WN-Halbzeit-Bilanz: SG Gronau
Hinten sind die Schweine fett

Gronau -

Abstiegs- oder Titelkampf? Chancentod oder Tormaschine? Offenes Scheunentor oder Defensivbollwerk? Zusammengefasst: Wie also lief das erste Halbjahr sportlich für die heimischen Fußballvereine? Bevor die Saison fortgesetzt wird, hat sich die WN-Sportredaktion auch in diesem Winter die Clubs zur Brust genommen und alle Zahlen und Serien analysiert. Heute widmen wir uns dem Sorgenkind der A-Liga, der SG Gronau.

Freitag, 22.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 24.02.2019, 10:28 Uhr
Alles noch einmal reinwerfen und bloß nicht vorzeitig abhängen lassen: Für SG Gronaus Spielführer Dani Dirksen (li.) und seine Mitstreiter sieht der Spielplan der Kreisliga A1 gerade am Saisonende noch zahlreiche Gegner aus dem unteren Tabellendrittel vor.
Alles noch einmal reinwerfen und bloß nicht vorzeitig abhängen lassen: Für SG Gronaus Spielführer Dani Dirksen (li.) und seine Mitstreiter sieht der Spielplan der Kreisliga A1 gerade am Saisonende noch zahlreiche Gegner aus dem unteren Tabellendrittel vor. Foto: Angelika Hoof

Dass es für den Aufsteiger nicht einfach werden würden, war ja klar. Dass die Mannschaft mit sehr vielen Neuzugängen etwas Zeit brauchen würde, ebenso. Doch insgeheim hatten sie sich bei SG Gronau sicher etwas mehr als nur diesen letzten Tabellenplatz in der Kreisliga A ausgerechnet. Vielleicht wäre die erste Saisonhälfte ja sogar besser gelaufen, wenn statt der vier Remis gleich zu Beginn ein oder zwei Spiele mit einer guten Portion Glück gewonnen worden wären. Dies geschah nicht – und die Aufstiegseuphorie war dann auch schnell verpufft.

Zahlenspiele

Die Rote Laterne leuchtete im Winter im Spechtholtshook. Lediglich zwölf Punkte sammelte die SG Gronau in 18 Partien. Zu wenig, um den letzten Platz aus dem Weg zu gehen. Drei Mannschaften befinden sich für den Aufsteiger im Kampf um den Klassenerhalt noch in Reichweite: Eintracht Stadtlohn kommt mit bereits einem Match mehr auf dem Konto auf 16 Punkte, ebenso wie Grün-Weiß Lünten, das hingegen eine Partie weniger als die SGler bestritten hat. Und dann muss noch Eintracht Ahaus 2 genannt werden, zwar schon mit 18 Zählern dekoriert, jedoch ebenfalls mit einem Spiel mehr als die Gronauer auf dem Buckel.

Viele Statistiken machen die Mannschaft vom Trainer-Trio Carsten Minich , Hüseyin Hosses und Faik Tan zum Abstiegskandidaten Nummer eins. Mit erst zwei Siegen hat die Spielgemeinschaft so selten wie kein anderes Team gewonnen. Nur 16 erzielte Tore bedeuten den Negativwert in der A-Liga. Kurioserweise sind die Dinkelstädter aber weder in der Heim- noch in der Auswärtstabelle Letzter. Hier findet sich immer noch ein schlechterer Verein. Nur leider eben nicht in der Endabrechnung.

Hoffnung macht derweil die Defensivleistung. 38 Gegentore sind zwar kein Traumwert, liegen aber noch im Bereich des Akzeptablen. Eintracht Stadtlohn etwa kassierte schon 50 Treffer, der FC Ottenstein ist mit 46 Gegentoren in der Verlosung, auch der Ortsrivale von Vorwärts Epe 2 ist hier schlechter (39).

Serientäter

In den ersten sechs Partien sah alles noch danach aus, als könne der Aufsteiger aus dem Spechtholtshook durchaus eine bessere Rolle spielen. Zwar wurde keines dieser sechs Spiele gewonnen, aber auch nur zwei verloren. Vier Mal rangen die Schwarz-Weißen ihren Gegnern ein Unentschieden ab. Sie kassierten bis dato auch nie wirklich eine Packung, maximal zwei Gegentore. Spätestens Ende September steckten die Gronauer dann aber wirklich im Schlamassel.

Mit dem 0:4 beim SV Heek wurden die Niederlagen nun auch deutlicher, zwölf Mal in Serie blieb SG letztendlich ohne eigenen Sieg. Fünf Mal erzielten die Schwarz-Weißen noch nicht einmal ein eigenes Tor. Etwas Hoffnung keimte erst Ende Oktober auf. Gegen Eintracht Stadtlohn wurde beim 2:1 der erste Sieg bejubelt, kurz darauf setzte SG sich auch bei Vorwärts Epe 2 durch (2:0). Insgesamt reichte es für vier Spiele in Folge, in denen acht der zwölf Zähler geholt wurden. Doch das Kalenderjahr 2018 beendete das Team aus dem Spechtholtshook dann doch wieder mit zwei Pleiten gegen Wessum (0:2) und in Oeding (1:5).

Personalfragen

Wenn Dani Dirksen und Cem Sarili mit jeweils drei Treffern schon die besten Torschützen im Lager der Schwarz-Weißen sind, sagt das bereits viel darüber aus, wo der Schuh eben am meisten drückt. Die SG Gronau hat keinen echten Knipser, kreiert zu wenig Chancen, erzwingt selbige auch zu selten.

Ein gebürtiger Gronau, zuletzt in Nordhorn aktiv, soll etwas Abhilfe schaffen: Olavo Alves de Souza heißt einer der Winter-Neuzugänge der Gronauer. Daniel van Keßel kommt von Vorwärts Epe. Und mit Vedran Borovcanin verstärkt ein 37-jähriger Abwehrspieler die Defensive. „Mit seiner Erfahrung wird er uns weiterhelfen“, hofft Coach Carsten Minich. Dazu stößt auch noch Collin Dirksen, Bruder von SG-Kapitän Dani.

WN-Prognose

Dass SG im Nachholspiel gegen den mittlerweile Fünften SuS Stadtlohn 2 das 0:0 der Hinrunde wiederholen kann, ist nicht unbedingt zu erwarten. Aber dann muss gepunktet werden. Beim FC Ottenstein, gegen die Sportfreunde Ammeloe. Vielleicht auch etwas später gegen Heek, ganz sicher allerdings ab 28. April bei Eintracht Stadtlohn, gegen Lünten und dann bei Eintracht Ahaus 2 und gegen Vorwärts Epe 2.

Will heißen: Die Dinkelstädter dürfen den Kontakt nicht komplett abreißen, sich auch von Rückschlägen nicht beeindrucken lassen. Denn der Spielplan sieht vor, dass hinten die Schweine fett sind. Noch ist alles möglich. Aber der Abstieg wird nur vermieden, wenn SG Gronau vorne nicht weiter so harmlos auftritt wie bisher. Vielleicht helfen dabei ja auch die Neuzugänge.

Vor dem Anpfiff

„Wer Sonntag immer noch nicht brennt, dem kann ich dann wirklich nicht mehr helfen.“ Faik Tan nicht nur auf den Abstiegskampf in der Kreisliga A1 an. „Unsere geplanten Testspiele sind der Reihe nach ausgefallen. Die Jungs sind heiß auf dieses Spiel“, sagt der Trainer von Tabellenschlusslicht SG Gronau vor dem Match gegen SuS Stadtlohn 2, das morgen um 15 Uhr angepfiffen wird. Im Hinspiel erkämpfte sich Gronau ein respektables 0:0 gegen den Tabellenfünften. Danach trennten sich die Wege beider A-Liga-Teams. SG muss jetzt eine Aufholjagd starten.

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