Fußball: 100 Jahre SVH
Ein Urgestein des SV Herbern – Bernhard Hörsting

Herbern -

Ämter hatte Bernhard Hörsting beim SV Herbern über die Jahrzehnte etliche inne. Aber auch als Aktiver stand das Urgestein der Blau-Gelben lange seinen Mann. An ein sportliches Highlight denkt Hörsting besonders gern zurück.

Dienstag, 03.12.2019, 19:08 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 19:22 Uhr
Blättert in Erinnerungen: Bernhard Hörsting.
Blättert in Erinnerungen: Bernhard Hörsting. Foto: Isabel Schütte

Vordergründig entdeckte Bernhard Hörsting seine Leidenschaft für die Vorstandsarbeit im Sportverein aufgrund seiner Fähigkeit, mit der Schreibmaschine umzugehen. „Ich kam als junger Dachs in den Vorstand“, erinnert sich das Urgestein des Vereins, das im Laufe von rund sechs Jahrzehnten viele Aufgaben, Ämter und Tätigkeiten übernommen hat und sich erst seit 2014 auf die Zuschauer-Rolle beschränkt.

Aber, wie gesagt: Die Schreibmaschine war nur der vordergründige Anlass. In Wirklichkeit hatte er schon seit frühester Zeit eine Verbindung zum SV Herbern – durch seinen Vater, der unmittelbar nach dem Krieg schon wieder Verantwortung im Vorstand und als Mannschaftsbetreuer übernahm. „Er war Fußballer durch und durch“, so Hörsting. Der Apfel fiel also nicht weit vom Stamm.

Noch einmal zurück zur Schreibmaschine („Das war ein schweres Ding“, so Hörsting). Der junge Mann hatte damals die Aufgabe, die handgeschriebenen Protokolle seines Vaters – damals Geschäftsführer im Verein – abzutippen. Aber Hörsting junior spielte auch. Und wie: Über die Jugend kam er mit 18 Jahren in die erste Mannschaft. In den Nachkriegsjahrzehnten waren Fußbälle ein rares Gut. Bei Schuster Hermann Neuhaus waren sie gelagert, und der verwaltete den Mangel wie eine Glucke. „Wenn wir trainieren oder spielen wollten, gingen wir erst einmal in seine Werkstatt und wurden zu Bittstellern“, so Hörsting.

Aufstieg 1965 vor 1200 Zuschauern

Zu den sportlichen Höhepunkten zählt Hörsting das Entscheidungsspiel 1965 über den Aufstieg in die Bezirksklasse Münster: 1200 Zuschauer erlebten in Nordkirchen den 2:1-Erfolg der Herberner über Fortuna Seppenrade. Damals bestand die Mannschaft zum weitaus größten Teil aus Herberner Eigengewächsen. „Wer von auswärts kam, erhielt schon mal einen Schinken“, plaudert Hörsting aus dem Nähkästchen. Als Trainer fungierte Rudi Pongartz. Doch mit der Bezirksklasse sollten die Uhren anders ticken. „Nach dem Aufstieg fiel uns ein, dass wir eigentlich doch mal trainieren müssten“, so SVH-Urgestein Hörsting lachend. Unter Pongartz-Nachfolger Ede Dombrowski wurde zwei Mal wöchentlich trainiert, samstags gab es kein Bier mehr. Der Erfolg gab dem Trainer recht: Die Mannschaft hielt die Klasse. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sich Hörsting.

Bis Anfang der 70er Jahre kickte Hörsting in der Senioren-Elf. Nach der Bundeswehr-Zeit wechselte er in den Vorstand. Doch nicht ganz: Der Geschäftsführer des Vereins, der somit endgültig in die Fußstapfen seines Vaters trat, war weiter im Alte-Herren-Team aktiv, um dann in den 80er-Jahren mit anderen Kameraden aus vergangenen Jahren die Ü 40 zu gründen. „Wir waren es leid, hinter den jungen Spielern hinterherzulaufen“, begründet Hörsting die Gründung der „Super-Senioren-Liga“. Aktiv an der Lederkugel war Bernhard Hörsting bis 1992 und wechselte dann zur Filzkugel. Gemeinsam mit anderen Kameraden wandte er sich dem Tennis zu – nicht minder erfolgreich. Es waren zuvor stressige Jahre als Spieler und Vorstandsmitglied im SVH. Neben dem Gekicke und seiner Funktionärstätigkeit trug er auch noch Verantwortung im Beruf, und „nebenbei“ betrieb Bernhard Hörsting mit Ehefrau Hildegard bis 1978 auch noch eine Gaststätte.

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