Fußball: Davertpokal
Hinausstellung von Johannes Brückner schwer nachzuvollziehen

Ascheberg -

Vorweg ein Lob an die Unparteiischen, die beim Budenzauber in Ascheberg fast immer richtig lagen. Nur eine Entscheidung rief Kopfschütteln hervor. Für den Rot-Sünder dürfte die Sache glimpflich ausgehen.

Montag, 06.01.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 18:47 Uhr
Größtenteils souverän: die Spielleitung der Männer in Schwarz (in diesem Fall Rosa).
Größtenteils souverän: die Spielleitung der Männer in Schwarz (in diesem Fall Rosa). Foto: flo

Geredet wurde am Wochenende viel – über die Dominanz des SV Herbern, über die coolen Nullachter oder die Kabinettstückchen von BWO-Oldie Ralf Bülskämper . Eher kein Thema bei den Tribünengesprächen waren die Auftritte der Unparteiischen. Was immer ein gutes Zeichen ist. Auffällig unauffällig: die großteils souveräne Spielleitung der Referees. Dass es in der engen Halle selten hitzig zuging: vor allem ein Verdienst der Schiedsrichter. Und: Was nicht zwingend zu ahnden war, ließen sie, gerade am Finaltag, laufen – prima für den Spielfluss. Überschaubar: die Zahl der Zeitstrafen. Allerdings zeigten die Männer in Schwarz zwei Mal Rot. Und zumindest ein Fall löste viel Kopfschütteln aus.

Während die Hinausstellung von Nahit Tafolli nach allgemeinem Dafürhalten vertretbar war (der Lüdinghauser hatte zurecht zwei Minuten bekommen, die Entscheidung anschließend kommentiert und den Schiri leicht weggeschubst), konnte man nur schwer nachvollziehen, wieso tags darauf auch Sendens Keeper Johannes Brückner des Parketts verwiesen wurde. Zumal die Torleute am Freitag wegen drei vergleichbarer Vergehen nur für je 120 Sekunden auf die Sünderbank mussten.

Alle hatten – wie Brückner – den Ball außerhalb des Torraums mit der Hand berührt. Der Unterschied, so hatte es jedenfalls der Schiedsrichter wahrgenommen: Mit seiner Rettungsaktion habe der VfL-Schlussmann ein Tor der Nordkirchener verhindert. Was nicht nur Brückner bestritt, sondern auch die FCN-Akteure, die den Spielleiter baten, die Entscheidung doch bitte zu überdenken – ohne Erfolg. Die Nummer eins der Sendener dürfte, immerhin, glimpflich davonkommen. Die Rede ist von einer zweiwöchigen Sperre. Er stünde dann dem hiesigen Landesligisten mit Beginn der Rückrundenvorbereitung wieder zur Verfügung.

Kommentar: Mehr Fingerspitzengefühl

Fehlverhalten von Fußballern muss in irgendeiner Form geahndet werden – drinnen wie draußen. Trotzdem macht es einen Unterschied, ob man sich auf dem Parkett oder auf dem grünen Rasen etwas zuschulden kommen lässt. Sporthallen sind gewiss kein rechtsfreier Raum. Allerdings haben Indoor-Events wie der Davertpokal vor allem Unterhaltungscharakter. Zumindest bei minderschweren Vergehen wie dem des Sendener Schlussmanns sollte man mal grundsätzlich darüber nachdenken, ob eine Sperre zwingend auf den Freiluftbereich übertragen werden muss. Erst recht, wenn andere Keeper in ganz ähnlichen Fällen so glimpflich davonkommen. „Er müsse ja nicht katholischer sein als der Papst“, kommentierte ein unbeteiligter Referee die fragwürdige Entscheidung des Kollegen vom Samstag. Anders ausgedrückt: Fingerspitzengefühl beschränkt sich nicht allein auf den zielsicheren Griff in die Batzentasche.

...

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7175342?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Westfalen auf Teneriffa in Quarantäne
Corona-Verdacht: Urlauber sitzen fest: Westfalen auf Teneriffa in Quarantäne
Nachrichten-Ticker