Fußball: Regionalliga West
„Zimbo“ hält es wie Titan Kahn – RW Ahlen bei wankelmütigen Gladbachern

Ahlen -

Die Riege der Top-Teams zieht weiter. Rot-Weiß Ahlen hat sich gegen die Mannschaften von ganz oben hervorragend geschlagen. Doch gelingt das der Elf von Andreas Zimmermann auch gegen Gegner aus dem Mittelfeld? Der Trainer glaubt ja – zumindest wenn die Leistung gegen Gladbachs U23 vergleichbar ist mit der gegen Köln. Dort hatten sich die Rot-Weißen ein Sonderlob von unerwarteter Seite erspielt.

Freitag, 16.04.2021, 15:56 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 16:00 Uhr
Gibt es in Gladbach die Punkte, die schon am Mittwoch in Köln verdient gewesen wären? Timon Schmitz (Mitte) und Rot-Weiß Ahlen wollen sich für ihre zuletzt sehr starken Leistungen gegen Topteams belohnen.
Gibt es in Gladbach die Punkte, die schon am Mittwoch in Köln verdient gewesen wären? Timon Schmitz (Mitte) und Rot-Weiß Ahlen wollen sich für ihre zuletzt sehr starken Leistungen gegen Topteams belohnen. Foto: Sarah Wick

Wer gegen alle vier Mannschaften von ganz oben im Laufe der Saison entweder gewinnt oder einen Punkt holt, darf eigentlich nicht unten drin stehen. Tun die Regionalliga-Fußballer von Rot-Weiß Ahlen trotzdem noch. Mit ihren jüngsten Erfolgen gegen Topteams mausert sich die Mannschaft von Andreas Zimmermann aber nicht nur in der Tabelle, sondern scheint auch neue Anhänger zu finden.

Alexander Ende lobt Ahlen und kritisiert die eigene Mannschaft

Fortuna Kölns Trainer Alexander Ende schien nach dem 1:1 am Mittwochabend jedenfalls sehr angetan vom Gegner und weniger von der eigenen Mannschaft. „Ahlen spielt Fußball mit Herz, womit sich viele identifizieren können. Ich hoffe, man sieht sich wieder“, sagte Ende.

Das waren wahrscheinlich mehr als die üblichen warmen Worte an den Gast. Denn er sparte nicht mit Kritik an seiner Elf. Die habe nicht wie die Ahlener auf jeder Position gezeigt, dass sie bis zum letzten kämpfe. „Da waren schon ein paar Jungs dabei, bei denen ich das vermisst habe. Das war etwas enttäuschend“, sagte Ende.

Zimmermann hochzufrieden mit dem Auftritt, weniger mit dem Punkt

Ein bisschen enttäuscht, aber aus gänzlich anderen Gründen, war auch Andreas Zimmermann. „Überragend“ nannte er die erneute Reaktion auf den Rückstand. Auch den verschossenen Elfmeter von Jan Holldack kurz vor Schluss hakte er gleich ab. Schließlich hatte Holldack nicht nur in dieser Szene Verantwortung übernommen, sondern war auch insbesondere im Zusammenspiel mit Timon Schmitz über die rechte Seite ein gutes Stück dafür verantwortlich, dass die Gäste bei der Fortuna so gut aussahen.

Aber natürlich stimmte auch, dass die verpasste Chance auf drei Punkte bei einem der Spitzenteams weh tat. „Nach dem Spielverlauf war der Sieg auf jeden Fall drin“, konstatierte Zimmermann und hatte damit eindeutig recht. Nicht dass seine Mannschaft ein Chancenfeuerwerk abgebrannt hätte. Aber dass da das Schlusslicht gegen den Tabellenvierten spielte, war nicht zu sehen gewesen. Die Ahlener hatten mehr und die besseren Chancen, wurden dafür aber nur halb belohnt.

RWA gibt die Rote Laterne weiter und bleibt der Konkurrenz auf den Fersen

Immerhin haben die Wersestädter durch das Unentschieden die Rote Laterne an den Bonner SC abgegeben. Das könnte noch wichtig werden, wenn es tatsächlich zu weniger Absteigern kommt, als ursprünglich vorgesehen. Beide Vereine liegen mit nun 25 Punkten aus 33 Spielen gleichauf. Und davor wirken der SV Bergisch Gladbach (26 Punkte aus 34 Spielen), der SV Lippstadt (28 aus 32) sowie selbst der VfB Homberg (30 aus 33) nicht mehr komplett uneinholbar.

Das ist vielleicht die beste Nachricht aus den zurückliegenden Wochen: RW Ahlen wirkt nicht mehr nur auf Augenhöhe mit vielen Kontrahenten. Langsam aber sicher drückt sich das auch in den Ergebnissen aus.

Die restlichen Partien werden demnach nicht uninteressant. Zumal nun nominell einfachere Gegner anstehen. Im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbachs U23 bekommt es die Zimmermann-Elf am Samstag (14 Uhr) mit dem Tabellenzwölften zu tun.

Gladbachs U23 in der Rückrunde mit Formeinbruch

Wie stark die Rheinländer derzeit sind, ist schwer zu sagen. Denn just am Mittwoch feierte das Team einen 1:0-Erfolg beim Wuppertaler SV, der eine sehr starke Rückrunde spielt. Davor aber gab es für die Gladbacher ein 1:4 zu Hause gegen Spitzenreiter Dortmund, eine 0:2-Niederlage beim neuen Schlusslicht Bonner SC sowie Pleiten gegen den SC Wiedenbrück (0:1) und den VfB Homberg (0:2). Vor dem Mittwoch war die Borussia mit bis dahin nur sieben Punkten gar das schwächste Rückrunden-Team.

Starke Leistung gegen Wuppertal – Sieg noch zu niedrig ausgefallen

„Sie sind trotzdem weiter brandgefährlich, haben technisch sehr starke Spieler in ihren Reihen“, sagt Zimmermann, der sich mehrere Partien angeschaut hat. „Sie haben eigentlich immer gut gespielt, aber nicht die Ergebnisse geholt. Das haben sie jetzt am Mittwoch – und sie hätten noch höher gewinnen müssen.“ Zimmermanns Jungs täten also gut daran, auf die Mahnung ihres Trainers zu hören. „Wir müssen immer wieder so eine Leistung wie gegen Köln zeigen, wieder über unsere Grenzen gehen“, sagt „Zimbo“. Es ist sein Äquivalent zu Oliver Kahns Mantra „Weiter, immer weiter“. Und der war ja damit nicht ganz unerfolgreich. 

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