Linienrichter beim Fußball: Was dürfen sie, was nicht?
Der Mann mit der Fahne in der Hand

Kreis Steinfurt -

Schiedsrichter sind im Fußballkreis Steinfurt Mangelware – das ist bekannt. Hinsichtlich der Besetzung des Postens an der Linie, bei den Linienrichtern, offiziell Assistenten, haben die Unparteiischen in unseren Breiten keine Probleme. Ob Karl „Charly“ Haase, früher bei Preußen Borghorst, Klaus Voss beim TuS Laer oder Frank Mulder bei Arminia Ochtrup, auf dieser Position sind die meisten Vereine gut aufgestellt.

Dienstag, 28.02.2017, 14:02 Uhr

Na, ob der Ball wohl im Aus war? Christof Brüggemann musste beim Testspiel seiner Piggen bei SuS Neuenkirchen II selbst zur Fahne greifen. Das Coaching fiel damit für ihn flach. Einer, der über Jahre bei den Preußen die Fahne in der Hand hatte, war Karl Haase (kl. Bild), auch wenn er sie hier hinterm Rücken versteckt.
Na, ob der Ball wohl im Aus war? Christof Brüggemann musste beim Testspiel seiner Piggen bei SuS Neuenkirchen II selbst zur Fahne greifen. Das Coaching fiel damit für ihn flach. Einer, der über Jahre bei den Preußen die Fahne in der Hand hatte, war Karl Haase (kl. Bild), auch wenn er sie hier hinterm Rücken versteckt. Foto: Thomas Strack

Schiedsrichter sind im Fußballkreis Steinfurt Mangelware – das ist bekannt. Hinsichtlich der Besetzung des Postens an der Linie, bei den Linienrichtern , offiziell als Assistenten bezeichnet, haben die Unparteiischen in unseren Breiten allerdings keine Probleme. Ob Karl „Charly“ Haase, früher bei Preußen Borghorst, Klaus Voss beim TuS Laer oder Frank Mulder bei Arminia Ochtrup, auf dieser Position sind die meisten Vereine gut aufgestellt. Ganz selten muss ein Spieler oder gar der Trainer selbst zur Fahne greifen und diese Aufgabe erfüllen – zumindest nicht in der Bezirks- und Kreisliga A, wo die Meisterschaftsspiele ohne offizielle Assis ausgetragen werden.

„Die meisten Vereine haben feste Leute als Linienrichter“, weiß Kreisschiedsrichterobmann (KSO) Jürgen Lütkehaus. „Mit denen habe ich nur gute Erfahrung gemacht“, ergänzt Schiedsrichter Klaas Meinert vom Skiclub Rheine. „Der von Ochtrup ist top, der Frühere von Horstmar auch. Wenn der Abseits angezeigt hat, habe ich mich nicht mehr getraut, was anderes zu pfeifen“, sagt Meinert. Auf Kreisebene sei das „ein sehr gutes Zusammenspiel“. Problematisch, so Meinert, seien Spieler als Assis, vor allem jüngere, weil die meistens „keinen Bock auf den Job“ hätten.

Aber was dürfen, respektive sollen diese Assis überhaupt anzeigen? Eine Abseitsstellung melden, dürfen sie streng genommen nämlich nicht. „Sie müssen anzeigen, wenn sich der Ball im Aus befindet, nicht mehr und nicht weniger“, stellt der KSO klipp und klar heraus. Offiziell dürfen sie auch nicht die Richtung anzeigen, in die weitergespielt werden soll. „Eigentlich“, schränkt Lütkehaus ein, denn „wenn ich vor dem Spiel mit dem Linienrichter Kontakt aufnehme und ihn darum bitte, weil er näher am Geschehen ist, dann ist das in Ordnung.“

Problematisch ist es auch, wenn ein Trainer die Fahne in der Hand hat. „Dann ist er kein Trainer mehr, sondern Linienrichter und darf auch nicht mehr Anweisungen an seine Spieler geben“, klärt Lütkehaus auf.

Sollte ein Verein bei einem Spiel mal keinen Linienrichter stellen können, trägt der Referee das im Spielbericht ein und es gibt ein Ordnungsgeld. Kommt aber selten vor.

Die meisten Assistenten der Vereine machen den Job schon „ewig und drei Tage“, so wie Voss oder Mulder. „Klaus würde es im Traum nicht einfallen, unsere Mannschaft zu bevorteilen“, sagt Laers Trainer Markus Pels über seinen Mann. „Ello macht den Job auch schon ewig, ist absolut zuverlässig und hat eine Bierruhe“, ergänzt Ochtrups Coach Schulten. Nach eigenem Bekunden würde Frank Mulder sogar mit der Fahne in der Hand in Rente gehen wollen.

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