Fußball: DFB auf der Suche nach einem Nachfolger für Jogi Löw
Und wenn‘s der Loddar macht?

Ochtrup/Steinfurt/Nordwalde -

Joachim Löw legt nach der Europameisterschaft im Sommer sein Amt als Bundestrainer nieder. Aber wer soll ihm nachfolgen? Die Sportredaktion der Westfälischen Nachrichten holte sich Meinungen ein.

Donnerstag, 11.03.2021, 16:29 Uhr aktualisiert: 11.03.2021, 16:32 Uhr
Joachim Löw wird die Europameisterschaft noch machen, doch dann zieht er sich als Bundestrainer aus dem Geschäft zurück.
Joachim Löw wird die Europameisterschaft noch machen, doch dann zieht er sich als Bundestrainer aus dem Geschäft zurück. Foto: Marius Becker/dpa

Beim Deutschen Fußballbund ( DFB ) ist ein Posten frei geworden. Nicht irgendeiner wie Beisitzer oder Kassierer, sondern der des Bundestrainers. Joachim Löw will nicht mehr und hat verkündet, dass für ihn nach der Europameisterschaft in diesem Jahr (11. Juni Eröffnungsspiel, Olympiastadion Rom, bis 11. Juli Endspiel, Wembley-Stadion London) Schluss ist. Ob der Zeitpunkt günstig gewählt ist oder nicht, wurde bereits hinreichend diskutiert. Auch die Frage, wer als sein Nachfolger der beste wäre, steht seit Löws Ankündigung im Mittelpunkt der meisten Experten- und Stammtischgespräche. Lothar Matthäus will irgendwie keiner, Mehmet Scholl ist verbal zu unbequem, und Jürgen Klopp hat bereits abgewunken.

Wen favorisieren die heimischen Trainer und Sportlichen Leiter für dieses Amt? Die WN haben nachgefragt:

„Einer, der interessant wäre, hat ja schon abgesagt. Klopp wäre in meinen Augen die beste Wahl“, sagt RonKonermannvom TuS Laer. An zweiter Stelle wären in Konermanns Augen Ralf Rangnick und Hansi Flick die geeignetesten Kandidaten, jedoch mit Einschränkung: „Ich glaube aber, dass der DFB ein wenig Angst vor Rangnick hat, weil der in mancher Hinsicht nicht so bequem ist. Es könnte natürlich auch sein, dass der DFB noch jemanden aus dem Hut zaubert, mit dem keiner rechnet.“

AndréWöstemeyer, der Trainer des FC Nordwalde, würde den Posten „zur Not übernehmen“, wenn der DFB keinen passenden findet. „Die paar Spiele im Jahr kriegen wir dann auch noch rum“, witzelt der Coach des FCN. Sein Lieblingskandidat wäre Klopp, und im Freundeskreis der Sky-Zuschauer halte man Lothar Matthäus für den richtigen Mann: „Der leidet ja schon seit Jahren darunter, dass man ihn nicht fragt. Aber was der so in den Analysen von sich gibt, das passt.“ Ralf Rangnick habe sicherlich Ahnung vom Fußball und in Hoffenheim und Leipzig eine Menge geleistet. „Durchsetzungsvermögen hat er, aber ob das dem DFB auch passt, ist fraglich“, so Wöstemeyer abschließend.

ClemensGude, der Sportliche Leiter des FSV Ochtrup, hat Jürgen Klopp als Kandidaten noch nicht ganz abgeschrieben: „Klopp hat bewiesen, dass er es kann.“ Gleiches attestiert Gude aber auch Hansi Flick, den er ebenfalls für einen geeigneten Löw-Nachfolger hält. „Der ist kommunikativ, umgänglich und mal ehrlich – mit den Bayern hat er doch schon alles erreicht, was man erreichen kann. Und die Dementi der Münchner, dass Flick Bundestrainer wird, sind auch nicht so stark. Ich denke, dass sich die ganze Sache in Richtung Flick bewegt.“

PaulSchomann, einst selbst für diverse Nachwuchs-Teams des Deutschen Fußballbundes verantwortlich, hält Stefan Kuntz für den Favoriten. „Stefan hat mit der U 21 Erfolge gefeiert, kennt das Geschäft von allen Seiten und hat sich als Aktiver auf dem allerhöchsten Niveau bewegt. Das ist eine echte Persönlichkeit, der junge Leute mitnehmen kann. Das brauchen die Spieler von heute“, preist der Ochtruper die Vorzüge von Kuntz an.

Klopp und Flick lägen zwar als Nachfolger auch auf der Hand, doch Schomann findet: „Aktuell brauchen beide noch zu sehr das tägliche Geschäft. Vielleicht ändert sich das aber in drei, vier Jahren.“ Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann sind für Schomann einfach nur Namen, die ins Spiel gebracht worden sind und keine echten Chancen auf den Trainerposten besitzen würden.

MichaelStraubevom Borghorster FC hält „große Stücke auf Ralf Rangnick“, hofft aber „immer noch“ – als Schalke-Fan, der Straube ist –, dass „der bei Schalke einsteigt. Da sind ja mehrere Posten frei.“ Als Bundestrainer wäre der Baden-Württemberger in Straubes Augen „definitiv geeignet“, denn er habe die Vereine, bei denen er gearbeitet habe, immer zu guten Leistungen geführt. Der BFC-Coach bringt jedoch noch einen weiteren Namen ins Spiel: „Ich hege allerdings die Befürchtung, dass der DFB den leichteren Weg geht und Marcus Sorg befördert, den ich gar nicht mag.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7864171?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35340%2F
Nachrichten-Ticker