Fußball: Staffeltag Kreis Ahaus/Coesfeld
„Es muss etwas passieren!“

Legden -

Offen und konstruktiv diskutiert wurde auf dem Staffeltag der Kreisligen am Montag im Hotel Hermannshöhe in Legden. Erst gegen Ende der rund 90-minütigen Spielzeit wurde die Stimmung ein wenig intensiver. Denn die Zahlen, die der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA) präsentierte, stimmten die Vereinsvertreter schon nachdenklich.

Mittwoch, 17.07.2019, 18:00 Uhr
Bild der Titelträger: Manfred Nieland (Staffelleiter Nord, li.) und Horst Dastig (Staffelleiter Süd, re.) ehrten Fernando Hoegen (2. Vorsitzender), Yannick Terhaar (Leiter Finanzen und Verwaltung, beide VfB Alstätte), Werner Sander (SuS Olfen, Abteilungsleiter), Sven Terglane (FC Epe II, Sportlicher Leiter Senioren), Alexander Höing (SV Gescher 2, spielender Co-Trainer), Daniel Scheidle (FC Vreden 2, Seniorenobmann), Erwin Lütke-Wenning (SV Eggerode, Mannschaftsverantwortlicher), Joachim Geerdes (Eintracht Ahaus 3, Geschäftsführer) sowie Markus Fleige (DJK Rödder 2, Geschäftsführer, von links). Ein Vertreter vom F.C. Turo d’Izlo (Meister Kreisliga D1) war nicht anwesend.
Bild der Titelträger: Manfred Nieland (Staffelleiter Nord, li.) und Horst Dastig (Staffelleiter Süd, re.) ehrten Fernando Hoegen (2. Vorsitzender), Yannick Terhaar (Leiter Finanzen und Verwaltung, beide VfB Alstätte), Werner Sander (SuS Olfen, Abteilungsleiter), Sven Terglane (FC Epe II, Sportlicher Leiter Senioren), Alexander Höing (SV Gescher 2, spielender Co-Trainer), Daniel Scheidle (FC Vreden 2, Seniorenobmann), Erwin Lütke-Wenning (SV Eggerode, Mannschaftsverantwortlicher), Joachim Geerdes (Eintracht Ahaus 3, Geschäftsführer) sowie Markus Fleige (DJK Rödder 2, Geschäftsführer, von links). Ein Vertreter vom F.C. Turo d’Izlo (Meister Kreisliga D1) war nicht anwesend. Foto: Michael Schley

„Uns sind im Laufe eines Jahres 50 Schiedsrichter verloren gegangen.“ Paulo Goncalves legte nach der Vorstellung der aktuellen Regeländerungen die Fakten auf den Tisch. Unter diesen Abgängen seien auch viele junge Schiedsrichter, die vor allem eines nicht mehr wollten: „Sich beschimpfen lassen.“ Er knüpfte damit an die Worte des Vorsitzenden des Kreissportgerichts, Berni Langener , an, der von „zunehmend raueren Umgangstönen gerade von außen durch Zuschauer und Eltern“ berichtete. „Es muss etwas passieren“, so lautete der eindringliche Appell von Goncalves an die Vereine, etwas zu tun gegen diese Entwicklung und „offensiv zu werben“.

Erfolgreich seien vor allem die Vereine mit aktiven Obmännern für die Unparteiischen. Zum am 21. August beginnenden Anwärterlehrgang in Seppenrade hätte sich erst ein einziger Kandidat angemeldet. „Wenn Sie Unterstützung brauchen, sprechen Sie uns im KSA an“, bot der Schiedsrichter-Chef weiter Hilfestellung an. Das Szenario, künftig womöglich schon keine C-Liga-Spiele mehr offiziell besetzen zu können, gelte es unbedingt zu vermeiden.

Pyrotechnik eine „zunehmende Unsitte“

Von einer weiteren „zunehmenden Unsitte“ berichtete Langener weiter: Pyrotechnik. „Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Straftatbestand, da werden wir weiter rigoros vorgehen“, so Langener, der gar einen Fall hatte anführen können, bei dem ein Leuchtkörper in den Innenraum geworfen worden war: „Da wurden Menschen gefährdet, das ist kriminell und unverantwortlich.“ Dass der Einfluss durch die Vereine nur begrenzt sei, erkannte er an. Der Kreisvorsitzende Willy Westphal erinnerte allerdings daran, dass es sich bei den Verursachern überwiegend um Jugendliche handele, „die in unseren Vereinen Fußball spielen“. „Und da können wir ganz bestimmt Einfluss nehmen, da sind wir in der Pflicht.“

Westphal konnte aber auch positive Aspekte anführen. So stellte er den Anwesendenden Ausschuss für Vereins- und Kreisentwicklung vor – mit der Vorsitzenden Christel Behmenburg und auch zwei Vereinsvertretern, unter anderen Günter Boll von der DJK Eintracht Stadtlohn. Hilfe solle den Vereinen angeboten werden „von der Basis für die Basis“, um diese zukunftsfähig zu machen. Netzwerke schaffen, den Dialog über Vorstandstreffs suchen – nur zwei von vielen Ideen, um auch „mal neue Wege zu gehen“. „Wir haben da in den vergangenen sechs Jahren schon viel vorgearbeitet im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld und sind auch schon einen Schritt weiter“, freute sich Westphal und wies auf die nächste Veranstaltung am 10. September in Coesfeld zum Thema „Neue Rechts- und Verfahrensordnung“ hin.

Anpassung des Terminplans „gut angenommen“

Ebenso berichtete Westphal von der guten Resonanz auf den Arbeitstagungen. „Ich denke, dass wir da konstruktiv miteinander umgehen und diskutieren“, nannte der Kreisvorsitzende das Beispiel der „gut angenommenen“ Anpassung des Rahmenterminplans mit zwei vorgezogenen Spielen der Rückserie in den Kreisligen. Spannend würde es, wenn der 3. Oktober, einer der Spieltage außer der Reihe, in den kommenden Jahren auf ein Wochenende falle: „Dann müssen wir gegebenenfalls noch einmal neu diskutieren, denn dann sind zwei echte Wochenspieltage bei dieser Regelung unausweichlich.“

Einige gerade für die Vereine spannende Ansätze nannte Horst Dastig, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, im Ausblick auf die kommende Saison 2019/20. So können künftig von der B- bis zur D-Liga gleich vier Spieler beliebig ein- und wieder ausgewechselt werden, in Freundschaftsspielen gar eine vorher abgestimmte Zahl beliebig mehr. Eine Sperre nach der fünften Gelben Karte gilt künftig nicht mehr für Entscheidungsspiele (analog zu Pokalspielen). Und: Partien können in Abstimmung auch nach hinten verlegt werden – bis maximal donnerstags nach dem Spieltermin am Sonntag. Allerdings nur bis zum 1. Mai. In Sachen Spielverlegungen appellierte Willy Westphal noch einmal an die Fairness der Vereine – und an den Weitblick der Verantwortlichen (Zehn-Tage-Frist): „Ansonsten gilt wie immer: Nehmen Sie den Hörer in die Hand und sprechen mit uns und untereinander.“

Gebühr für Trikotwerbung entfällt

Westphal hatte ein weiteres „Bonbon“ parat: Die Gebühr für die Anmeldung der Trikotwerbung entfällt künftig, nicht allerdings die Pflicht zur Anmeldung bis zum 30. September. Zum Abschluss ermunterte er noch einmal die Vereine, Kandidaten für die Aktion „Junge Helden“ zu melden. Denn in einem Punkt waren sich alle Berichterstatter einig: Die Wertschätzung für das Ehrenamt ist wichtiger denn je.

Mit dem Hinweis auf viele Vereinsjubiläen in diesem und im nächsten Jahr entließ der Kreisvorsitzende die Vereinsvertreter in die neue Saison – die vergangene konnte Schlag 20 Uhr abgeschlossen werden.

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