Laufsport: Serie
Bloß raus aus dem Chaos – Anne Mertens rennt

Unsere neue Kolumnistin Anne Mertens ist Läuferin aus Leidenschaft – und weil sie dann und wann eine Pause von der Familie braucht. Hier erzählt sie, wie alles angefangen hat.

Montag, 23.12.2019, 18:31 Uhr
Schuhe an und los: unsere neue Kolumnistin.
Schuhe an und los: unsere neue Kolumnistin. Foto: Daniel Morsey

Na, mal wieder gute Vorsätze gemacht? Mehr Sport, weniger Essen? Fünf Kilo mindestens runter? Dann raus auf die Strecke und rein in die Laufschuhe. Denn: Laufen macht glücklich. Zumindest mich. Schuhe an, Chaos zu Hause ausblenden, raus in die Natur und ab geht’s. Ich bin Anne , 39 Jahre, drei Männer (sechs, acht und zehn), ein Kind, oder andersrum, und bin leider oder Gott sei Dank . . . laufverrückt.

Schuld daran ist mein Papa. Der läuft eigentlich, seitdem ich als dritte Tochter auf die Welt kam. So nach dem Motto: Jetzt muss ich hier endlich mal raus. Jahrelang haben wir Kinder ihn belächelt, wie er sonntags oder in der Woche lieber laufen ging, während wir zusammen gegessen haben. Sehr zum Leidwesen meiner Mama, die so lecker gekocht hat. Aber der Mann musste erst noch laufen. Stand in seiner Laufbibel. Und was da drin steht, ist heiliger und wichtiger als der vernichtende Blick meiner Mutter. Ich bin als Kind oft neben ihm her geradelt. Nicht lange. Nachher durfte ich das nämlich nicht mehr – habe zu viel gequatscht. Jetzt, wo ich selber drei Kinder habe, verstehe ich ihn etwas besser: Der wollte einfach mal seine Ruhe haben (er kam bei drei Töchtern ja eh nie zu Wort). Mir allein reicht eine Quasselstrippen-Tochter, obwohl die zwei Jungs ihr eigentlich in nix nachstehen – die drei kommen da ganz nach ihrer Mutter.

Seit 17 Jahren dabei

Na ja, irgendwann mit 22, als die Figurprobleme begannen, habe auch ich mit dem Laufen angefangen. Ist ja auch schön einfach ohne Öffnungszeiten oder große Materialkosten.

Anfängerplan von Papa bekommen: drei Minuten laufen, eine Minute gehen, Und so weiter. Bis ich mal 30 Minuten geschafft hatte! Ich war megastolz auf mich. Dann das erste Mal bei einem Stadtlauf mitgemacht – war der Hammer! Ich bin ein ehrgeiziger Typ und find’ das super, mich mit anderen zu messen. Je öfter man bei Läufen in der Umgebung an den Start geht, umso genauer kennt man seine Mitstreiter um die Altersklassenplätze. Na, konnte ich Sie etwas ermutigen? Ich habe auch klein angefangen. Und am Wichtigsten ist: dranbleiben. Auch wenn’s mal richtig schwer fällt: in den Allerwertesten treten und loslaufen. Oder walken. Hauptsache bewegen. Danach fühlt man sich so toll. Und die Kekse schmecken ohne schlechtes Gewissen noch mal viel besser.

An der Stelle schreib’ ich ab jetzt öfter ein paar lustige Läufergeschichten. Ich erlebe irgendwie immer wieder die besten Sachen. Und wenn ich das dann noch mit anderen teilen kann: umso besser. Wenn dann noch jemand von mir motiviert wird, bin ich richtig zufrieden.

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