Rettungsschwimmen
Medaillenjagd auf dem Meer

Herbern -

Ab nach Australien: Andrea Eling und Kim Sicking haben sich auf die Reise zu den Vereins-Weltmeisterschaften gemacht. Eling möchte dabei erneut an Medaillen schnuppern – die Herbernerin ist aktuelle Jugend-Europameisterin.

Mittwoch, 21.11.2018, 19:00 Uhr
Freuen sich auf die Vereins-WM im australischen Adelaide: Andrea Eling (l.) und Kim Sicking.
Freuen sich auf die Vereins-WM im australischen Adelaide: Andrea Eling (l.) und Kim Sicking. Foto: privat

Andrea Eling schwimmt auf einer Erfolgswelle. Könnte man sagen, wenn es nicht so despektierlich klänge. Denn tatsächlich ist die 17-jährige Herbernerin zwar sehr erfolgreich, tut aber auch einiges dafür. „Sieben bis acht Mal in der Woche“, so schätzt die Rettungsschwimmerin, zieht sie im Hallenbad ihre Bahnen, für jeweils eineinhalb bis zwei Stunden. Der Lohn des Einsatzes, gepaart mit Talent, bleibt da nicht aus: Bei den EM der Rettungsschwimmer im irischen Limerick wurde die Herbernerin im September dieses Jahres, wie berichtet, Junioren-Europameisterin in der Disziplin „Beach Flags“ und Zweite beim „Ski Race“, wo es darum geht, in einem Rettungskajak einen 700 Meter langen Parcours zurückzulegen.

Nun geht die 17-Jährige wieder international auf Medaillenjagd – bei den Vereinsweltmeisterschaften im australischen Adelaide, die am kommenden Montag beginnen. Dort schwimmt Eling allerdings nicht für die heimische DLRG Herbern, sondern für die DLRG Halle-Saalekreis. Im vergangenen Jahr hat sie die Ortsgruppe gewechselt, weil sich die Ostdeutschen auf das Schwimmen im offenen Meer spezialisiert haben. „Da sind die Hallenser der zweitbeste Verein in ganz Deutschland“, so Eling.

Zwar trainiert die Herbernerin, die in Werne aufs Gymnasium geht, nach eigenen Angaben nur etwa drei Mal jährlich an der Saale. Doch das zahle sich aus, zumal sie ihre Mitschwimmer in den Staffeln inzwischen bestens kenne.

Das Problem ist, dass ich die australischen Gegnerinnen nicht so gut einschätzen kann.

Andrea Eling

Acht Mal geht sie in Adelaide mit der Mannschaft an den Start, vier Mal auf – Achtung, Wortspiel – eigene Kappe. Wie groß ihre Medaillenchancen sind? „In Europa sehe ich mich schon weit vorne“, sagt die 17-Jährige. „Das Problem ist, dass ich die australischen Gegnerinnen nicht so gut einschätzen kann. Aber mein Trainer Mario Thoss sagt, ich sei auf einem guten Level.“

Auch Kim Sicking ist in Australien mit dabei, ebenfalls für die DLRG Halle-Saalekreis. Ansonsten, auch nach den WM in Adelaide, schwimmt die Dülmenerin für die DLRG Herbern, der sie sich 2015 angeschlossen hat. In Adelaide geht sie fünf Mal als Einzelschwimmerin an den Start und „mindestens drei Mal“ mit der Staffel. Ob die 17-Jährige mehr Teamwettbewerbe bestreitet, wird sich in den letzten Tests vor dem Start der „Interclub“-WM entscheiden. Ihre Erfolgschancen schätzt sie geringer ein als die ihrer Mannschaftskollegin Eling: „Wenn ich in ein Finale kommen würde, wäre das natürlich schön, aber ganz vorne bin ich nicht dabei.“

Am vergangenen Montag schon sind Eling und Sicking mit dem Hallenser Team aufgebrochen – zunächst Richtung Singapur. Dort aalen sich die Rettungsschwimmerinnen aber nicht in der Sonne, sondern absolvieren intensives Staffeltraining. Am morgigen Mittwoch geht es dann weiter nach Adelaide, wo wenige Tage später der Startschuss zur WM fällt.

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