Fußball | Kreisliga A1: SG Gronau - FC Oeding
Welcome b(l)ack!

Gronau -

Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß. Bei der Wahl der Spielkleidung wird meist die dunklere Variante bevorzugt. Doch in der Kreisliga A wurden ihre Trikots schon lange nicht mehr gesichtet. Sechs Jahre lang dümpelte die SG Gronau in der B-Liga herum. Seit vergangenem Sonntag ist das anders. In diesem Sinne: Welcome b(l)ack!

Freitag, 17.08.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 17.08.2018, 17:00 Uhr

„Es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung“, berichtet Carsten Minich aus dem Trainerteam. „Ähnlich wie zum Start der letzten Saison, als ich mit Hüseyin Hosses und Faik Tan das Unternehmen Aufstieg in Angriff genommen habe.“ Denn morgen steht ein Termin im Kalender, auf den alle so sehnlichst hingefiebert haben: die erste Begegnung im Spechtholtshook in der A-Liga seit einer gefühlten halben Ewigkeit.

An das letzte Match vor eigenem Publikum in dieser Spielklasse kann sich einer noch ganz genau erinnern: Mike Schmelz , damals der Kapitän. „Wir mussten gegen den FC Ottenstein ran. Als uns der 1:1-Ausgleich glückte, schlug das Herz schneller. Alles war möglich, auch der Klassenerhalt. Doch dann kassierten wir fast im Gegenzug das tödliche 1:2.“

17. Juni 2012: Durchgereicht!

Kurze Zeit später war es dann amtlich an diesem denkwürdigen 17. Juni 2012: Die Spielgemeinschaft, gerade erst aus der Bezirksliga abstiegen, wurde in die Niederungen der Kreisliga durchgereicht. Heute gibt Mike Schmelz zu: „Das zu realisieren hat schon länger gebraucht. Und ich wollte in der Sommerpause auch erstmal keinen Ball mehr am Fuß haben.“

Sein fragender Blick verrät: Eine Antwort darauf, wie es soweit überhaupt kommen konnte, hat der Verteidiger keine. „Mit dem Kader von damals haben wir in den meisten Spielen wirklich gut mithalten können. Es hat einfach in vielen Situationen am mangelnden Glück gehakt. Wir hatten auch ein gutes Mannschaftsgefüge und haben bis zum Ende an den Klassenerhalt geglaubt. Das machte diesen Abstieg für mich und für das gesamte Team umso härter.“

„Nach dem Abstieg ist vieles zerbrochen“

Sportlich bedeutete dieses Schicksal für die SG Gronau zwar nicht den Anfang vom Ende. Allerdings war ein Wiederaufstieg, wenn auch von vielen erhofft, viele lange Jahre überhaupt kein Thema.

„Nach dem Abstieg in die Kreisliga B ist vieles zerbrochen, was in den folgenden Jahren versucht wurde, wieder aufzubauen. Viele Spieler verließen die Mannschaft“, erinnert sich Mike Schmelz. Auch er selbst wechselte zur Fortuna – und verletzte sich prompt nach nur zwei Wochen.

Nach einer Saison bestimmt durch diesen Nackenschlag kehrte der Abwehrrecke also wieder an den Spechtholtshook zurück, wo sie immer noch mehr in Erinnerungen an die guten alten Zeiten schwelgten.

„Es wurde mehrfach ein Neuanfang gestartet: mit neuem Trainer, neuem Konzept, neuem Team. Die Ambitionen, oben mitspielen zu wollen, waren da. Aber insgesamt hat das Gesamtpaket nie gepasst, um das auch wirklich umzusetzen.“

„Irgendwo im Mittelfeld etablieren“

Mehr als Aufbruchstimmung herrschte dann im vergangenen Sommer, als sich die Schwarz-Weißen an die erfolgreicheren Zeiten mit Carsten Minich und Hüseyin Hosses erinnerten. Dieses Duo krempelte nicht nur den Kader ordentlich um. Offenbar kam auch die Message der Übungsleiter endlich an.

Dass Faik Tan als SG-Urgestein das Trainerteam ergänzte, entpuppte sich zudem als gelungener Schachzug. Wenngleich der Aufstieg am Ende am seidenen Faden hing – er klappte doch. Und nun ist die SG Gronau wieder da, zurück in der Kreisliga A, bereit für das erste Heimspiel seit sechs Jahren Sonntag gegen den FC Oeding (15 Uhr).

„Das ist natürlich etwas Besonderes“, meint Mike Schmelz. „Wir wollen den Zuschauern und unseren Fans weiterhin gute Gründe liefern, uns zu unterstützen.“

Und sein Trainer Carsten Minich ergänzt: „In der B-Liga waren wir meist der Favorit. Da waren Siege am Ende fast eine Selbstverständlichkeit. Jetzt müssen wir uns als Aufsteiger jede Woche neu behaupten. Die Gegner sind andere, das macht die Sache interessant. Auch für die SG-Anhänger, die uns schon beim 0:0 bei SuS Stadtlohn 2 zahlreich unterstützt haben.“

„Man hat im ersten Spiel schon gesehen, dass es in der Liga mehr ums Fußballspielen geht und dass wir da mithalten können“, grätscht Schmelz dazwischen. „Ich hoffe, dass wir uns irgendwo im Mittelfeld etablieren können.“

Ein steiniger Weg

Nach dem bitteren Doppelabstieg begann für die SG Gronau 2012/13 die Leidenszeit in der Kreisliga B. Platz sieben und Platz vier erreichte Schwarz-Weiß in den Folgejahren, sprach bei der Meisterschaft aber kein Wort mit. Rang 13 in der dritten B-Liga-Saison bedeutete den sportlichen Tiefpunkt. Danach wurde es wieder etwas besser, doch als Siebter und 2016/17 als Neunter war die Kreisliga A1 weiterhin komplett außer Sichtweite. Erst 2017/18 passte alles zusammen – auch das nötige Quäntchen Glück. Im letzten Moment von Eintracht Stadtlohn noch von Platz eins gestoßen gelang am 3. Juni über den Umweg DJK Rödder doch die Rückkehr in die A-Liga

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