Leichtathletik: Sebastian Schlusens denkwürdige Erlebnisse beim Berlin-Marathon
Ein Foto mit dem Weltrekordler

Kreis Steinfurt -

Sebastian Schlusen erlebte am Sonntag beim Berlin-Marathon, wie ein Kapitel Sportgeschichte geschrieben wurde. Am Ende der Veranstaltung hatte er sogar noch ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

Donnerstag, 20.09.2018, 11:32 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 18:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 11:32 Uhr
Der Kenianer Eliud Kipchogo freute sich nach seinem neuen Fabel-Weltrekord beim Berlin-Marathon über 120 000 Euro Siegprämie, Sebastian Schlusen vom TuS Germania Horstmar über eine Medaille.
Der Kenianer Eliud Kipchogo freute sich nach seinem neuen Fabel-Weltrekord beim Berlin-Marathon über 120 000 Euro Siegprämie, Sebastian Schlusen vom TuS Germania Horstmar über eine Medaille. Foto: dpa

Der 16. September war gewiss ein Tag, an dem ein Kapitel Sportgeschichte geschrieben wurde. Mit 2:01:39 Stunden lief der Kenianer Eliud Kipchoge beim Berlin-Marathon eine Zeit, die selbst Weltrekord-Vorgänger für schier unerreichbar hielten. Unter den 44 000 Startern befand sich auch Sebastian Schlusen vom TuS Germania Horstmar. In einem Wettbewerb erlebte er, was der Körper selbst eines marathonaffinen Sportlers mit einem anstellt, wenn er sich den gleichen Belastungen aussetzt, die Kipchoga auf dem Berliner Asphalt zum Weltrekord getragen haben.

Schlusen war schon am Freitag nach Berlin gereist, um Vorbereitungen für die Hatz über 42,195 Kilometer am Sonntag zu treffen. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof bot sich ihm im Rahmen einer Marathon-Messe die Möglichkeit, an einer Challenge teilzunehmen, bei der die Probanden 400 oder 800 Meter mit einer programmierten Laufgeschwindigkeit von 21 km/h zurückzulegen hatten. Das entsprach in etwa dem zu erwartenden durchschnittlichen Tempo, das der spätere Sieger zurücklegen würde.

„Ich musste schon nach 200 Metern dem Tempo Tribut zollen und aufgeben. Es war mörderisch“, befand Schlusen. Er ist Marathoni mit Leib und Seele. Als durchaus ambitionierter Hobby-Ausdauerathlet legt er die Marathon-Distanz in weniger als drei Stunden zurück. Doch unter der vorgegebenen Laufgeschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde und den dadurch ausgelösten Belastungen streikte sein Körper schon nach 200 Metern. „Für mich stellte die Geschwindigkeit bereits einen Vollsprint dar“, räumte er ein. Und fügte hinzu, dass angesichts dieser Erfahrung das Tempo des neuen Weltmeisters mit noch größerem Respekt zu genießen sei.

Kipchoge verbesserte mit seiner Zeit von 2:01,39 Stunden den 2014 von seinem Landsmann Dennis Kimetto aufgestellten Weltrekord nicht nur um Sekunden, sondern um 1:18 Minuten – das gleicht auf dieser Ebene absoluter Höchstleistungen einem sportlichen Quantensprung. Und heruntergebrochen auf 100 Meter legte der 33-jährige Olympiasieger diese Sprintdistanz in 17,3 Sekunden zurück – das nicht einmal, sondern 422 Mal.

Zum Vergleich: Wer sich 2016 an der Deutschen Sporthochschule in Köln, der Elite-Universität für angehende Sportwissenschaftler, für ein Studium einschreiben wollte, musste in der Eignungsprüfung die 100 Meter in 13,4 (Männer) oder 15,5 (Frauen) Sekunden bewältigen. Gemessen an diesen Werten durchlief Kipchoge die 42,195 Kilometer nahezu im Vollsprint. Der deutsche Rekord liegt bei 2:08:33 Stunden, den Arne Gabius (LT Haspa Hamburg) am 25. Oktober 2015 in Frankfurt aufgestellt hatte.

Auch für Sebastian Schlusen sah es anfangs nach einer persönlichen Bestzeit um die 2:50:00 Stunden aus, denn er kam gut ins Rennen. Dann aber wurden seine Beine immer schwerer, und er verlor stetig an Tempo.

Angefeuert durch die Mengen am Brandenburger Tor verhalf ihm das noch einmal zu einer Tempoverschärfung, sodass er das Ziel nach 2:58:49 Stunden erreichte. 4:14 Minuten pro Kilometer und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,16 km/h bescherten ihm Platz 1406 von 40 775 Startern in der Gesamtwertung. In der Altersklassenwertung M30 erreichte er damit Platz 324. Als Lohn gab es bei der Abschlussparty ein wahrlich begehrenswertes Andenken: ein gemeinsames Foto mit Weltrekordhalter Kipchoge.

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