Fußball: Regionalliga West
„Heute nicht regionalligatauglich“ – RW Ahlen lässt sich von Wiedenbrück auskontern

Ahlen -

Nein, das war wirklich kein gelungener Auftritt von Rot-Weiß Ahlen. Gegen Mitaufsteiger SC Wiedenbrück präsentierten sich die Regionalliga-Fußballer vorne lange zu harmlos und hinten löchrig wie ein Schweizer Käse. Drei von vier Gegentoren bei der 2:4-Niederlage fielen bei eigener Überzahl.

Samstag, 26.09.2020, 18:23 Uhr
Szenen wie die hier zwischen Wiedenbrücks Oliver Zech (l.) und Rot-Weiß Ahlens Yasin Altun gab es häufig zu sehen. Insgesamt ging es im Duell der Aufsteiger recht ruppig zu.
Szenen wie die hier zwischen Wiedenbrücks Oliver Zech (l.) und Rot-Weiß Ahlens Yasin Altun gab es häufig zu sehen. Insgesamt ging es im Duell der Aufsteiger recht ruppig zu. Foto: Marc Kreisel

Viel mehr bräuchte man dazu eigentlich auch nicht mehr sagen. RWA-Coach Björn Mehnert tat es dennoch und nahm die gerade zu Beginn etwas planlos wirkende Defensive einerseits in Schutz. „Die Unruhe am Anfang geht auf meine Kappe“, sagte er. Ähnlich wie zuletzt in Essen, aber ohne den gesperrten Bennet Eickhoff, hatte es der Trainer erneut mit einer Dreier- bzw. Fünferkette probiert. Das aber klappte dieses Mal gar nicht. Bereits nach acht Minuten war der Versuch beendet. Da lagen die Ahlener aber schon mit 0:1 hinten.

Fehlende Ordnung im Defensivverbund führt zu frühem Gegentor

Gerade mal drei Minuten waren nämlich gespielt, als Wiedenbrücks Saban Kaptan mit einem feinen Pass nach links außen an die Torauslinie Lucas Klantzos fand, der in die Mitte zu dem völlig frei heranstürmenden Niklas Szeleschus passte. Der durfte sich die Ecke aussuchen – 0:1. Unabhängig vom System, das vielleicht nicht gepasst haben mag, war das zu einfach.

Der frühe Gegentreffer wäre aber vielleicht noch als Betriebsunfall durchgegangen. Doch Wiedenbrück blieb am Drücker und die Ahlener kopflos. „Wir sind bisher in jedem Spiel schlecht reingekommen. Da müssen wir uns was überlegen“, befand Mehnert. Nur zwei Minuten nach dem 0:1 musste Keeper Bernd Schipmann mit einer klasse Reaktion gegen einen abgefälschten Schuss von Kaptan noch Schlimmeres verhindern.

RW Ahlen in der ersten halben Stunde klar unterlegen

RW Ahlen verliert Duell der Aufsteiger gegen SC Wiedenbrück

1/32
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel
  • Rot-Weiß Ahlen ist von Mitaufsteiger SC Wiedenbrück glatt ausgekontert worden. Drei von vier Toren der Gäste beim 2:4 fielen auf diese Art.

    Foto: Marc Kreisel

Apropos Kaptan. Der stand in der 9. Minute schon wieder im Mittelpunkt. Nach einem Foul von Wiedenbrücks Lucas Klantzos an Sven Höveler, klammerte und blockierte Klantzos vor dem Freistoß. Höveler revanchierte sich mit einem Schubser und von hinten stürmte daraufhin besagter Kaptan heran, um auch noch mitzumischen. Keine zehn Minuten waren gespielt und schon hatte die insgesamt giftige Partie die erste Rudelbildung. Gelb gab’s für Kaptan und Höveler obendrauf.

Ein bisschen war das wie in einem guten Actionfilm. Die höchste Spielkultur war zwar nicht zu sehen, dafür aber eine Menge los. Schlag auf Schlag ging es auch weiter: 13. Minute, bis dahin harmlose Ahlener waren erstmals in Person von Luca Steinfeldt durch und der traf, doch der Abseitspfiff war längst ertönt. 19. Minute: Konter Wiedenbrück, Klantzos ließ im Ahlener Strafraum Rene Lindner aussteigen, Schipmann musste sich ganz lang machen und hielt. Das hätte eigentlich schon das 0:2 sein müssen. 28. Minute: Wieder konterte Wiedenbrück und Yasin Altun hatte zunächst Mühe, dem pfeilschnellen Phil Beckhoff zu folgen. Im Zusammenspiel mit Schipmann verhinderte er aber doch noch den nun schon fast überfälligen zweiten Gegentreffer.

„Kopfballungeheuer“ Arda Nebi besorgt den Ausgleich

Langsam bekamen die Ahlener nun ein bisschen mehr Kontrolle in die Partie. Von einer großangelegten Gegenoffensive, gar einem durchschlagenden Angriffsspiel war aber weiterhin nicht viel zu sehen. Und plötzlich – quasi ohne eine richtig gut herausgespielte Chance von den Rot-Weißen – stand es dennoch 1:1. Mike Pihl hatte eine Flanke direkt vor das Tor der Gäste gesetzt. Der Ball tippte auf, Luca Steinfeldt verpasste knapp. Direkt dahinter lauerte aber „Kopfballungeheuer“ Arda Nebi, der den Ball ins lange Eck verlängerte. „So ganz viele mit dem Kopf habe ich in meiner Karriere noch nicht gemacht“, gestand der klein gewachsene Flügelflitzer. So richtig freuen konnte er sich auch nicht angesichts des Endresultats.

Mit dem doch recht schmeichelhaften Ergebnis für die Hausherren ging es in die Pause. Vorher hatte Sven Höveler noch nach einer Wiedenbrücker Ecke und einem Schuss von Oliver Zech auf der Linie retten müssen. Kurz: Die erste Hälfte war nicht gerade optimal für die Mehnert-Elf gelaufen.

Gelb-Rot für Kaptan und doch trifft Wiedenbrück doppelt

Doch das schien sich mit Beginn der zweiten zu ändern: Zwei Minuten gespielt, Kaptan foulte Matthias Tietz auf Höhe der Mittellinie und sah eine völlig unnötige Gelb-Rote Karte. Die Rot-Weißen nun also mit einem Mann mehr und scheinbar am Drücker: Flanke Arda Nebi, Luca Steinfeldt rauschte heran und markierte fast das 2:1 für die Gastgeber. Stattdessen: Konter Wiedenbrück, Beckhoff allein auf weiter Flur und mit einem feinen Heber überwand er Schipmann zum 1:2 (50.). Sieben Minuten später verlor Rene Lindner gegen eben diesen Beckhoff den Ball und wieder versenkte der Wiedenbrücker mit Übersicht – diesmal ins rechte Eck. Das war eine eiskalte Dusche für die Mehnert-Elf bei ohnehin schattigen Temperaturen.

Zwei späte Tore bringen keine Spannung mehr

„Bitter, in so einer Phase zwei Gegentore zu bekommen. Danach war es schwierig“, sagte Nebi. Und Rene Lindner, der ja nicht ganz ohne Anteil war, gestand selbstkritisch: „Das waren dumme Gegentore durch einfache Bälle, die man verhindern kann. Es waren eben harte Wochen…“

Als die Partie quasi beendet war, begann dennoch die beste Phase der Rot-Weißen, die mit dem Mut der Verzweiflung anrannten und tatsächlich noch mehrere gute Möglichkeiten hatten. Es sah dennoch lange nicht mehr danach aus, als fiele noch ein Tor. Stattdessen wurden es sogar zwei: Erst in der Nachspielzeit das 1:4 durch den gerade erst eingewechselten Christian Will nach – genau – einem Konter. Dann das 2:4 durch den eingewechselten Max Wilschrey.

„Defensiv hat es heute gar nicht gepasst. Das war leider nicht regionalligawürdig“, urteilte Mehnert hart, aber zutreffend. „Das war eine verdiente Niederlage. Wenn man sich die Dinger quasi selbst rein schießt, kommt man eben für einen Punkt nicht in Frage.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7603940?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57550%2F
Nachrichten-Ticker