Fußball: Westfalenpokal
SV Herbern vs. SV Rödinghausen: Serie reißt – wahrscheinlich

Herbern -

Landesligist SV Herbern hat am Samstag, 14.30 Uhr, den Drittligaanwärter SV Rödinghausen zu Besuch. Wieso sich die hochfavorisierten Berufsfußballer die Anreise trotzdem sparen können, erklärt SVH-Coach Holger Möllers im Interview.

Freitag, 22.11.2019, 19:10 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 19:12 Uhr
„Voller Vorfreude“, dabei aber noch halbwegs entspannt (v.l.): SVH-Coach Holger Möllers mit seinen Co-Trainern Martin Eickmeyer und Jens Kalpein.
„Voller Vorfreude“, dabei aber noch halbwegs entspannt (v.l.): SVH-Coach Holger Möllers mit seinen Co-Trainern Martin Eickmeyer und Jens Kalpein. Foto: flo

Es ist: Das Spiel des Jahres. Am, heutigen Samstag, 14.30 Uhr, haben die Feierabend-Fußballer des SV Herbern in der vierten Westfalenpokalrunde die Vollprofis des SV Rödinghausen zu Gast. Am Vortag dieser ganz speziellen Partie sprach unser Redaktionsmitglied Florian Levenig mit SVH-Trainer Holger Möllers .

Wissen die Rödinghauser, dass sie sich die Anreise im Grunde sparen können?

Möllers: Wieso?

Weil der Siepenweg eine schier uneinnehmbare Festung ist.

Möllers: Stimmt, wir haben dort seit zwei Jahren kein Pflichtspiel mehr verloren. Natürlich ist die Atmosphäre oben im Stadion unvergleichlich. Aber die Jungs, die da ja auch regelmäßig trainieren, fühlen sich auf dem Kunstrasen wohl. Da braucht es schon einen Top-Regionalligisten, um diese Serie zu brechen – wahrscheinlich.

Sie wollen aber nicht „die Niederlage im Rahmen halten“, oder?

Möllers: Nein. Wer mich kennt, der weiß, dass ich äußerst ungern verliere. Natürlich sind wir der krasse Außenseiter. Ich denke sogar, dass ein Viertligist eher einen Erstligisten schlägt, als dass er sich bei einem Landesligisten eine Blöße gibt. Trotzdem bekommt Rödinghausen bei uns nichts geschenkt.

Den Gegner gleich zu Beginn zu überrumpeln versuchen, wäre wahrscheinlich kein guter Matchplan.

Möllers: Sicher nicht, dann schießt uns Rödinghausen ab. Wichtig wird sein, die ersten 20 Minuten halbwegs unbeschadet zu überstehen. Aber auch das funktioniert nur, wenn wir so aufmerksam verteidigen wie zuletzt in der Liga – und wenn die eigene Fehlerquote gen null tendiert.

Sie werden auch nicht die halbe Elf umkrempeln wie vor Kreispokalspielen.

Möllers: Es wird ein, zwei Veränderungen in der Startelf geben – weil die Betreffenden sich das durch enormen Trainingsfleiß verdient haben. Leider kommen maximal 15 Mann für einen Einsatz in Betracht – mir tut es jetzt schon in der Seele weh, die übrigen, die nicht spielen werden, vor den Kopf zu stoßen.

Gibt es überhaupt Ausfälle?

Möllers: Bis auf Michael Schulte (Wadenbeinbruch – d. Red.) sind alle an Bord. Selbst Vincent Sabe und Basti Schütte, die so lange pausieren mussten, können theoretisch spielen.

Rödinghausen schont dem Vernehmen nach den einen oder anderen.

Möllers: Was die Sache für uns kaum einfacher macht. Selbst die Nummern zwölf bis 20 haben gutes Regionalligaformat. Von denen tut keiner was anderes als Fußball spielen – außer vielleicht ein bisschen studieren. Ich bin mir sicher, dass der Gegner mit dem gebotenen Ernst zur Sache gehen wird – die wollen doch alle garantiert noch mal im DFB-Pokal auf die Bayern treffen.

Das Ziel lautet also wie?

Möllers: Uns bestmöglich zu präsentieren – als eine Einheit, in der der eine für den anderen rennt und fightet. Nur dann haben wir den Hauch einer Chance.

Ehrenplätzchen für den fünften Vorsitzenden

Dass sich sein Team bestmöglich verkauft, das hofft Holger Möllers. Dass sich der Verein zur Zufriedenheit aller präsentiert, das weiß er. „Überragend“ nennt der SVH-Trainer, was die Mitglieder rund um den Kunstrasenplatz auf die Beine stellen. Ludger Staar, der sportliche Leiter kann das nur bestätigen: „In Rödinghausen ticken die Uhren eben etwas anders.“ Die Ostwestfalen kommen mit zwei Bussen, einem Fan- und einem Medienbeauftragten. Profis halt. Dass laut Staar selbst „der zweite bis fünfte Vorsitzende“ des SVR ein Ehrenplätzchen für sich beanspruchen, stelle für die Organisatoren kein Problem dar: „Wir sind ja gute Gastgeber.“ Senioren, Alte Herren, A-Junioren: Jeder, der kann, hilft mit. Es gibt zusätzliche Wurstbuden und mobile Bierverkäufer. Mit bis zu 800 Fans rechnen die Verantwortlichen. Vielleicht werden es sogar ein paar mehr, da unter 15-Jährige keinen Eintritt zahlen. Zudem gibt es weit und breit kein vergleichbares Sport-Event. (flo)

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