Fußball: Regionalliga West
Geschenkt gibt es nichts: RW Ahlen erwartet RW Oberhausen

Ahlen -

Das Szenario, auf das alle Kellerkinder gehofft haben, ist nun Wirklichkeit geworden. Nur noch ein Regionalligist steigt ab. Als Tabellenletzter steht RW Ahlen derzeit am schlechtesten da. Trainer Andreas Zimmermann glaubt allerdings, dass sich das schon rasch ändern kann.

Freitag, 23.04.2021, 15:42 Uhr
Für Mike Pihl, der gerade seinen Vertrag verlängert hat, und Rot-Weiß Ahlen geht es am Samstag gegen RW Oberhausen um den Sieg. Der wäre mit Blick auf die Tabelle auch dringend nötig.
Für Mike Pihl, der gerade seinen Vertrag verlängert hat, und Rot-Weiß Ahlen geht es am Samstag gegen RW Oberhausen um den Sieg. Der wäre mit Blick auf die Tabelle auch dringend nötig. Foto: Sarah Wick

Die beste Neuigkeit in dieser Woche ist eigentlich schon keine mehr gewesen. Denn dass die Oberliga nicht zu Ende gespielt wird und damit aus der Regionalliga weniger Teams absteigen, war bereits gemunkelt worden. Seit dieser Woche aber herrscht Gewissheit: Rot-Weiß Ahlen muss nicht mehr fünf Konkurrenten hinter sich lassen, sondern nur noch einen.

Trainer Andreas Zimmermann freut es. „Aber das ändert erstmal nichts. Wir müssen ja trotzdem punkten“, sagt er mit Blick auf die Tabelle. Denn die weist seine Mannschaft seit dem vergangenen Wochenende wieder als Schlusslicht aus. Durch die Ahlener 0:1-Niederlage bei Gladbachs U23 und das parallele 0:0 des Bonner SC beim SV Rödinghausen ist Bonn vorbeigezogen.

Annullierung der Oberliga hat Folgen

Immerhin ist die Konkurrenz aber in Schlagdistanz. Statt bisher acht Zähler Rückstand auf das rettende Ufer sind es nun einer (auf Bonn), zwei (auf Bergisch Gladbach) oder drei Punkte (SV Lippstadt), die die Rot-Weißen aufholen müssen. Bis auf Lippstadt hat die Konkurrenz zudem das schlechtere Torverhältnis. Ein einziger Sieg könnte also viel Bewegung in die Konstellation bringen.

Möglich wird der erleichterte Abstiegskampf durch die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW), die Spielzeit in allen Klassen unterhalb der Regionalliga zu annullieren. Beim FC Gütersloh, dem Spitzenreiter der Oberliga, fand man das naturgemäß nicht gut und fühlte sich um den Aufstieg gebracht. Verständlich einerseits. Andererseits haben die Ostwestfalen eben auch erst neun von 40 Partien gespielt. Da steht der Wunsch nach einer Belohnung, und sei es nur einer Aufstiegsrunde, auf arg wackligen argumentativen Füßen im Vergleich zu Regionalligisten, die am Ende die vollen 40 Spiele in den Beinen haben werden.

Zimmermann versteht Güterslohs Frust

So sieht es auch Andreas Zimmermann, der – auf die Konkurrenz angesprochen – klar sagt: „Wenn du weniger als 50 Prozent der Spiele gemacht hast, kannst du nicht verlangen aufzusteigen.“

Der Berliner weiß allerdings auch um das Gegenbeispiel aus seiner alten Heimat. Denn in der Regionalliga Nordost sollen Viktoria Berlin gerade mal elf Partien zum Aufstieg in die 3. Liga reichen. „Da wird natürlich mit zweierlei Maß gemessen“, findet Zimmermann und kann den Gütersloher Frust darüber gut verstehen.

Die Empfehlung an den Nachbarn lautet dennoch: „Die sollen sich auf die nächste Saison konzentrieren, dann Gas geben und uns bis dahin lieber die Daumen drücken, damit sie nicht noch einen starken Konkurrenten mehr haben.“

Bei Rot-Weiß Ahlen hat man derzeit ohnehin keinen Kopf für die gerechteste Lösung. Denn am Samstag (14 Uhr) muss ein Sieg zu Hause gegen Rot-Weiß Oberhausen her, um die Rote Laterne schnell wieder loszuwerden. Die Mannschaft von Coach Mike Terranova schätzt Zimmermann als „ganz schwere Kost ein“, besonders an guten Tagen.

Terranova vermisst letzte Gier

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Tabellenachte jenseits von Gut und Böse steht – und genau das sein Problem sein könnte. Die Ergebnisse waren zuletzt sehr durchwachsen. Einer knappen 0:1-Niederlage gegen Spitzenreiter Dortmund und einem 1:1 gegen den Zweiten RW Essen stehen Niederlagen gegen den Tabellenelften Wiedenbrück (1:2) und den 17. Lotte (0:1) gegenüber. Dazwischen gab es einen 2:1-Erfolg gegen den Vorletzten, den Bonner SC.

Nicht Fisch, nicht Fleisch also. RWO-Coach Mike Terranova äußerte sich gegenüber Reviersport enttäuscht. „Vielleicht fehlt hier und da die letzte Gier. Bei manchen Spielern habe ich den Eindruck, dass sie die Saison nur noch locker zu Ende spielen wollen“, sagte er.

Zimmermann glaubt dagegen, auf einen motivierten Gegner zu treffen, jetzt wo sich die Saison dem Ende zuneigt. „Da gibt es immer Jungs, die noch um ihre Verträge kämpfen oder sich für einen anderen Verein empfehlen wollen“, vermutet er. Geschenkt bekommt RW Ahlen also mutmaßlich wieder nichts. 

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