Fußball
„Wir sehen die Situation sehr kritisch“: Kreis Beckum sagt alle Partien der Kreisligen A bis C ab

Ahlen -

„Uns blieb gar keine andere Möglichkeit“, sagt Peter Wiethaup. Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen hat der Kreis alle Spiele der Kreisligen A bis C abgesagt. Eine flächendeckende Saison-Unterbrechung soll es laut FLVW jedoch nicht geben.

Freitag, 23.10.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 18:46 Uhr
Die Tore werden auf den Plätzen im Kreis an diesem Wochenende nicht benutzt.
Die Tore werden auf den Plätzen im Kreis an diesem Wochenende nicht benutzt. Foto: Wilfried Hiegemann

Das war absehbar: Nach der Absage aller vier Kreispokalpartien am Donnerstag und der Spielausfälle in den Kreisligen A bis C mit Ahlener Beteiligung in der Vorwoche wird auch an diesem Wochenende kein Ball rollen. Alle Begegnungen in den heimischen Kreisligen wurden aufgrund zu hoher Corona-Infektionszahlen abgesetzt. Das entschied der Kreisfußballausschuss (KFA) nach langer Diskussion am Freitagvormittag. Davon betroffen sind auch die Partien in der Damen-Kreisliga auf Beckumer Kreisgebiet sowie alle Spiele im Jugendbereich.

Absage alternativlos

„Beim Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen in Ahlen und Beckum blieb uns gar keine andere Möglichkeit“, sagt der Kreisvorsitzende Peter Wiethaup und ergänzt: „Wir sehen die Situation – gerade in Ahlen – sehr kritisch.“ Die Absage aller Partien an diesem Spieltag sei dementsprechend nur logisch. Schließlich wolle man die Vereine auch schützen. „Hier möchte kein Club ein Hotspot werden oder an den Pranger gestellt werden“, so der Kreis-Chef, der zudem berichtet, dass die Stadt Ahlen die Absetzung ausdrücklich begrüßt. „Die Kontakte mit Mitmenschen sollen so gering wie möglich gehalten werden“, schildert Wiethaup von seinem Gespräch mit der Stadt. Diese habe ebenso dazu geraten, dass die Vereine den Trainingsbetrieb einstellen sollten. „Da müssen wir an die Vernunft der Vereine appellieren, weil wir nur eine Empfehlung aussprechen können“, sagt der Kreisvorsitzende.

Eine flächendeckende Saisonunterbrechung im Amateur- und Jugendspielbetrieb im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) ist zumindest fürs Erste vom Tisch. Lokale oder regionale Fußballpausen seien allerdings nicht ausgeschlossen. Darauf verständigten sich die Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise und die Vertreter des FLVW in einer Videokonferenz am Donnerstagabend, an der auch Wiethaup teilgenommen hatte. „Der Fußball ist nicht dafür verantwortlich, dass die Inzidenzwerte steigen. Es gibt bislang keine nachweisbaren Fälle, in denen sich Spieler untereinander auf dem Feld angesteckt hätten“, betont Manfred Schnieders, der für den Amateurfußball verantwortliche Vizepräsident, in einer Pressemitteilung.

Bislang weniger als zwei Prozent Spielausfälle

Darin heißt es auch, dass bislang 98,2 Prozent aller Partien im westfälischen Verbandsgebiet stattfinden konnten. Nur 436 Spiele von 25 500 angesetzten Begegnungen im Amateur- und Jugendfußball seien in dieser Saison ausgefallen. „Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, die Saison durchzuprügeln. Aber dort, wo es möglich ist, wollen wir den Spielbetrieb anbieten“, sagt Schnieders.

Das sieht auch Wiethaup so. „Wir wollen, dass hier weiter Fußball gespielt wird. Was die Zahlen angeht, müssen wir aber natürlich immer vorsichtig sein“, erklärt er. „Dass das keine normale Saison werden würde, war vielen ja schon vorher klar.“ Dementsprechend werde der Kreis-Chef die Lage nun gemeinsam mit Lukas Wickenkamp (Vorsitzender Kreisfußballausschuss) und den beiden Staffelleitern Sascha Bork ( Kreisliga A und B) sowie Simon Maack (Kreisliga C) von Woche für Woche neu bewerten. Wiethaup betonte allerdings, dass man von einem Saisonabbruch noch weit entfernt sei.

 

 

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