Fußball: Kreisliga A 2
180-Grad-Wendung: Davaria in der Rolle des SV Herbern 2 – und umgekehrt

Davensberg/Herbern -

Das bisherige Abschneiden des SV Davaria Davensberg und des SV Herbern zählen zu den größten Liga-Überraschungen – im Positiven wie im Negativen. Passend zum Ortsderby am Sonntag, 14.30 Uhr, im Waldstadion: eine Analyse.

Freitag, 09.11.2018, 19:40 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 19:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 19:40 Uhr
Steht stellvertretend für den kometenhaften Aufstieg des (Nicht-so-ganz-)Überraschungsdritten Davensberg: Stratege Marco Wahle (r.).
Steht stellvertretend für den kometenhaften Aufstieg des (Nicht-so-ganz-)Überraschungsdritten Davensberg: Stratege Marco Wahle (r.). Foto: flo

Der SV Herbern 2 ziemlich weit vorn, Davensberg im tiefsten Abstiegsschlamassel: Das war 2016/17 so und 2017/18 nicht anders. 2018/19 aber – und damit zum Ortsderby am Sonntag, 14.30 Uhr, im Waldstadion – hat sich das Kräfteverhältnis gedreht. Das war, was die Davaren betrifft, in Teilen erwartbar. Die U 23 des hiesigen Landesligisten indes startete mit deutlich höheren Erwartungen in die Spielzeit.

Wahle Dreh- und Angelpunkt

Da ist zum einen das Personal. Größer und besser als in den Vorjahren ist der Kader der Blau-Weißen. Zum Beispiel Marco Wahle: Der defensive Mittelfeldmann, im Sommer von Bezirksligist FC Overberge gekommen, zählt auf seiner Position zu den Klassenbesten. Wahle glänzt in der Spieleröffnung wie als Abfangjäger. Ein umsichtiger Stratege, ballgewandt, passsicher: Der 28-Jährige steht stellvertretend für den kometenhaften Aufstieg des (Nicht-so-ganz-)Überraschungsdritten.

Aber eben auch andere, wie Davensbergs Spielertrainer Masen Mahmoud erläutert: „Natürlich wussten wir um Marcos Stärken. Nicht ahnen konnten wir dagegen, dass die übrigen Neuzugänge ebenfalls so schnell einschlagen.“ Dass Mohamed Morsel, wie Wahle vormaliger Overberger, mit seinen 25 Jahren schon so reif agiere. Dass Maurice Tia im Sturmzentrum Rassam Hassanzadeh Ashrafi in nichts nachstehe (und so den Ehrgeiz des Teamgefährten entfacht habe). Dass Kelvin Shabani, im Vorjahr noch unterklassig bei Marathon Münster unterwegs, so rasch Fuß gefasst habe und selbst den eigentlich gesetzten Innenverteidigern Christopher Merten und Rojhat Atalan den Stammplatz streitig mache.

Ein weiterer Faktor sei die deutlich gestiegene Intensität zwischen den Spielen, weiß der spielende Coach: „In der Vorsaison haben wir schon mal eine Übungseinheit abgesagt, weil nur drei Mann verfügbar waren. Inzwischen sind wir in der Woche bis zu 18 Leute.“

Mangelnden Trainingseifer kann man auch den Blau-Gelben nicht vorwerfen. Und dass 28-Tore-Mann Lars Bußkamp inzwischen zum erweiterten Kreis der Ersten zählt, tauge ebenfalls nicht als Erklärung für den tabellarische Absturz, so der spielende Co-Trainer Tobias Temmann: „Carlo Bentrup und Oliver Eckey machen ihre Sache vorn richtig gut.“ Schwerer wiege da schon der Abschied von Luis Krampe (wie Bußkamp vereinsintern befördert): „Wie sehr er uns fehlt, hat man ja in Warendorf gemerkt.“ Kaum stand er ausnahmsweise mal zur Verfügung, ließ es der Offensiv-Allrounder prompt zwei Mal scheppern.

Herberns Defensive in immer neuer Formation

Noch auffälliger seien die Abwehrprobleme, räumt Temmann, selbst Innenverteidiger und wie seine Nebenleute zuletzt vor Schnitzern nicht gefeit, ein: Man dürfe der Fairness halber aber gern erwähnen, „dass der Verbund aus Viererkette und Sechsern bislang an jedem Sonntag ein anderer war. Dann hapert es an der Abstimmung.“

Das wird sich im Derby nicht ändern, da Temmann beim 0:4 gegen Bösensell zum fünften Mal Gelb gesehen hatte. Dafür ist Elias Heidicker wieder fit. Die Hausherren müssen auf den gesperrten Dennis Kreuzberg verzichten. Morsel ist angeschlagen, Wahle und Mehdi Dirani kehren zurück.

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