Herren-Teams wollen es eine Klasse höher versuchen

Die Zurückhaltung ist einerseits der Situation rund um das Coronavirus geschuldet, andererseits der Tatsache, dass es nur bedingt sportliche Gründe für den Aufstieg gibt. Die erste und zweite Herrenmannschaft nehmen nämlich das Wildcard-Angebot des Verbands an und spielen damit in der kommenden Saison in der Landes- beziehungsweise in der Bezirksliga. Bis zum unfreiwilligen Schlussstrich hatten sie es „nur“ auf Platz zwei und vier geschafft. Bei den Damen von Trainer Marco Tittmann, die in der Bezirksliga ebenfalls Zweite sind, wird noch darüber diskutiert, ob es eine Klasse höher weitergehen soll.

Schwartz sieht Entwicklung noch nicht am Ende

Verhaltene Freude über die unverhoffte Gelegenheit ist deshalb das wohl vorherrschende Gefühl bei den Verantwortlichen. So auch bei Andreas Schwartz, dem Trainer der ersten Herrenmannschaft, der die Glückwünsche nur bedingt annehmen will. „Ich weiß ja nicht, ob man dazu gratulieren kann“, sagt er bescheiden und gibt unumwunden zu, dass dieser Aufstieg eigentlich zu früh kommt. „Wir mussten uns im Sommer mit dem Umbruch ein Stück weit neu erfinden, und dieser Weg ist sicher noch nicht zu Ende. Deswegen schlagen jetzt zwei Herzen in meiner Brust und ich kann nicht in Jubel ausbrechen“, sagt Schwartz.

Mutmaßlich viele Aufsteiger und deshalb in allen Ligen etwas verwässertes Niveau

Über die Optionen hat er mit Abteilungsleiter Markus Ebel und mit seiner Mannschaft diskutiert. Der hätte Schwartz unter normalen Umständen ein weiteres Jahr Entwicklungszeit in der Bezirksliga gegönnt. Den Aufstieg sieht der Trainer unter den gegebenen Umständen aber als richtige Entscheidung an. Denn die Dolberger machen es – nach allem was man hört – nicht als einzige so. Die künftige Landesliga, mit weiterhin vier oder dann sogar mit fünf Staffeln, wird eine ganz andere sein als zuletzt, das Niveau möglicherweise etwas verwässert.

„Wir glauben, dass wir der Mannschaft auch unter dem Aspekt der Entwicklungsfähigkeit diesen Schritt durchaus zutrauen können“, sagt Schwartz deshalb. Und das sieht Markus Ebel genauso, der wie Schwartz auf die wichtige Eigenmotivation der Spieler verweist: „Die Jungs sind alle heiß drauf.“

Zweite Mannschaft darf ein Jahr nach dem richtigen Aufstieg nun doch hoch

Ähnlich sah es bei Ebels zweiter Mannschaft aus, die eigentlich schon zu dieser Saison aufgestiegen wäre, wegen des Abstiegs der ersten aber nicht durfte. „Wir sind vielleicht nicht mehr ganz so stark unterwegs wie im Jahr zuvor, nehmen es aber jetzt gerne mit“, sagt Ebel. Gleiches gelte für den etwas verfrühten Aufstieg der ersten, die aber mittelfristig ohnehin zurück in die Landesliga sollte. „Auch in der Abstiegssaison hätten wir ja den Klassenerhalt eigentlich packen können. Das war eine Mischung aus Pech und Unvermögen. Also warum sollten wir es dieses Mal nicht schaffen, drin zu bleiben?“

Damen sind sich noch nicht sicher

Grundsätzlich gelten diese Überlegungen genauso für die Damen. Bei denen hatten einige Leistungsträgerinnen aber angekündigt, nach der Saison aufhören zu wollen. „In dem Fall macht ein Aufstieg keinen Sinn“, sagt Ebel. „Marco befindet sich gerade in Gesprächen mit der Mannschaft. Vielleicht ändert sich die Einstellung ja, wenn es in die Landesliga geht. Die Entscheidung müssen wir aber ohnehin nicht übers Knie brechen. Wir haben noch bis zum 20. Mai Zeit zu melden.“

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