Kolumne: Anne rennt
Helene Fischer plötzlich super

An Silvester war unsere Autorin wieder im Einsatz. Überrascht hat sie, dass ihr Mann inzwischen – wie sie selbst – Fan der erfolgreichsten deutschen Sängerin ist.

Sonntag, 05.01.2020, 23:05 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 18:47 Uhr
Anne läuft und redet gern, manchmal auch gleichzeitig.
Anne läuft und redet gern, manchmal auch gleichzeitig. Foto: Morsey

Alle Jahre wieder  . . .  Silvesterlauf Werl-Soest. Wie immer ein Genuss. Mein Mann David war auch mit. Er ist mit seinem Cousin Basti gelaufen. Nachher haben sie schön erzählt, wie sie hinter – Zitat: „ganz netten Mädels, die tolle Musik unterwegs laut gehört haben“ – gelaufen sind. Welche Musik denn? Helene Fischer , sagt mein Mann. Komisch, wenn beim Schützenfest Helene gespielt wird, ist der immer weg und ich muss ihm nachlaufen, damit er mit mir tanzt. Aber wenn da so junge Dinger vor dem rumscharwenzeln, ist Helene plötzlich super. Männer.

Na ja, ich bin mit Freundin Andi weiter hinten gestartet, wer will schon rennen und dann Silvester total fertig vom Lauf die guten Sektkristallgläser nicht mehr halten können. Nein, lieber locker drauf los. Außerdem war es mein letzter Lauf in der Altersklasse 35. Ab Januar wechsle ich, ohne es überhaupt zu wollen, automatisch in die W 40. Nur weil ich irgendwann ganz spät im Jahr 1980 geboren bin. Frechheit eigentlich. Steht überall, ich sei 40, aber ich bin´s ja noch gar nicht.

Im Startblock meinte ein Läufer zu mir, bei Frauen würde das beste Laufalter erst mit 40 beginnen. Aber ich glaub*, der wollte nur was Nettes sagen. Denn Andi, längst schon über die W 40 hinaus, schüttelte mitleidig den Kopf. Wir also zusammen los. Wetter super, Stimmung toll und mit 4000 Läufern auf die 15-Kilometer-Strecke über die alte B 1 von Werl nach Soest. Kein Gegenwind, kein Regen, sogar die Sonne kam raus. Ich wie immer freudig sabbelnd, Andi mit Knopf und Musik im Ohr. Immer wenn ich was gesagt hab’, hat die nur genickt. So wie mein Mann nickt, wenn ich was sage. Nicht zuhören, aber nicken.

Nach acht Kilometern hatte ich die Nase voll von der Alleinunterhaltung. Stöpsel inne Ohren, Anne – und Aufholjagd. Mein Mann war schließlich auch vor mir. Mit der Helen-Tussi. Ich traf Dirk aus Werne, hakte mich ein und textete ihn zu. Dann noch Detlef getroffen, der hatte schon eine zum Quatschen. Okay, heut‘ wird nicht geredet, dann kann ich ja volle Pulle laufen. Macht ja doch Spaß, noch richtig Puste zu haben, wenn sie den anderen ausgeht. Die Herren warteten schon im Ziel. Hatten Tempo gemacht wegen Helene. Auf dem Rückweg im Auto durfte ich natürlich fahren, während die Männer schon mal auf ihren Lauf anstießen – Prost. Kinder von Oma und Opa abgeholt. Da haben meine Eltern sicher auch mehr als 15 Kilometer auf der Uhr gehabt. Danke noch mal fürs Aufpassen. Und ab jetzt wirklich W 40? Frohes Neues.

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