Fußball: Bezirksliga
Hilgemann freut sich auf die VfB-Familie in Alstätte

Alstätte -

Herausforderungen scheut Niklas Hilgemann nicht. Beim VfB Alstätte steigt der gebürtige Ahauser ab Sommer nicht nur als Spieler, sondern erstmals auch als Trainer ein. Doch das bleiben nicht die einzigen neuen Aufgaben.

Mittwoch, 03.02.2021, 18:38 Uhr
Möchte auch im Dress des VfB Alstätte eine gute Figur machen: Niklas Hilgemann.
Möchte auch im Dress des VfB Alstätte eine gute Figur machen: Niklas Hilgemann. Foto: Keirat

Ein Akteur, aber zwei Aufgaben, die auf ihn warten. Niklas Hilgemann soll in der kommenden Saison dem VfB Alstätte Taktik und Ausrichtung als Trainer vorgeben, dem Team aber auch auf dem Spielfeld Qualität verleihen. Und das gleich bei seiner Premiere als (Spieler-)Trainer.

Doch so groß wird der Druck beim Fußball-Bezirksligisten wohl doch nicht. Zumindest macht sich Hilgemann, der noch bis zum Saisonende bei der SpVgg Vreden aktiv ist, keinen. „Ich mache das ja nicht alleine, sondern zusammen mit Dirk Haveloh. Er bringt sein theoretisches Wissen ein, ich die Praxis mit.“ Der aktuelle Co-Trainer spielt mit ihm dann Doppelpass. Beruflich haben die beiden Banker als Arbeitskollegen schon Erfahrungen damit gesammelt. „Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Wir werden uns die Bälle zuspielen“, versichert der gebürtige Ahauser. Eine konkrete Detailplanung und Arbeitsteilung gibt es noch nicht.

Wohl aber Vorstellungen. „Wir werden beide unsere Einflüsse haben, sicher auch kontrovers diskutieren. Aber Reibung führt oft zu konstruktiven Ergebnissen. Wir werden aber immer nach außen eine Meinung vertreten“, stellt der 28-Jährige klar. Eine gewisse Vorfreude kann er nicht verhehlen. „Der VfB ist ein familiärer Verein, dessen Spiele gut besucht sind“, sagt er warum.

Frühe Stippvisite auf Schalke

Wo er sich auf dem Feld sieht, ist hingegen eher unklar. „Dort, wo ich der Mannschaft helfen kann“, sagt er ziemlich professionell, fast bescheiden. Dabei bringt der eigentliche Mittelfeldspieler einiges mit. Grundsätzlich sieht er sich in der Offensive, hat in der Westfalenliga aber auch schon rechts verteidigt. Nach den Anfängen in Ahaus ging es für ihn in die D-Jugend des FC Schalke 04, ab der C-Jugend im Nachwuchsbereich der SuS Stadtlohn weiter, der auch im Seniorenbereich die erste Station war. Die nächste war und ist Vreden, wo er in der noch laufenden Spielzeit sieben Mal zum Einsatz kam.

Aber Sommer dieses Jahres wird es für den VfB sein. Verbunden mit den ersten Schritten als Teilzeit-Trainer. Aber ohne Lizenz. Auch an einen Erwerb denkt er nicht. Wenngleich Ex-Oberligaspielern per Crashkurs das Zertifikat ermöglicht wird. Hilgemann sieht sich aber auch so gewappnet. Ob in Stadtlohn oder in Vreden fungierte er als Kapitän. Das soll ihm helfen: „Da habe ich Aufgaben wahrgenommen, die denen eines Trainers schon nahekamen“.

Ich traue mir das zu.

Niklas Hilgemann, künftiger Trainer des VfB Alstätte

Nicht zu verwechseln mit Zufriedenheit. Schließlich charakterisiert sich Hilgemann als selbstkritisch und ehrgeizig. Die Entdeckung des Halbmarathons während des Lockdowns ist ein Beleg dafür. Der künftige VfB-Zugang ist aber auch Realist. „Bei einer Mannschaft wie die des VfB, die aus Einheimischen besteht, ist immer der Klassenerhalt das Ziel. Alles andere wäre vermessen.“ Vorgestellt hat er sich, gemeinsam mit dem künftigen Trainerpartner auch Gespräche mit dem aktuellen Kader geführt. Mit positivem Ergebnis – der Kader bleibt zusammen. „Es gilt, die gute Arbeit von Markus Krüchting fortzusetzen, das Potenzial der Jungs zu nutzen und eine junge Truppe weiter zu formen. Klingt schon wieder nach Herausforderung.

Bleibt aber nicht die letzte. Ab März beginnt er in Münster zusätzlich ein Studium. Aber eine Bündelung von Aufgaben scheut er ja nicht, versteht sie höchstens als Anreiz. Auch deshalb sagt er wohl: „Ich traue mir das zu.“ Gemeint ist Beruf, Studium – und Fußball.

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