Handball: 3. Liga Nord-West
Mit gebremstem Schaum: Ahlener SG erwartet LIT 1912 Tribe

Ahlen -

Die herbe Niederlage in Baunatal ist verarbeitet. Die Ahlener SG hat ihre Lehren daraus gezogen. Gegen LIT 1912 Tribe möchte sich die Mannschaft von Sascha Bertow weniger risikofreudig präsentieren. Da kommt die Rückkehr einer ihrer Leistungsträger wie gerufen.

Freitag, 16.10.2020, 05:00 Uhr
Ferdi Hümmecke (rechts) ist gegen LIT wieder mit von der Partie. Er wird am Kreis wie auch im Innenblock gebraucht und versteht es, in hektischen Phasen die Ruhe zu bewahren.
Ferdi Hümmecke (rechts) ist gegen LIT wieder mit von der Partie. Er wird am Kreis wie auch im Innenblock gebraucht und versteht es, in hektischen Phasen die Ruhe zu bewahren. Foto: René Penno

27:40 – der Schrecken, den dieses Resultat im ersten Moment auslöste, wich bei den Drittliga-Handballern der Ahlener SG rasch nüchterner Sachlichkeit.

Bereits im Bus auf der Heimreise arbeiteten Trainer und Mannschaft die Niederlage bei Eintracht Baunatal gemeinschaftlich auf. Und kamen zu dem Schluss: alles halb so wild. „Es war schön zu sehen, dass sich die Jungs das Spiel zu Herzen genommen haben. Wir hatten zu viele technische Fehler, zu viele Fehlwürfe, mit denen wir den Gegner zur ersten Welle eingeladen haben. Das ist natürlich tödlich. Außerdem haben wir nicht zu unserer Abwehr gefunden. Im Spiel selbst hat sich das alles summiert und dann verlierst du halt mal so hoch“, fasst Sascha Bertow seine Sicht der Dinge zusammen.

Tempo heißt auch Risiko

Darüber hinaus seien Schwankungen und die Niederlage als solche eben auch als Teil der Entwicklung eingepreist. „Die Mannschaft ist noch sehr, sehr jung. Und wir spielen in dieser Saison bewusst mit mehr Risiko und machen dadurch auch ein paar Fehler mehr. Sicherlich waren es gegen Baunatal zu viele, darüber sind wir uns alle einig. Aber wir haben auch ganz schön viel richtig gemacht“, stellt Bertow klar, nachdem er die Begegnung im Nachgang noch mal in Ruhe im Video analysiert hat.

„Wir sind ein unfassbar hohes Tempo gegangen, sind fast 60 Angriffe gegangen, das ist einer pro Minute und der Gegner ist ja auch noch da. Außerdem haben wir viele 1:1-Situationen aus der zweiten Welle gesucht. Und es spricht aus meiner Sicht eindeutig für die Jungs, dass sie die ganze Zeit versucht haben, noch was zu reißen“, so der ASG-Trainer. Nur griffen sie dabei in Baunatal zu häufig zu den falschen Mitteln.

So wurde die gute Arbeit von Kreisläufer Lukas Hinterding zunichte gemacht. Der 23-Jährige verdiente sich aufgrund seiner unermüdlichen Leistung und seiner acht Treffer ein Sonderlob von Bertow. Dennoch ist der ASG-Coach froh, dass Hinterding am Samstag (19 Uhr) im Heimspiel gegen LIT 1912 Tribe nicht wieder den Alleinunterhalter geben muss. Denn Ferdi Hümmecke, der zuletzt privat verhindert war, kehrt in den Kader zurück. In Baunatal wurde der 2,04 Meter lange Hüne nicht nur als Anspielstation im Angriff, sondern vor allem auch im Abwehrzentrum schmerzlich vermisst.

Fruchtbare Kooperation mit Nettelstedt

„Ferdi ist ein ganz wichtiger Baustein. Er redet viel und hält die Deckung zusammen“, sagt Bertow. Das wird auch gegen LIT eine wichtige Aufgabe sein. Die Handball-Spielgemeinschaft LIT 1912 wurde erst im Juli gegründet und besteht aus den Stammvereinen TV Germania Nordhemmern, RSV Mindenerwald, VfB Holzhausen II und auch dem TuS Nettelstedt-Lübbecke, mit dem der Verein seit Neustem kooperiert. Dieser Zusammenarbeit verdankt LIT auch den Transfer von Marek Nissen.

Der talentierte Rückraum-Linke hat fünf Jahre lang in der Akademie der SG Flensburg-Handewitt gelernt und ist 2019 Deutscher A-Jugendmeister geworden. Dann wechselte er zum Zweitligisten TuS N-Lübbecke. Dort ist er mit einem Doppelspielrecht für LIT ausgestattet worden. Über die 3. Liga soll er an die 2. Bundesliga herangeführt werden. Beim 29:20 gegen Hannover-Burgwedel erzielte Nissen sieben, beim 28:31 gegen den OHV Aurich zehn Treffer. Ihn sollten die Ahlener demnach im Auge behalten.

Ein Wiedersehen gibt es außerdem mit Rechtsaußen Mark Artmeier, der einst im HLZ Ahlen ausgebildet wurde. Lernen steht auch bei der Ahlener SG ganz oben auf der Agenda. Künftig gilt es, Chancen und Risiken besser abzuwägen – und das unter enormem Zeitdruck. „Die Jungs geben Vollgas und müssen auf der Platte relativ schnell Entscheidungen treffen“, weiß Bertow. Dabei nicht immer volles Risiko zu gehen, auch mal geduldig und abwartend zu bleiben – da müssen seine jungen Spieler noch hinkommen. Eines aber ist für Sascha Bertow klar: „Die Mannschaft lernt aus ihren Fehlern, davon bin ich überzeugt.“

 

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