Jahreshauptversammlungen im Februar oder März fallen ins Wasser
Am liebsten mit Anwesenden

Kreis Steinfurt -

Die Monate Februar und März sind bei vielen Sportvereinen die Monate der Jahreshauptversammlung. Angesichts der immer grassierenden Pandemie scheint dieser Termin kaum einzuhalten zu sein, eine Verlegung ist unumgänglich. Wie gehen die Vereine aus dem Verbreitungsgebiet von WN und Tageblatt damit um?

Donnerstag, 18.02.2021, 15:31 Uhr
Ganz so gut besucht wie hier die Fusionsversammlung des Borghorster FC im November 2019 sind die meisten Mitgliederversammlungen der Vereine nicht, dennoch sind sie ein wichtiges Instrument der Vereinsführung und Wertschätzung der Vorstandsarbeit. Für Karl-Heinz Brinkert (kl. Bild, l., BFC), Michael Denkler (M., Westfalia Leer) und Dr. Thomas Keßler (r., TuS Altenberge) ist – wie für alle anderen Vereinsvorsitzenden ebenso – eine Online-Versammlung nicht vorstellbar.
Ganz so gut besucht wie hier die Fusionsversammlung des Borghorster FC im November 2019 sind die meisten Mitgliederversammlungen der Vereine nicht, dennoch sind sie ein wichtiges Instrument der Vereinsführung und Wertschätzung der Vorstandsarbeit. Für Karl-Heinz Brinkert (kl. Bild, l., BFC), Michael Denkler (M., Westfalia Leer) und Dr. Thomas Keßler (r., TuS Altenberge) ist – wie für alle anderen Vereinsvorsitzenden ebenso – eine Online-Versammlung nicht vorstellbar. Foto: Thomas Strack

Wenn die ersten Pflänzchen zart aus dem Boden kriechen und der Boden nicht mehr gefroren ist, dann laden auch die meisten Sportvereine ihre Mitglieder ein und halten ihre Jahreshauptversammlungen ab. Rechenschaft übers vergangene Sportjahr, Kassen- und Abteilungsberichte und der Wirtschaftsplan fürs laufende Jahr werden den Anwesenden – in der Regel und zum Bedauern des Vorstands meist nicht sehr viele – vorgelegt. Vielfach stehen auch Wahlen auf dem Programm, sei es zum Vorsitzenden oder eines neuen Kassenwarts.

Beim TB Burgsteinfurt werden die 1531 Mitglieder laut Satzung Ende März, Anfang April an die Wahlurnen gebeten, „je nach dem wie Ostern liegt“, sagt Dörte Michels vom Vorstand des TB. Ende September hat coronabedingt die letze JHV der Stemmerter stattgefunden, für den 19. Mai ist nun die nächste geplant. „Es stehen Wahlen auf der Tagesordnung, das Martin-Luther-Haus habe ich bereits gebucht. Wir könnten die Versammlung auch über Zoom durchführen wie es der KSB macht, aber Präsenz ist mir einfach lieber“, ergänzt die TB-Vorständlerin.

Beim TV Borghorst (1670 Mitglieder) sollte die Versammlung „möglichst im ersten Quartal des Jahres“ über die Bühne gehen, aber „das wird wohl nichts“, sagt der Erste Vorsitzende Carsten Blanke . Zunächst angedacht war Ende April, doch auch hier „müssen wir erst mal eine Lokalität in der entsprechenden Größenordnung finden“, rechnet Blanke mit mehr Andrang als gewöhnlich. Der Grund: Es stehen Wahlen zum Vorstand auf dem Programm. Schlussendlich klappt es am 24. ­April, wo sich nun die gesammelte TVB-Familie in der Gaststätte Börger (Gantenstraße) treffen kann.

TuS Altenberges Erster Vorsitzender Thomas Keßler , der bei seinem Verein 1950 Mitglieder einladen muss, hat zum Glück keine Vorstandswahlen anstehen. „Eigentlich wäre der zweite Sonntag im März unser Termin, aber daraus wird nichts. Die Versammlung wird verschoben. Online wollen wir sie nicht durchführen. Einen neuen Termin haben wir noch nicht. Wir wollen die Coronasituation erst noch abwarten“, üben sich Keßler und sein Vorstand in Geduld.

In der zweiten Maihälfte steht beim TuS Germania Horstmar die Mitgliederversammlung auf dem Programm. Im vorigen Jahr mussten die 1350 Mitglieder des TuS auf diese verzichten. „Ob sie in diesem Jahr abgehalten werden kann, ist fraglich“, glaubt Wilfried Fier, der Erste Vorsitzende des TuS, noch nicht so richtig daran. Einer Versammlung als Videokonferenz steht er kritisch gegenüber, zumal Entscheidungen oder Abstimmungen auf diesem Wege nicht erlaubt seien.

Beim TuS Laer 08 will der Vorstand seinen 1300 Mitgliedern den 24. Oktober als Termin für die Versammlung vorschlagen. Laut Satzung sei dies möglich, sagt der TuS-Vorsitzende Thomas Schwier. Im März sei eine JHV nicht durchführbar. „Wir können frei verlegen, aber die Räumlichkeiten stellen ein Problem dar, weil wir alle zwei Jahre auch Wahlen durchführen, und in diesem Jahr steht der gesamte Vorstand zur Wahl“, rechnet Schwier mit einem größeren Andrang bei der Mitgliederversammlung.

Beim SV Burgsteinfurt können sich die 900 Mitglieder den 28. Mai im Kalender rot anstreichen. „Zur Not machen wir die Versammlung sogar draußen“, sagt SVB-Chef Jörg Hülsey, denn da auf der im vorigen Jahr ausgefallenen Versammlung einer seiner Stellvertreter neu hätte gewählt werden müssen, stehen in 2021 alle drei Vorstandsposten zur Wahl an.

Beim frisch gegründeten Borghorster FC (1016 Mitglieder) stehen keinen Wahlen auf der Agenda, insofern ist es nicht dramatisch, dass die für Ende März avisierte Versammlung in den Sommer verschoben wird. „Ob es dann was wird, müssen wir abwarten. Online machen wir das auf keinen Fall, da wir viele ältere Mitglieder haben. Wir wollen schon eine Präsenzveranstaltung durchführen“, sagt Karl-Heinz Brinkert vom Vorstand des BFC.

Bei Westfalia Leer (750 Mitglieder) leitet nach dem plötzlichen Tod von Thomas Selker jetzt der zweite Vorsitzende, Michael Denkler, kommissarisch die Geschäfte. „Noch einmal verschieben können wir die Versammlung nicht. Wir peilen auf jeden Fall in diesem Jahr eine an, möglicherweise sogar als Freiluftveranstaltung“, wollen Denkler und der Westfalia-Vorstand in diesem Jahr auf jeden Fall einen neuen Ersten Vorsitzenden wählen.

Der FC Schwarz-Weiß Weiner wurde 1971 gegründet und würde in diesem Jahr sein 50-Jähriges feiern. „Schnellstmöglich“, sagt Tobias Bußmann, der Erste Vorsitzende der Schwarz-Weißen (450 Mitglieder), soll die Mitgliederversammlung über die Bühne gehen. Eigentlich sei diese für März oder April vorgesehen, aber diesen Termin könne man wohl nicht einhalten.

Die Mitglieder von Matellia Metelen (985) hätten bei der im 2020 ausgefallenen Versammlung den Hauptgeschäftsführer und den Kassierer neu wählen müssen. Da diese Versammlung jedoch der Pandemie zum Opfer gefallen war, wie Geschäftsführer Klaus Rengbers mitteilt, stehen diese beiden Positionen für die nächste Versammlung auf dem Plan. „Wann die sein wird, wissen wir noch nicht. In der Regel findet die Mitgliederversammlung bei uns im N­­­­­ovember­ oder Dezember statt. Aktuell haben wir noch keine Planung, wie wir das machen können“, sagt Rengbers.

Ochtrups 905 Fußballer des FSV haben im vorigen Jahr im Sommer bereits einen Vorstand wählen müssen. Daher, so Michael Schmidt, der Erste Vorsitzende des FSV, stünden für 2021 keine Wahlen auf dem Programm. „Wir sind zeitlich flexibel was die Durchführung einer Mitgliederversammlung betrifft, wollen die aber auf jeden Fall als Präsenzveranstaltung abhalten, wahrscheinlich wieder im Sommer“, sagt Schmidt.

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