Fußball auf Kreisebene
Kreisreform: Zuwachs bereitet kaum Probleme

Münster -

Im Vorfeld ist viel über die Zusammenlegung der Fußballkreise diskutiert worden. Seit einigen Monaten reisen jetzt schon die Clubs aus Lüdinghausen und Umgebung nach Münster und umgekehrt. Und? Alles gut, sagen die Beteiligten ...

Freitag, 13.11.2015, 11:11 Uhr

Neue Kontrahenten: Der SC Nienberge mit Julius Rauenschwender (r.) trifft seit dieser Saison auch auf den SC Capelle (hier Simon Walter). Sportlich sind die Teams aus Münster den Neulingen derzeit ziemlich überlegen.
Neue Kontrahenten: Der SC Nienberge mit Julius Rauenschwender (r.) trifft seit dieser Saison auch auf den SC Capelle (hier Simon Walter). Sportlich sind die Teams aus Münster den Neulingen derzeit ziemlich überlegen. Foto: Andreas Teipel

Rein sportlich betrachtet lassen die Tabellen keine Zweifel zu. Die meisten Senioren-Mannschaften aus dem ehemaligen Kreis Lüdinghausen , die im Sommer nach Münster wechselten, tun sich schwer. Beispiel Kreisliga A 1: Davaria Davensberg und der SV Südkirchen stehen sieglos ganz hinten, auch der SV Herbern II, der SC Capelle oder BW Ottmarsbocholt bewegen sich im zweistelligen Bereich des Klassements. Ein ähnliches Bild liefert die Kreisliga B 3, wo vier Neuzugänge auf den letzten fünf Rängen zu finden sind. Die Liste ließe sich beim Blick in die C-Liga oder in den Damen-Sektor fortführen. Doch Tore und Punkte sind nur die eine Seite. Auch Fahrtstrecken und der Umgang miteinander sind Themen.

Wohlfühlklima im neuen Kreis

Der Tenor der neuen Clubs ist eindeutig, sie fühlen sich wohl im neuen Kreis. Und auch seitens der etablierten Vereine fallen die Reaktionen positiv aus. Ralf Speer, Coach des B-Liga-Spitzenreiters ESV Münster, sagt etwa: „Ich empfinde es als Bereicherung. Spieler, Trainer, Betreuer – alle sind sehr nett. Und die Anreise ist teilweise sogar kürzer als zuvor.“

„Neue Plätze, neue Vereine, andere Spieler“

Sein Kollege Daniel Ferreira , der die zweite Mannschaft des BSV Roxel in der A 2 anleitet, stellt ebenfalls die angenehmen Aspekte heraus: „Neue Plätze, neue Vereine, andere Spieler – das finden wir sehr interessant, eine schöne Erfahrung. Natürlich spielen wir am liebsten in Münster, aber in der letzten Saison mussten wir meist Richtung Warendorf, das war auch nicht kürzer.“ Qualitativ bestätigt Ferreira das Tabellenbild: „A-Liga-Niveau haben die neuen Gegner schon, aber da war die Konkurrenz in der vergangenen Saison größtenteils deutlich besser.“

„Weniger Derbys, weniger Rivailtät“

Etwas differenzierter ist die Sichtweise beim SC Nienberge, der als Nordwestzipfel der Stadt noch ein paar Kilometer mehr absolvieren muss als einige Stadtrivalen. „Die Anfahrtswege sind schon länger, und es sind weniger Derbys, weniger Rivalität“, sagt Abteilungsleiter Timo Leusing . „Andererseits kann ich über die neuen Vereine auch nichts Schlechtes sagen.“ Hinzu kommt, dass der SCN in der A 1 längst wieder ein Spitzenteam ist, ob das in einer eingleisigen Staffel für den Aufsteiger gleich wieder möglich gewesen wäre, ist hypothetisch. „Wir haben uns mit der Sache arrangiert, etwas anderes bleibt uns nicht übrig“, so Leusing. Und die direkte Autobahnlage hält zumindest den Zeitverlust in Grenzen.

Junioren noch in der Findungsphase

Bei den Junioren läuft derweil noch die stärker regionalisierte Findungsphase. Heißt: Zumindest in den ersten Monaten müssen der TSV Handorf oder GW Gelmer garantiert nicht zur SG Selm oder zum SV Südkirchen reisen, Ausnahmen bilden höchstens die Pokal-Wettbewerbe. Der TuS Hiltrup als südlicher Punkt der Stadt ist da schon häufiger gefordert, den Weg zum SV Herbern oder BW Ottmarsbocholt anzutreten. „Eigentlich ist das gar nicht tragisch“, sagt Jugendleiter Christian Hölscher. „Zumindest ziehen die Eltern noch gut mit, trotz vielleicht erhöhter Belastung.“ Allerdings gibt er zu bedenken, dass steigende Fahrtkosten auf Sicht durchaus zum Problem werden könnten. „Wenn man mehr als eine Stunde im Auto sitzt, um am Ende nur ein Spiel von 30 Minuten zu sehen, ist das natürlich nicht optimal.“

Turniere ersetzen Spieltage

Das aus dem Kreis Lüdinghausen importierte Modell im U-6-Bereich könnte in den Augen des TuS-Funktionärs eine Lösung sein. Einmal im Monat richtet ein Club ein Turnier mit mehreren Partien für jede Mannschaft aus, das die wöchentlichen Spieltage ersetzt. „Eine sinnvolle Sache, die man gut auf andere Altersklassen ausdehnen könnte“, sagt Hölscher.

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