Fußball: JSG
Dem Trend trotzen: Neue Jugendspielgemeinschaft Ottmarsbocholt/Senden

Ottmarsbocholt/Senden -

Mädchen-Fußball ist hochattraktiv, doch Ganztagsschule, neue Trendsportarten und der Demografiewandel setzen den Vereinen zu. BW Ottmarsbocholt, der VfL Senden und die Jugendabteilungen weiterer Vereine machen deshalb fortan gemeinsame Sache.

Freitag, 07.07.2017, 18:07 Uhr

Die D-Jugend des VfL Senden (blaue Trikots) musste in der Vorsaison mangels Masse stets mit sieben Spielerinnen auskommen. Das könnte sich im Zuge der neuen Kooperation ändern.
Die D-Jugend des VfL Senden (blaue Trikots) musste in der Vorsaison mangels Masse stets mit sieben Spielerinnen auskommen. Das könnte sich im Zuge der neuen Kooperation ändern. Foto: flo

Nichts gegen Jogis Jungs. Aber von den Erfolgen der deutschen Fußball-Frauen in der jüngeren Vergangenheit – acht Mal Europameister, zwei Mal Weltmeister, amtierender Olympiasieger – sind die Herren der Schöpfung Lichtjahre entfernt. Trotzdem haben die hiesigen Vereine immer größere Probleme, ihre Mädchenmannschaften zu bestücken. In der Gemeinde Senden wollen sie diesem Trend mit immer neuen Kooperationspartnern trotzen.

„Im Grunde“, schmunzelt Andreas Bender , Abteilungsleiter Jugend bei BW Ottmarsbocholt, „müsste die neue Jugendspielgemeinschaft ,JSG Gemeinde Senden plus Davensberg‘ heißen.“ Klingt sperrig, träfe die Sache aber im Kern. Denn die Verbindung für U 11- und U 13-Fußballerinnen tritt zwar unter dem Namen JSG Ottmarsbocholt/Senden an. Angesprochen fühlen solle sich indes „jedes Mädchen im näheren Umkreis“, so Bender. Das gelte etwa für Interessierte aus Bösensell, der SVB steht ganz ohne weiblichen Nachwuchs da.

Im Grunde müsste die neue Jugendspielgemeinschaft ,JSG Gemeinde Senden plus Davensberg‘ heißen.

Andreas Bender, BW Ottmarsbocholt

Willkommen seien aber auch junge Damen aus Davensberg und Amelsbüren, mit denen die Blau-Weißen seit Jahren im U 15- und U 17-Bereich „in großer Harmonie zusammenarbeiten“, wie Davaria-Jugendchefin Andrea Tegtmeier bestätigt. „Anders lässt sich das Pro­blem dauerhaft gar nicht lösen“, weiß Bender. Viele Heranwachsende würden Tanzen oder Reiten dem Fußball vorziehen, Schule und Hobbys täten ein Übriges.

Als Nachwuchsleiter des VfL Senden sind Christian Arends diese Schilderungen nicht fremd: „Bei den etwas Älteren kommt hinzu, dass sie samstags lieber zum Shoppen nach Münster fahren oder sich für den Abend zurechtmachen, statt nachmittags zu kicken.“

Deshalb war er von der Idee mit der JSG gleich angetan: „Klar, es gibt diese alte Rivalität zwischen Ottibotti und Senden. Aber die muss man zum Wohle der Kinder und Jugendlichen beiseiteschieben.“ Zumal dem VfL im Sportpark schlicht der Platz ausgehe: „Die Jungs rennen uns hier die Bude ein.“ In manchen Altersklassen gebe es bereits einen Aufnahmestopp. Und solange die Gemeinde Senden das dringend benötigte, zusätzliche Kleinfeld nicht bereitstelle, „sind wir für jede Übungseinheit der Mädchen dankbar, die in Ottmarsbocholt stattfindet. Auch wenn die ersten Eltern schon über die weitere Anfahrt mosern“.

Was Bender nicht so ganz nachvollziehen kann: „Bei aller Liebe, wir fahren unsere Kinder zum Musikunterricht, zu Freunden oder sonst wohin. Da fallen die sechs Kilometer von Senden nach Ottibotti wirklich nicht weiter ins Gewicht.“ Er jedenfalls habe „ein gutes Gefühl, dass wir mit der neuen Jugendspielgemeinschaft hier etwas ins Rollen gebracht haben, von dem sowohl die Vereine als auch die Mädchen profitieren.“

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