Serie: Anne rennt
Zehn elend lange Minuten – Spinning mit Drill Instructor

Öfter mal was Neues: Unsere Laufkundschafterin Anne Mertens versucht sich am Indoorcycling – und gerät ganz schön ins Schwitzen.

Dienstag, 14.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 20.01.2020, 16:38 Uhr
Glaubt, sie spinnt: unsere Autorin, die gern Neues ausprobiert und es mag. wenn Kerle parieren.
Glaubt, sie spinnt: unsere Autorin, die gern Neues ausprobiert und es mag. wenn Kerle parieren. Foto: D. Morsey

Ich konnte nicht mehr so ganz genau erkennen, ob es Tränen waren oder Schweißperlen in den Gesichtern der Herren des SC Capelle. Übungsleiterin Heike Entrup hatte den Vorstand und Interessierte zu einer Schnupper-Stunde „Spinning“ eingeladen. Unter die örtlichen Fußballer mischten sich drei Mitglieder der Radsportabteilung – und ich. Obwohl bestes Outdoor-Wetter war und es mir in der Läuferseele weh tat, nicht durch die schöne Mittagssonne zu eilen.

Nun saß ich also auf dem Fahrrad im Fitnessstudio neben Mario sowie Schwiegervater Josef und hoffte, dass ich auf dem Rad genauso viel Ausdauer beweisen kann wie beim Laufen. Erstens durfte ich ja als einzige Frau nicht als Erste schlapp machen. Und zweitens denken natürlich alle: „Die rennt 42 Kilometer, die kann alles.“ Nö, kann sie nicht. Ist was völlig anderes. Plan A, mich in der hinteren Reihe zu verstecken, ging schon deshalb nicht auf, da es nur elf Maschinen gab. Und die standen fein nebeneinander, den Spiegel vor Augen. Also wurde jeder, der aufgab, direkt von allen ertappt. Nach kurzer Einführung ging es locker los. Erster Song: „Das Steigerlied“, S 04. Heike, für die Musik verantwortlich, weiß, was der SC Capelle hören will.

Dann wurde der Takt flotter, wir sollten den Widerstand erhöhen. Ich kenne Heike vom Fitness-Kurs und ihr „Drill-Instructor-Modus“ ist ziemlich laut. Man traut sich nicht, was zu entgegnen. Auch hier: Heike schrie, und alle Kerle parierten. Selbst meiner. Warum macht mein Mann, was die sagt? Zu Hause klappt das eher selten.

Nach 30 Minuten rann der Schweiß. Mario zu meiner Rechten guckte ziemlich fertig, Reff daneben wurde immer kleiner. Mein Mann versteckte sich vor meinem Blick. Zwischen den Jungs fuhr einer der Radsportler locker weg. Blöd für jene, die mittwochs beim Altherrentraining vor allem in der dritten Halbzeit Gas geben. Mein Schwiegervater drehte zwischendurch an meinem Rädchen rum. Er meinte, ich hätte zu wenig Widerstand, weil ich noch so viel lachen könne. Frechheit.

Als ich mich beschwerte, zog Heike mich aus der Männerriege raus: „ Anne , du kommst nach vorne, du quatschst mir zu viel.“ Die Aussicht von vorne war eigentlich viel besser. Wie fertig die Typen alle aussahen. Einziges Problem: die letzten zehn Minuten volle Pulle radeln, stehend und sitzend im Wechsel. Das alles mit einem Lächeln im Gesicht, damit die Kerle nicht merken, dass ich auch nicht mehr kann. Ich immer mit meiner großen Klappe. Mist. Verdammt. Wie können zehn Minuten so lang sein? Dazu: „Griechischer Wein“, Dauerschleife mit Beat. War heilfroh, als wir uns endlich hinsetzen durften und langsam ausradelten. Fazit: Hat Spaß gemacht. Bei einer Stunde Laufen schwitze ich nie so viel. Untermalt mit superlauter Musik: guter Sport.

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