Fußball: B-Jugend-Bundesliga
Pia-Laura Wisnewski ist ganz oben angekommen

Ascheberg -

Pia-Laura Wisnewski kickt in der kommenden Saison für Arminia Ibbenbüren in der U 17-Bundesliga. Es gebe Spielerinnen mit (noch) mehr Talent, sagt ihr Vater über die 15-Jährige. Dafür habe die Aschebergerin andere Qualitäten.

Freitag, 28.06.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 12:34 Uhr
Keine Angst vor großen Namen: Pia-Laura Wisnewski (l.) hängt zwei Spielerinnen von Borussia Mönchengladbach ab. Keine Angst vor großen Namen: Pia-Laura Wisnewski (l.) setzt sich gegen zwei Spielerinnen von Borussia Mönchengladbach durch.
Keine Angst vor großen Namen: Pia-Laura Wisnewski (l.) hängt zwei Spielerinnen von Borussia Mönchengladbach ab. Keine Angst vor großen Namen: Pia-Laura Wisnewski (l.) setzt sich gegen zwei Spielerinnen von Borussia Mönchengladbach durch. Foto: Jörg Hennig

Klar sei bei einer Zehn-, Elfjährigen nicht absehbar, ob sie es im Fußball mal bis ganz nach oben schaffe. „Aber“, erinnert sich Manfred Trahe, „Pia-Laura war damals schon sehr zielstrebig.“ Pia-Laura, Zuname Wisnewski, verließ dann alsbald den TuS Ascheberg und ist über Umwege (VfL Bochum, FSV Gütersloh) dort gelandet, wo sie von klein auf hinwollte: in der Beletage. Mit Arminia Ibbenbüren stieg die 15-Jährige kürzlich in die U17-Bundesliga auf. Darauf sei man bei ihrem Ex-Verein „mächtig stolz“, erklärt Obmann Trahe, der auch ihr Jugendtrainer war.

Die eingangs erwähnte Zielstrebigkeit „hat Pia-Laura eindeutig von ihrer Mutter“, lacht Papa Markus. Wobei er die Tochter ebenfalls nach Kräften unterstützt. Drei Mal in der Woche – je eine Stunde hin, eine zurück – chauffiert Wisnewski den Nachwuchs zum Training. Die Fahrt nutzt die Cani-Schülerin, um ihre Hausaufgaben zu erledigen. „Anders würde ich das gar nicht hinkriegen“, erklärt die Neuntklässlerin. Während Pia-Laura in Ibbenbüren trainiert, macht der Vater seine Arbeit: „Als Freiberufler kann ich mir die Zeit ganz gut einteilen.“

Über Umwege zur Arminia

Die Tochter hätte bereits in Bochum zur Erstligaspielerin reifen können. „Richtig wohl“ habe sie sich beim VfL gefühlt. Nur war seinerzeit nicht klar, ob sie dort einen Platz in der U 15 ergattern würde. Daher der Wechsel nach Ostwestfalen, wo sie freilich „nicht das Gefühl hatte, dass mich das Training voranbringt“. Nächste Station: Ibbenbüren.

In der Bergbaustadt hat Wisnewski ihr Glück gefunden. „Auf Anhieb“ habe es bei der Arminia gepasst, erinnert sich der Teenager, der am liebsten rechts in der Kette oder weiter vorn auf dem Flügel agiert, ans Frühjahr 2018. Die Regionalligasaison schloss Ibbenbüren als ordentlicher Vierter ab.

An die B-Jugend-Bundesliga verschwendete vor zwölf Monaten trotzdem niemand einen Gedanken. Doch plötzlich drehte der Underdog auf. Rückstände aufholen, Widerstände überwinden, nie aufgeben: Das können sie in der einstigen Malocherstadt. Das zeichne auch die eigene Tochter aus, findet Markus Wisnewski. Es gebe gewiss Spielerinnen, die mit mehr Talent gesegnet seien. Mit „viel Disziplin und großem Ehrgeiz“ indes „macht Pia-Laura das locker wett“.

Meisterstück in Mönchengladbach

Ihr Meisterstück fabrizierten die Arminia-Mädchen am vorletzten Spieltag bei Verfolger Borussia Mönchengladbach. Zur Pause lag Ibbenbüren mit 0:1 hinten, eine Niederlage hätte ziemlich sicher das Aus im Titelrennen bedeutet. Bundesliga ade. Doch der Primus gab nicht klein bei und gewann schließlich mit 2:1. Die Heimreise im Bus war „sehr lang“, lacht Wisnewski.

Nun also Liga eins. Mit Fahrten bis nach Speyer und Saarbrücken. Organisatorisch wie finanziell sei das „ein ziemlicher Kraftakt für unseren Dorfverein“, erklärt Jugendleiter Markus Bischoff. Aber „das, was Pia-Laura und die übrigen Spielerinnen in diesem Jahr geleistet haben, ist so sensationell, dass wir ihnen den Start in der Bundesliga unmöglich verwehren können“.

Ehe die Vorbereitung startet, nimmt Wisnewski noch Anschauungsunterricht bei den Profis. Das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Schweden am Samstag in Rennes verfolgt die Aschebergerin – Vorbilder: Svenja Huth und Dzsenifer Maroszan – direkt vor Ort.

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