Fußball: Kreisliga A 2
TuS Ascheberg feiert in Ruhe die „Meisterschaft“, alle bleiben an Bord

Ascheberg -

Der TuS Ascheberg hat am Sonntag vorzeitig den Klassenerhalt klargemacht. Und die guten Nachrichten reißen nicht ab. Trainer wie Spieler machen alle weiter. Sogar ein Mann, der praktisch schon weg war.

Dienstag, 21.05.2019, 20:08 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 17:34 Uhr
Stiller Genießer: Martin Ritz bleibt dem TuS als Coach mindestens ein weiteres Jahr erhalten.
Stiller Genießer: Martin Ritz bleibt dem TuS als Coach mindestens ein weiteres Jahr erhalten. Foto: flo

Martin Ritz wäre nicht Martin Ritz, ließe er die Dinge jetzt, da der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, schleifen. Ja, seine Jungs sollen „ihre fünf bis acht Bierchen trinken“ und „in Ruhe Meisterschaft“ feiern. Das hätten sie „sich redlich verdient“. Tatsächlich sei der Klassenerhalt, unter diesen ganz speziellen Voraussetzungen, mit dem Gewinn des Titels vergleichbar, findet der Coach des TuS Ascheberg. Aber am Sonntag, 15 Uhr, wenn der „richtige“ Meister, Concordia Albachten, an der Nordkirchener Straße gastiert, dann mögen seine Mannen doch bitte noch mal richtig Gas geben. Um mit einem noch besseren Gefühl in die sechswöchige Pause zu gehen.

Auch habe Ascheberg die Chance, die bis dato „überragende“ Halbserie – 21 Punkte, Platz sechs in der Rückrundentabelle – zu krönen. 15 von 16 A-Liga-Trainern wäre es womöglich egal, ob sie die Rückrundentabelle als Fünfter oder Sechster beschließen. Aber Ritz, dieser Fußballbesessene, tickt eben anders. Man kann das bei den Heimspielen des TuS ganz gut beobachten. Wie er rumpelstilzchenhaft an der Seitenlinie rumtobt, wenn was nicht nach Plan läuft. Man mag das lustig finden. Aber mal ganz im Ernst: Ohne die Hingabe seines Trainers würde dieser Verein mit ziemlicher Sicherheit jetzt nicht die „Meisterschaft feiern“, sondern den Abstieg in die Kreisliga B betrauern.

Er selbst sieht das natürlich anders. Dieser „Riesenerfolg“ sei ganz allein das Verdienst der Mannschaft. Man dürfe ja nicht vergessen, dass „drei Viertel des Teams vor einem Jahr mit unserer Reserve in die C-Liga abgestiegen sind. Dass jeder diese Elf bereits vor Saisonbeginn abgeschrieben hat. Wie meine Spieler diese Herausforderung angenommen haben, wie sie sich allmählich an das Niveau im Kreisoberhaus gewöhnt haben, was für eine spielerische Entwicklung sie genommen haben, vor allem aber, welche unglaubliche Mentalität sie dabei an den Tag gelegt haben: Da ziehe ich meinen Hut vor.“

Ritz bleibt, Zahlten auch

Entsprechend leicht falle es ihm, als Coach weiterzumachen. Der Entschluss stand schon lange fest. Nur sollte nichts und niemand vom Ringen um den Ligaverbleib ablenken, deshalb erst jetzt die offizielle Bekanntgabe. Markus Mersmann steht aus privaten Gründen nicht mehr als Co-Trainer zur Verfügung, diesen Part übernimmt der bisherige Spielertrainer der Zweiten, Felix Windeier. Benjamin Dautanac macht bereits seit März die Torleute fit. Gesucht werden noch eine Art Teammanager und ein sportlicher Leiter. Manfred Trahe, zugleich Damen-Coach und Abteilungsleiter, hat das Amt kommissarisch inne.

Freilich gibt es auf diesem Posten deutlich weniger zu tun als nach dem Aderlass 2018, denn: „Alle Mann bleiben“, frohlockt Trahe. Auch Florian Zahlten, dessen Wechsel zu Union Lüdinghausen die WN bereits vor Wochen verkündet hatten. „Der enorme Zusammenhalt in der Mannschaft“ und „mein Bauchgefühl“ hätten ihn zum Umdenken bewogen, so der 22-Jährige (Ritz: „ein ganz starkes Zeichen“). Aus der eigenen A-Jugend stoßen nach Andre Hanke und Laurin Rüschenschmidt zwei weitere Spieler zur Ersten: Tim Witthoff und Sebastian Sobbe, Bruder des Herberners Patrick Sobbe.

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