Handball: 3. Liga Nord-West
In der Vorbereitung gilt für die Ahlener SG: Probieren geht über jonglieren

Ahlen -

Seit Dienstag hat die Ahlener SG offiziell das Training wieder aufgenommen. Die Querelen der Vorsaison sind abgehakt. Nun möchte der Drittligist neu durchstarten. Ganz unbelastet geht er aber nicht in die Vorbereitung. Das hat finanzielle Gründe.

Dienstag, 14.07.2020, 20:06 Uhr
Viel Flexibilität wird in dieser Saison-Vorbereitung unter anderem (von links) Dominik Spannekrebs, Maximilian Nowatzki, Lukas Hinterding und ASG-Trainer Sascha Bertow abverlangt.
Viel Flexibilität wird in dieser Saison-Vorbereitung unter anderem (von links) Dominik Spannekrebs, Maximilian Nowatzki, Lukas Hinterding und ASG-Trainer Sascha Bertow abverlangt. Foto: Cedric Gebhardt

Die Ahlener SG – so viel kann man auch ohne Corona sagen – hat ein Seuchenjahr hinter sich. Wäre die weltweite Pandemie nicht gewesen, die ASG hätte die abermalige Zulassung für die 3. Liga Nord-West womöglich nicht erhalten.

Ursachenforschung ohne Ergebnis

Das aber ist inzwischen abgehakt. Der Blick geht ausschließlich nach vorn. „Wir haben bis heute keine Erklärung dafür, weshalb wir sportlich so in Schwierigkeiten geraten sind. Streicheln, Draufhauen, Vorwärtsgehen, Zurückgehen – wir haben alles probiert, aber nichts hat gefruchtet“, erinnert sich Geschäftsführer Klaus Jäger .

Am fehlenden Teamgeist oder mangelnder Kompetenz des Trainers hat es aus Sicht der ASG auch nicht gelegen. „Sascha hat alles versucht und auch die Gemeinschaft hat funktioniert. Dass die Jungs es können, haben sie ja auch gezeigt – nur eben häufig nicht über 60 Minuten. Man könnte es vielleicht mit fehlender taktischer Disziplin erklären“, sagt Jäger.

Kapitän Rogowski wahrscheinlich weiter an Bord

Um das künftig zu vermeiden, haben Trainer und Mannschaft am Dienstagabend auch offiziell das Training wieder aufgenommen. Mit dabei waren auch erstmals die Zugänge Dominik Spannekrebs und Maximilian Nowatzki sowie der aus der Zweiten dauerhaft beförderte Lukas Hinterding.

Weitere Neue sind nicht vorgesehen. Dafür dürfte Kapitän Mattes Rogowski aller Voraussicht nach doch weiterhin zum Kader gehören, er setzt seine Karriere wahrscheinlich fort. Sein Arbeitspapier ist aber ebenso wie das von Jannis Fauteck noch nicht endgültig verlängert. Bereits neue Kontrakte erhalten haben Ferdi Hümmecke, David Wiencek, Niklas Seifert, Sven Kroker und David Denert – allerdings wie der Rest des Teams zu geringeren Bezügen.

Weiterer Gehaltsverzicht unerlässlich

Seit Mitte März haben Trainer und Mannschaft auf 50 Prozent ihres Gehalts verzichtet – ein massiver Einschnitt. Zur neuen Saison gibt es erneute Einbußen, die jedoch moderater ausfallen. „Aber anders wäre es nicht gegangen, weil wir noch mit potenziellen Sponsoren im Gespräch stehen und unser Etat noch nicht in vollem Umfang steht“, erklärt Klaus Jäger. Die fehlenden Zuschauereinnahmen habe die Ahlener SG finanziell deutlich gespürt. „Es ist heikel gewesen“, räumt Klaus Jäger ein.

Nun aber soll es bergauf gehen. Zum Auftakt absolvierten die Spieler einen Athletiktest, mit dem Trainer Bertow den Fitnesszustand der Seinen ermittelt. Zunächst gibt es drei Wochen moderate Hallengewöhnung. „Wir fangen bei Null an, müssen die Muskulatur und die Gelenke erst mal wieder in Wallung bringen. Wir gehen behutsam vor“, versichert Bertow, der keine Verletzungen riskieren möchte. In der Vorbereitung wird ihm und dem Team enorme Flexibilität abverlangt. „Wir sind nur am Jonglieren und müssen ständig umplanen“, so Bertow. Aber es nützt ja nichts, die ASG legt los. Probieren geht über jonglieren. Das sonst übliche Teambuilding-Wochenende in Winterberg und das traditionelle Trainingslager in Differdingen fallen in diesem Jahr flach. Dafür soll es ein anderes Event geben.

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