Verhaltenskodex auf dem Gelände der Bundeschampionate erfährt positive Resonanz
Viel Lob fürs Corona-Protokoll

Warendorf -

Zäune, Masken, Bewegungspläne, Wegeführung, Zutrittsbeschränkungen – auch die Bundeschampionate müssen sich im Jahr 2020 den Umständen anpassen. Tatsächlich ist es den Veranstaltern nach heutigem Stand gelungen, ein Format zu präsentieren, das alle Reiter glücklich macht.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 16:23 Uhr
Weitläufiges Gelände, nach außen hin offene Boxen: So soll Begegnungsverkehr bei den Bundeschampionaten eingegrenzt werden. Das Hygienekonzept zieht sich durch die gesamte Veranstaltung.
Weitläufiges Gelände, nach außen hin offene Boxen: So soll Begegnungsverkehr bei den Bundeschampionaten eingegrenzt werden. Das Hygienekonzept zieht sich durch die gesamte Veranstaltung. Foto: Ulrich Schaper

Zäune, wo früher keine waren. Masken, Bewegungspläne und Wegeführung streng nach Vorschrift, Zutrittsbeschränkungen – auch die Bundeschampionate müssen sich im Jahr 2020 den Umständen anpassen. Tatsächlich ist es den Veranstaltern nach heutigem Stand gelungen, ein Format zu präsentieren, das alle Reiter glücklich macht – und sämtlichen Hygiene-Anforderungen gerecht wird.

„Wir haben von Anfang an gewusst, dass wir bei der Planung flexibel sein müssen“, sagt Turnierleiter Markus Scharmann . Man habe der Veranstaltung aber solch eine Bedeutung beigemessen, dass man unbedingt an einer Ausrichtung habe festhalten wollen. „Natürlich waren wir uns unserer Verantwortung dabei bewusst. Wir haben von Beginn an sehr eng mit dem Ordnungsamt der Stadt Warendorf zusammengearbeitet und uns abgestimmt.“ Er und sein Team haben jede aktuelle Version des öffentlichen Corona-Maßnahmen-Kataloges studiert und sich rückversichert, wie einzelne Details zu interpretieren und umzusetzen sind. „Wir wussten zwar, dass die Championate stattfinden – aber nicht, in welchem Rahmen“, sagt Scharmann. So unterscheide sich das derzeitige Format durchaus von der Erstversion, die noch im Mai zu Papier gebracht wurde. Auch ein Turnier, das über vier Wochen stattfindet, habe zwischenzeitlich zur Diskussion gestanden. Dass das Turnier ohne Zuschauer über die Bühne gehen muss, war ein unvermeidliches Zugeständnis. Aber auch ohne volle Ränge sind auf dem Gelände pro Veranstaltungstag mehrere Hundert Menschen auf den Beinen. „Uns war bewusst, dass wir das eingrenzen müssen. Wenn man da aber eine Grenze ziehen möchte, ist klar, dass man es nicht allen recht machen kann“, sagt Scharmann. Pro Reiter sind zwei Personen als Begleitpersonal zugelassen – je nachdem mit wie vielen Pferden der Reiter anreist, sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Daneben sind täglich zahlreiche Helfer vor und hinter den Kulissen im Einsatz.

Erste Pläne aus dem Mai wurden wieder überarbeitet

Turnier sollte über vier Wochen gestreckt werden

Wir haben einen anderen Aufbau gewählt.

Markus Scharmann

Pferde erkranken nach heutigem Wissenstand nicht an Covid-19, die Menschen aber sehr wohl. In erster Linie also galten die Anforderungen dem Schutz der Menschen. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es genug Raum, sich aus dem Weg zu gehen. In den Stallzelten hingegen, in denen annähernd 400 Pferde untergebracht sind, ist Begegnungsverkehr unvermeidlich. „Wir haben daher einen anderen Aufbau gewählt“, sagt Turnierleiter Markus Scharmann. Anstelle einer mittig liegenden Boxengasse mit beidseitigen Stallungen hat man in Warendorf die Boxen rückseitig miteinander verbunden und die Zugänge nach außen verlegt. „Im Grunde ist es eine Idee von dem Unternehmen, das die Stallgassen herrichtet. In Luhmühlen hat Anfang des Jahres ein Turnier stattgefunden, auf dem das erstmals ausprobiert wurde. Ich habe mir das vor Ort angeschaut und war sofort überzeugt“, sagt Markus Scharmann.

Jedes Pferd hat nun mehr Ruhe

Die Konzeption bringe viele Vorteile: Abgesehen davon, dass sich Pferde und Menschen außerhalb des Stallzeltes an der frischen Luft bewegen, ist jede Box separat zugänglich. Das bedeutet, dass sich die Pferde auch nicht mehr so nah aneinander vorbeibewegen müssen. Das Areal ist mit 544 Boxen zudem so großzügig eingerichtet, dass jedes Pferd ohnehin weniger „Nachbarschaft“ und damit mehr Ruhe hat. Ein weiteres Plus: Nach der ersten Turnierwoche konnte das Innenleben der Stallzelte mühelos ausgebaut werden, um mit einem Traktor den Mist rauszukehren. Bereits am Dienstagmittag waren die Unterkünfte für die Teilnehmer der zweiten Turnierwoche wieder hergerichtet.

Egal, wo man sich nun auf dem Gelände bewegt: Die Stimmung ist gelöst und positiv. Die Reiter sind dankbar, dass die Bundeschampionate trotz aller Widrigkeiten stattfinden. Und auch auf Seiten der Turnierveranstalter nimmt man das Jahr 2020 nicht als Einschnitt wahr, sondern rückt vielmehr das Gelernte in den Fokus. „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv – nicht nur im Hinblick auf Corona. Es ist gut möglich, dass wir an einigen Dingen auch zukünftig festhalten“, sagt Markus Scharmann.

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