Fußball: Kreisliga A 2 Münster
Grätsche ins Glück – Marcel Hartwigs ganz spezielle Torpremiere

Ascheberg -

Marcel Hartwig (TuS Ascheberg), ist eigentlich fürs Verhindern von Toren zuständig. Trifft er selbst mal, tut er auch das im Stile eines kompromisslosen Innenverteidigers.

Freitag, 15.03.2019, 20:00 Uhr
Weiß seit Dienstagabend, wo das Tor steht: TuS-Innenverteidiger Marcel Hartwig (l.).
Weiß seit Dienstagabend, wo das Tor steht: TuS-Innenverteidiger Marcel Hartwig (l.). Foto: Theo Heitbaum

Tatsächlich habe er vorher schon mal genetzt, beteuert Marcel Hartwig . In „irgendeinem Testspiel“. In Liga oder Pokal war ihm dagegen bis vergangenen Dienstag nie ein Torerfolg vergönnt gewesen. Was ja auch nicht zu den vorrangigen Aufgaben eines Innenverteidigers zählt. Martin Ritz , glaubt gar, „dass Marcel zum ersten Mal in seinem Leben im gegnerischen Sechzehner war“. „Stimmt“, kontert Hartwig, „weil ich sonst zu lange für den Rückweg brauche“.

Frotzeleien ohne Ende

Dass Trainer und Verteidiger des A-Ligisten TuS Ascheberg derzeit zu Frotzeleien aufgelegt sind, kann kaum überraschen. Es war schließlich ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Treffer. Erstens, weil es Hartwigs Torpremiere in einem Pflichtspiel war. Zweitens, weil es ein immens wichtiger Treffer war – der TuS lag im Kellerduell mit GW Albersloh 0:1 hinten, es waren nur noch wenige Minuten auf der Uhr. Und weil, drittens, das Tor selbst zur Legendenbildung taugt. Bei einem Freistoß für die Hausherren hatte sich Hartwig nach vorn getraut. Einer Flipperkugel gleich, sprang der Ball bald hierhin, bald dorthin, ehe er dem TuS-Verteidiger vor die Füße fiel – und dieser ihn laut Co-Trainer Markus Mersmann „in typischer Marcel-Hartwig-Manier“ aus kürzester Distanz ins GWA-Tor grätschte.

Klar, dass der Torschütze direkt nach dem Abpfiff eine Kiste springen lassen musste. Und das Bier dürfte den Aschebergern noch mal so gemundet haben, da André Hanke wenig später noch das 2:1 nachgelegt hatte. „Das war doch viel wichtiger als mein eigener Treffer“, macht der Abwehrmann deutlich.

TuS ein „verschworener Haufen“

Nur weil der TuS so ein verschworener Haufen sei, könne das Team im Abstiegskampf bestehen. Sein Trainer mag da nicht widersprechen. Der so wichtige Erfolg am Mittwoch habe viele Väter gehabt. Die beiden Schützen. Der blutjunge Laurin Rüschenschmidt. Lukas Lohmann, der – wie Hartwig – in der Abwehrzentrale „Überragendes“ geleistet habe. Oder aber Hendrik Wiggermann, der im Mittelfeld – absolutes Neuland für den Verteidiger – „so gut Fußball gespielt hat wie selten zuvor“. Trotzdem gönne er, Ritz, Hartwig das Tor ganz besonders: „Marcel schmeißt sich in jeden Ball, als gäb’s kein Morgen. Immer ohne Rücksicht auf Verluste.“ Wofür der 27-Jährige oft genug mit Verletzungen oder Ampelkarten bezahle. Umso schöner, dass sich der werdende Papa „für seinen unermüdlichen Einsatz auf diese Art belohnt hat.“

Info: Nächstes Kellerduell am Sonntag

So wichtig der Last-Minute-Sieg über Albersloh gewesen sei: Erreicht habe Ascheberg „noch gar nichts“, macht TuS-Coach Martin Ritz klar. Seine Elf solle „demütig bleiben“, jeden Gedanken an den jüngsten Erfolg beiseiteschieben und schon am Sonntag, 15 Uhr, abermals daheim, nachlegen. Dann gastiert ein weiterer Mitbewerber um den Ligaverbleib, der TuS Hiltrup 2, an der Nordkirchener Straße. Ritz erwartet „ein ganz anderes Spiel als am Dienstag“. Die Südstädter seien deutlich spielstärker als Albersloh. Aber: „Das Hinspiel haben wir mit 3:1 gewonnen.“ Der Kader ist, selten genug in dieser Saison, vollzählig.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6473913?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker