Fußball: Landesliga
Fußball-Landesliga 4: Keine Klasse, in der man bleibt

Altenberge/Steinfurt -

Der TuS Altenberge fühlt sich in der Landesliga pudelwohl. Setzt das Team aus dem Hügeldorf seinen Höhenflug fort, könnte es einer der besten Aufsteiger der vergangenen Dekade werden. Das verrät ein interessanter Blick auf die Statistik.

Mittwoch, 11.04.2018, 10:04 Uhr

An die raue Luft in der Fußball-Landesliga hat sich der TuS Altenberge (grüne Trikots) rasch gewöhnt. Der Aufsteiger behauptet sich in der Zwischenbilanz auf dem vierten Platz.
An die raue Luft in der Fußball-Landesliga hat sich der TuS Altenberge (grüne Trikots) rasch gewöhnt. Der Aufsteiger behauptet sich in der Zwischenbilanz auf dem vierten Platz. Foto: Thomas Strack

Für den TuS Altenberge lässt sich das Jahr wahrlich gut an. Sieben Spiele absolvierte das Team von Trainer Florian Reckels in 2018. Nur eines davon verlor es, und zwar das gegen den Tabellenzweiten SV Mesum mit 0:1. Sieben Spieltage vor Saisonende behaupten sich die Altenberger auf einem höchst respektablen vierten Platz. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der TuS zu einem der besten Landesliga-Aufsteiger der vergangenen zehn Jahre avancieren könnte, wie ein Blick in die Fußball-Historie veranschaulicht.

Roland Westers ist ein höchst akribisch denkender und arbeitender Mensch. Das nicht nur in seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Gymnasialpädagoge, sondern auch als Trainer des Landesliga-Spitzenreiters Borussia Emsdetten. Und wenn sein Heimatclub einmal nicht spielt, nutzt Westers die Zeit gerne, um benachbarten Vereinen einen Besuch abzustatten. „Wir mussten uns ganz schön warm anziehen, um gegen den TuS Altenberge einen Punkt zu behalten“, sagte er unlängst, als er auf das 1:1 im Nachholspiel zwischen Borussia und dem TuS am 18. Februar abhob.

Damals hatten sich die Altenberger – wie schon oft in dieser Saison – von ihrer besten Seiten gezeigt. Westers verriet denn auch keine großen Geheimnisse, als er offenlegte, was die Stärke des Aufsteigers ausmacht. „Der TuS hat nicht einmal überragende Einzelspieler. Dafür funktionieren die Altenberger als Team so gut wie kaum ein anderes, und das macht sie so stark.“ In der Zwischenabrechnung bedeutet das Platz vier mit einem Torverhältnis von 48:33 und 37 Punkten.

Blickt man auf die vergangenen zehn Spielzeiten zurück, so zeigt sich, dass nur der SV Zweckel als Tabellendritter der Saison 2009/10 sowie die Spielvereinigung Beckum als Meister der vergangenen Serie besser waren. Exklusivität ist im Fall der Beckumer ein klassisches Alleinstellungsmerkmal, weil die Elf aus der Zementstadt als bislang einziges Team der vergangenen Dekade den Durchmarsch von der Bezirks- in die Westfalenliga geschafft hatte. Zu den stärksten Landesliga-Aufsteigern der jüngsten Vergangenheit zählen auch der SC Preußen Lengerich und der TSV Marl-Hüls. Die Clubs wurden in 2016 und 2012 jeweils Vierter.

Es gibt eine Mannschaft, die das Geschehen der Fußball-Landesliga wie kein anderes mitgestaltet hat. Das war der SV Mesum, der mit Ausnahme eines einjährigen Intermezzos in der Verbandsliga in 2009/10 sämtliche Jahre in der Landesliga verbrachte. Insofern sind die Mesumer – im übertragenen Sinn – das Gesicht der Liga in der Zeit zwischen 2007 und 2017/18.

Bemerkenswert ist das insofern, weil die dritthöchste Spielklasse innerhalb des Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) ansonsten von hoher Fluktuation geprägt ist. Für manche Clubs ist es eine Durchgangsstation nach oben, wie etwa für den 1. FC Gievenbeck, der sich nach kontinuierlicher Aufbauarbeit inzwischen wieder in Richtung Oberliga orientiert.

Auf der anderen Seite gab es aber auch Vereine, für die mit dem Aufstieg in die Landesliga das Ende der Fahnenstange erreicht war. Wobei die überwiegende Zahl der Aufsteiger im ersten Jahr die Klasse hielt. Offenbar bewahrheitet sich auch in der Landesliga das Sprichwort, wonach nicht das erste, sondern vielmehr das zweite Jahr in einer neuen Spielklasse das schwierigste ist. Von den 34 Vereinen, die zwischen 2007 und 2017 Neuland in der Landesliga betraten, mussten sich am Saisonende nur sechs wieder postwendend in Richtung Bezirksliga verabschieden. Das waren neben Vorwärts Epe Union Lüdinghausen, Vestia Disteln, SV Gescher, TSG Dülmen und RW Deuten.

Bemerkenswert ist ferner, dass sich die drei Aufsteiger der Saison 2011/11, darunter auch Preußen Borghorst, vor dem Hintergrund der anstehenden Liga-Strukturreform locker behaupteten. Zu Beginn der Saison 2012/13 wurde die Zahl der Landesliga-Staffeln im Bereich des FLVW von fünf auf vier zurückgeführt, weshalb es in der Saison zuvor zu einem vermehrten Abstieg gekommen war.

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