Fußball: Landesliga
Vage Perspektiven nach Umbruch beim SV Drensteinfurt

Kreis Warendorf -

Der neue Sportliche Leiter des SV Drensteinfurt, Jan Wiebusch, ist derzeit um seinen Job nicht zu beneiden. Neben der Suche nach einem neuen Trainer muss er versuchen, den Abgang eines starken Trios zu kompensieren. Der Mann für die Seitenlinie scheint zwar gefunden, unterschrieben ist aber noch nichts. Möglicherweise verzichten die Stewwerter auch freiwillig auf die Landesliga.

Montag, 25.01.2021, 20:33 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 20:40 Uhr
Mit Christoph Lübke (am Ball) verlässt den SVD ein absoluter Leistungsträger und Führungsspieler. Ihn zieht es, ebenso wie Trainer Oliver Logermann, Daniel Ziegner und Diogo Castro zum BSV Roxel. Der Sportliche Leiter Jan Wiebusch versucht die Lücken zu schließen.
Mit Christoph Lübke (am Ball) verlässt den SVD ein absoluter Leistungsträger und Führungsspieler. Ihn zieht es, ebenso wie Trainer Oliver Logermann, Daniel Ziegner und Diogo Castro zum BSV Roxel. Der Sportliche Leiter Jan Wiebusch versucht die Lücken zu schließen. Foto: Ulrich Schaper

Der Trainer, der Co-Trainer und ein Trio an Leistungsträgern auf Abschiedstournee, in der Tabelle abgeschlagenes Schlusslicht und irgendwie keine Aussicht auf Besserung: Jan Wiebusch ist erst seit Herbst vergangenen Jahres Sportlicher Leiter beim Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt und ist um seine gegenwärtige Aufgabenstellung wahrlich nicht zu beneiden.

„Tatsächlich kommt momentan viel zusammen“, sagt Wiebusch, der sich in vielen Gesprächen im Kreis zu drehen scheint: Die Kaderplanung ist beeinträchtigt durch die Vakanz des Trainerpostens – umgekehrt möchten die potenziellen Bewerber wissen, ob sie mit einem wettbewerbstauglichen Kader rechen dürfen. „Man bewegt sich da auf sehr dünnem Eis“, wie der Sportliche Leiter einräumt.

Trainer und Co-Trainer gefunden – aber noch geheim

Immerhin: Nachdem vor zwei Wochen der hochgehandelte Matthias Gerigk absagte – er entschied sich für den Trainerstuhl bei Union Lüdinghausen – scheint Wiebusch bei der Suche nach einem neuen Übungsleiter bald Vollzug vermelden zu können. „Wir haben einen Trainer und einen Co-Trainer gefunden. Es ist zwar noch nichts unterschrieben, wir haben aber mündliche Zusagen. Wir werden unsere Vorschläge in dieser Woche dem Vorstand unterbreiten und hoffen dann, die Sache unter Dach und Fach bringen zu können“, sagt Wiebusch. Die Führungsspieler seien bereits eingeweiht und mit dem Vorschlag einverstanden.

„Die meisten Spieler wollen auch weiterhin für den SVD auflaufen“

Mit Blick auf die Kaderplanung habe es aus den Reihen der Mannschaft zudem viele positive Signale gegeben: „Die meisten Spieler wollen auch weiterhin für den SVD auflaufen – es ist aber nur verständlich, dass alle erfahren wollen, mit wem sie künftig zusammenarbeiten werden“, sagt Wiebusch. Ein paar Wackelkandidaten gäbe es, aber auch das sei normal.

Gleichwohl: Auch wenn es Wiebusch gelingt, einen Nachfolger für Aufstiegstrainer Oliver Logermann zu präsentieren, so bleiben zentrale Personalfragen unbeantwortet. Nach dem Weggang von Torjäger Diogo Castro, Abwehrchef Christoph Lübke und Kapitän Daniel Ziegner fehlen der Mannschaft tragende Säulen. Wer dieses Trio in Stewwert ersetzen soll, dürfte interessant werden. Wiebusch bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass Gespräche geführt und einige vielversprechende Kandidaten bereit stünden.

Trio verlässt Drensteinfurt und wird dem SVD fehlen

„Auch diesbezüglich spielt es aber eine Rolle, welche Perspektiven wir bieten, wer Trainer sein wird und in welcher Liga wir auflaufen“, sagt der Sportliche Leiter. „Die drei Abgänge treffen uns natürlich schon hart. Ich kann die Beweggründe, die zum Abschied geführt haben, verstehen. Es ist für uns trotzdem ärgerlich, dass alle drei gleichzeitig gehen. Für den SVD ist es sehr schade. Es ist Qualität, die uns fehlen wird. Die drei waren Persönlichkeiten, an denen sich die Mitspieler auf dem Feld aufgerichtet haben“, sagt Wiebusch. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen seien indes nicht überraschend. „Dass aber alles mehr oder weniger zeitgleich spruchreif wird, setzt uns natürlich unter Handlungsdruck.“

Freiwilliger Verzicht auf Landesliga ?

Bleibt nun also noch die Frage, in welcher Liga das kriselnde Landesligaschlusslicht künftig auflaufen wird. „Da spielen natürlich einige Faktoren eine Rolle. Noch wissen wir ja nicht einmal, ob die Saison fortgesetzt werden kann“, sagt Wiebusch. Man habe zwar intern darüber gesprochen, wie es sportlich weitergehen könne. „Dazu können und wollen wir uns aber noch nicht äußern. Wir warten erst einmal ab, wie sich die Dinge entwickeln. Fakt ist: Man muss abwägen, ob es Sinn macht mit dem veränderten Kader in der Landesliga aufzulaufen. Es könnte beispielsweise auch Sinn machen, mit einem neuen Trainerduo und nach dem Kaderumbruch in der Bezirksliga neu zu starten.“ Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Und natürlich soll auch der neue Trainer in diese Entscheidung involviert werden. „Sobald der Trainerposten neu besetzt ist, werden einige Entscheidungen folgen“, kündigt Wiebusch an.

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