Leichtathletik
Philipp Kaldewei hofft auf neue Duftmarken

Kreis Warendorf -

Normalerweise ist er Dauergast auf den Laufsportveranstaltungen in der Region. Philipp Kaldewei hält etliche Streckenrekorde. Auch eine neue Vereinsbestzeit hatte der 39-Jährige für 2020 geplant, wurde aber wie alle anderen von der Pandemie ausgebremst. Nun setzt er sich neue Ziele und kann der Zwangspause zumindest etwas Positives abgewinnen.

Dienstag, 02.03.2021, 16:37 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 16:40 Uhr
Stammgast bei den Volksläufen: Philipp Kaldewei (39) ist in Nicht-Pandemiezeiten nahezu an jedem Wochenende irgendwo auf den Beinen.
Stammgast bei den Volksläufen: Philipp Kaldewei (39) ist in Nicht-Pandemiezeiten nahezu an jedem Wochenende irgendwo auf den Beinen. Foto: R. Penno

Es ist ruhig geworden um Philipp Kaldewei . Der 39-jährige Läufer aus den Reihen des LV Oelde ist eigentlich Stammgast bei den Volksläufen und Laufserien der Region, somit in der Szene auch fast omnipräsent. Doch seit bald schon einem Jahr bleibt auch dem Stromberger nichts anderes übrig, als sich zu Fuß oder auf dem Sattel seines Rennrades fit zu halten, um für die Rückkehr in den Wettkampfmodus gewappnet zu sein.

Erstes Ausrufezeichen in 2020 war gleichzeitig das letzte

Am 10. März 2020 setzte Kaldewei die erste Duftmarke beim Volkslauf in Langenberg. Mit einer Zeit von 36:53 Minuten hatte sich der Athlet des LV Oelde dort auf der Hauptdistanz von elf Kilometern durchgesetzt. „Eine sehr gute Zeit und ein guter Start ins Jahr“, blickt Kaldewei jetzt zurück – und die Wehmut in seiner Stimme ist deutlich herauszuhören. Niemand ahnte damals auch nur im Ansatz, dass dieser Volkslauf in Langenberg nicht nur der erste, sondern für den Großteil aller Athleten auch der letzte des Jahres 2020 sein sollte.

Eigentlich wollte Kaldewei einen Vereinsrekord brechen

Dabei hatte sich Philipp Kaldewei einiges vorgenommen. Der Sieg in Langenberg sollte tatsächlich nur eine erste Duftmarke sein. „Mein Ziel für 2020 war es eigentlich, eine 33,30 über zehn Kilometer zu laufen“, verrät der Monteur. Damit hätte er den Vereinsrekord in der Altersklasse M 35 geknackt. „Aber es sollte leider nicht sein“, sagt er.

Drei bis vier Läufe plus Rennrad-Touren für die Fitness

Doch obwohl ihm durch die nach wie vor ausbleibenden Wettkämpfe die Vergleiche mit den Konkurrenten fehlen, ist er bis heute nicht in ein Motivationsloch gestürzt. Drei bis vier Trainingsläufe pro Woche sind bei Kaldewei gesetzt, dazu kommen – „je nach Wetter“ – ein, zwei Touren auf dem Rennrad. „Das ist für mich ein Ausgleich zum Laufen, aber auch Entspannung. Zudem ist der Bewegungsradius etwas größer“, so Kaldewei.

All die individuellen Einheiten sind zwar schön und gut, aber der regelmäßige Lauftreff inklusive Tempoeinheiten fehlt dann doch. Dazu kommt: Immer, wenn Kaldewei in Laufschuhen oder auf dem Sattel unterwegs ist, begleitet ihn die große Frage: „Wann geht es endlich weiter?“

Einziger positiver Effekt der Pandemie: mentale Ruhe

Doch auch dem 39-Jährigen ist bewusst, dass alles Hadern müßig ist – und so erkennt Philipp Kaldewei in der langen Pause sogar Gutes. „Vielleicht hat es ja einen positiven Effekt, dass man mental zur Ruhe gekommen ist. Ansonsten bin ich ja fast jedes Wochenende bei irgendwelchen Läufen unterwegs.“

Eins ist aber auch klar: Sobald es wieder losgeht, wird es mit der Ruhe vorbei sein. Dann wird Kaldewei neue Duftmarken setzen wollen.

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