Fußball: Seit 25 Jahren Schiedsrichter
Werner Eicher ist als Spätberufener schnell aufgestiegen

Westbevern -

Als Schiedsrichter ist Werner Eicher spät angefangen. Mittlerweile pfeift er seit 25 Jahren für Ems Westbevern. Stress habe es bei keinem Verein gegeben, sagt der 66-Jährige – mit einer Ausnahme. Eicher war zuletzt als Schiri-Beobachter tätig und kümmert sich um die jungen Unparteiischen beim SV Ems.

Mittwoch, 20.01.2021, 19:00 Uhr
Werner Eicher bei einem seiner Einsätze bei der Hallenstadtmeisterschaft in Münster. 2009 leitete der Westbeverner vor großer Kulisse das Finale am Berg Fidel.
Werner Eicher bei einem seiner Einsätze bei der Hallenstadtmeisterschaft in Münster. 2009 leitete der Westbeverner vor großer Kulisse das Finale am Berg Fidel. Foto: Peter Leßmann

Ein Spätberufener feiert Jubiläum: Seit 25 Jahren pfeift Werner Eicher Fußballspiele. „Ich bin mit Freude Schiedsrichter“, sagt der 66-Jährige, der für den SV Ems Westbevern insgesamt mehr als 1000 Partien geleitet hat. „Im Nachhinein gesehen hätte ich vielleicht eher damit anfangen sollen. Dann hätte ich wohl die Möglichkeit gehabt, in noch höheren Regionen Spiele zu leiten.“

Im Blickfeld hatte Eicher diese Tätigkeit nicht, als er 1995 die Trainer-C-Lizenz erwarb. Der Lehrgang beinhaltete auch eine Schiedsrichterprüfung. So entschied er sich, künftig offiziell für den SV Ems als Unparteiischer auf den Plätzen im Raum Münster und im Kreis Warendorf tätig zu sein. Nach einem Jahr stieg er in die Kreisliga A auf. Zugute kam ihm, vermutet Eicher, „meine langjährige Erfahrung als Spieler, die mir den Einstieg in die Schiedsrichterei erleichterte“.

Für einen Kollegen eingesprungen

Auch das Ziel, in der Bezirksliga pfeifen zu dürfen, erreichte er schneller als gedacht. „Da ein Kollege verhindert war, an der überkreislichen Regelüberprüfung teilzunehmen, durfte ich vor der Rückserie 2000/01 dort hinfahren.“

Bis nach Gronau, Gütersloh und Hamm

In dieser Zeit war er gemeinsam mit Bernhard Große Hovest auch Trainer der ersten Mannschaft aus Westbevern. Das blieben sie bis 2003. Parallel war Eicher als Referee unterwegs. Die Prüfung in Dülmen, zu der er als Ersatzmann gekommen war, hatte Eicher bestanden – und vertrat den SV Ems fortan als Schiedsrichter auch über die Kreisgrenzen hinaus. Er reiste bis an die holländische Grenze nach Gronau und Ahaus, in den Kreis Recklinghausen sowie in die Kreise Gütersloh und Hamm.

Als Linienrichter bis zur Verbandsliga

„Meine Leistungen können andere besser beurteilen, aber ich glaube, einen guten Job gemacht zu haben“, sagt Eicher. Zumindest habe er keinen Stress bei seinen Spielleitungen gehabt. Nur bei einem Verein in Münster – „in dem Spiel stand ich unter Beobachtung und habe die optimale Punktzahl erhalten“ – gab es einmal Ärger, „als ich Zuschauer aus dem Innenraum verwies, weil von dort Tumulte ausgingen“. Der Westbeverner erinnert sich: „Du brauchst nie wiederzukommen, hieß es nachher. Ansonsten war ich bei jedem Verein herzlich willkommen. Das schönste Lob ist wohl, wenn ein Vereinsverantwortlicher bei der Begrüßung sagt: ,Schön, dass du uns heute mal wieder pfeifst’.“ Als Linienrichter schaffte er es bis zur damaligen Verbandsliga.

Hartnäckige Verletzungen

„Aus eigenem Antrieb habe ich dann in der Saison 2006/07 für jüngere Schiedsrichter-Kollegen in der Bezirksliga Platz gemacht und nur noch Spiele in der Kreisliga A gepfiffen“, erzählt Eicher. Nach der Saison 2015/16 ist er, durch hartnäckige Verletzungen geplagt, deutlich kürzergetreten. Lediglich bei Jugendspielen steht er seitdem noch auf dem Feld.

Interessierte sollten so früh wie möglich einsteigen. Das erhöht die Perspektiven.

Werner Eicher

Eicher kam auch bei diversen Hallenturnieren zum Einsatz. Ihm war es vergönnt, häufiger an den bei vielen Schiedsrichtern begehrten Stadtmeisterschaften in Münster teilzunehmen. Ein Höhepunkt war 2009 das Finale in der Halle Berg Fidel vor mehr als 2000 Zuschauern. Zudem leitete er Spiele der Hallenmeisterschaften des Kreises Münster in Nienberge.

Beim SV Ems engagiert sich Eicher seit einigen Jahren in der Betreuung von Jugendschiedsrichtern. Bis zur aktuellen Saison war er zudem im Fußballkreis Münster als Schiri-Beobachter unterwegs. „Da gibt es inklusive der schriftlichen Bewertung des Kollegen mehr zu tun, als ein Spiel selbst zu leiten“, sagt Eicher. Sein Tipp für potenzielle Neulinge: „Interessierte sollten so früh wie möglich einsteigen. Das erhöht die Perspektiven.“

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