Fußball: Kreisliga A 2 Münster
Eiskalter Heißblüter – Jerome Willocks trifft, wie er will

Davensberg -

Die Coronavirus-bedingte Pause kommt für Jerome Willocks zur Unzeit. Der Offensivmann des SV Davaria Davensberg, früher nicht unbedingt für seinen Killerinstinkt bekannt, traf in den vergangenen Wochen, wie er wollte. Wieso? Trainer Mike Raed kennt womöglich den Grund.

Mittwoch, 18.03.2020, 18:51 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 15:46 Uhr
Immer noch lauf- und zweikampfstark, inzwischen aber viel abgebrühter vor des Gegners Tor: der Davensberger Jerome Willocks (l.).
Immer noch lauf- und zweikampfstark, inzwischen aber viel abgebrühter vor des Gegners Tor: der Davensberger Jerome Willocks (l.). Foto: lsi

Ein Abend im Waldstadion. Nachholspiel in der A-Liga. Gar nicht lange her. Mike Raed , Co-Trainer von Davaria Davensberg , steht am Rand und ist der Verzweiflung nahe. Seine Schützlinge überbieten sich regelrecht beim Versuch, selbst die besten Einschussgelegenheiten möglichst spektakulär zu verdaddeln. Gewinner dieses fragwürdigen Wettbewerbs ist: Jerome Willocks. Bei der Gelegenheit erzählt Raed den WN , wie viele Bälle das Kraftpaket im Training schon auf der A 1 versenkt habe. Wie sich die Zeiten ändern.

Letztens, in Herbern: Gemeindederby zwischen der SVH-Reserve und den Blau-Weißen. Die Emotionen kochen hoch, wie so häufig in diesen Duellen. Ein Spieler der Hausherren muss vorzeitig zum Duschen, es steht Spitz auf Knopf. Und wer behält in der aufgeheizten Atmosphäre kühlen Kopf? Genau, Jerome Willocks. Dank der beiden Treffer in der Schlussphase avanciert der 32-Jährige beim 4:3-Auswärtssieg zum Matchwinner.

13 Buden in elf Spielen

Für neun bis zehn Treffer pro Spielzeit sei er immer gut gewesen, wendet der Angreifer ein. Stimmt. Aber es hätten eben locker 20 und mehr sein können. Und so treffsicher wie in der laufenden Saison war er noch nie in seinem Leben. 13 Buden sind es aktuell. Eine umso bemerkenswertere Quote, da der Mann mit den markanten Rastalocken in den ersten sieben Wochen gefehlt hatte. Ein Überbleibsel aus der Vorsaison, in der er sich die lange Sperre wegen Meckerns eingehandelt hatte.

Der Verweis sei in Ordnung gewesen, findet Uwe Eickholt , „Jerome kann schon auch heißblütig sein.“ Das Strafmaß hält der Davaren-Geschäftsführer dagegen bis heute für „völlig überzogen“. Vielleicht habe indes gerade diese lange Auszeit dazu geführt, „dass es bei Jay Klick gemacht hat“, meint sein Co-Trainer.

„Deutlich ruhiger“ sei der Offensivmann seither, lobt Raed. Nicht nur im Umgang mit sich und anderen, sondern auch vor dem Gehäuse. Fast so wie Raed selbst, der in früheren Zeiten im Großraum Münster der Schrecken aller Strafräume war. In stressigen Momenten cool bleiben: Das versuche er seinem Schützling zu vermitteln. „Mike bemüht sich im Training sehr um Jerome“, hat Eickholt festgestellt. Der neben Spielertrainer Masen Mahmoud gleichberechtigte Coach habe insofern großen Anteil an der erstaunlichen Wandlung des Stürmers.

Positionswechsel

Natürlich spiele dabei auch der Positionswechsel eine Rolle, so Raed. Willocks – Typ: Pferdelunge – marschierte in der Vergangenheit meist unermüdlich die Linie rauf und runter. Weil die Davaria aktuell aber über keinen klassischen Mittelstürmer verfügt, muss der Routinier regelmäßig an vorderster Front ran. Seine Athletik setzt er dabei laut Raed weiter gewinnbringend ein: „Jay steht nicht bloß rum und wartet darauf, dass die Bälle zu ihm kommen. Er arbeitet enorm viel im Strafraum.“ Und dann sagt Davensbergs Co-Trainer noch diesen schönen Satz: „Hätte ich seinen Körper, wäre ich garantiert Profi geworden.“

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