Kolumne: Anne rennt
Flagge gezeigt – Anne und Sabine in Frankreich

Eigentlich wollte sie ja am 15-Kilometer-Lauf der Hammer Laufserie teilnehmen. Nur hatte Hamms Bürgermeister es versäumt, unsere Autorin persönlich einzuladen. Die beging prompt Fahnenflucht.

Mittwoch, 12.02.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 20:28 Uhr
Eine Altkreis-Abordnung war am Sonntag in Frankreich am Start. Immer gut erkennbar: unsere Autorin (hinten rechts).
Eine Altkreis-Abordnung war am Sonntag in Frankreich am Start. Immer gut erkennbar: unsere Autorin (hinten rechts). Foto: Mertens

Die Fahne mit dem Wappen der Stadt Werne flog am Sonntag zehn Kilometer durch Bailleul. Unten drunter war ich. Ein perfekter Sturmschutz. Aber von vorne: Eigentlich war ja der 15-Kilometer-Lauf der Hammer Laufserie am Wochenende dran. Aber ehrlich gesagt: Neun weitere Läuferinnen aus der Heimat und ich sowie ein laufender Hahn im Korb, Martin, waren persönlich zum Lauf in der Partnerstadt Bailleul eingeladen. Tja, vom Bürgermeister aus Hamm hatte ich keine Einladung bekommen. Also ab nach Frankreich. Dort waren auch die anderen Partnerkommunen vertreten, wir trafen auf Läufer aus Kyritz und Walcz.

Freitags angekommen, verbrachten wir den Samstag bei einer Stadtrundfahrt durch Lille und philosophierten abends bei Wein und Essen über die Rennstrategie für Sonntag. Immer mit dabei: Sabine. Ich kenne ja ein paar Sabines, aber diese hier sollte besonders stürmisch sein. Schon am Samstag wurde allen Müttern, die mitgefahren waren, klar: Der entspannte Montag, den wir uns frei genommen hatte, ist wegen Sabine gecancelt: Die Kinder würden auch zuhause sein, und die sind meist noch stürmischer.

Egal, wichtiger war, ob der Lauf in Bailleul überhaupt stattfinden würde. Da war es nämlich auch richtig stürmisch. Aber: So ein Lauf mit immerhin 2600 Startern wird erfahrungsgemäß selten abgesagt. Also standen wir da nun mit unserer Fahne. Ich nutzte die Gunst der Stunde und fragte unsere Partnerschaftsbeauftrage Stephanie Viefhues: „Soll ich die Flagge den Lauf über tragen?“ Sie hatte nix dagegen, wollte selbst so wenig Ballast wie möglich mitnehmen – und ich hatte einen schützenden Helden-Umhang. Den brauchte ich auch: Der Sturm sauste übers freie Feld. Und wir mittendrin. Mal wehte mir die rot-gelbe Fahne ins Gesicht, mal wurde ich fast erwürgt vom Knoten am Hals. Die armen Franzosen um mich herum bekamen sie hin und wieder auch um die Ohren. Die Farben der Stadt Werne dürften da jetzt jedem bekannt sein. War auf jeden Fall eine Reise wert und soll fester Bestandteil der Städtepartnerschaft werden – Anfang Juni auch im Altkreis.

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