Rettungsschwimmen: Verkürzter Südafrika-Trip
Andrea Eling ist top-vorbereitet – für den Haushalt

Herbern -

Von einer Traumdestination, Südafrika, direkt weiter zur nächsten, Australien: Das war Andrea Elings Plan. Aus den nahe liegenden Gründen wurde daraus nichts. Trotzdem mag die international erfolgreiche Rettungsschwimmerin aus Herbern das abgebrochene Trainingslager nahe Kapstadt nicht missen.

Montag, 27.04.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 19:56 Uhr
Auf erfolgreiche Wettkämpfe – hier eine Archivaufnahme von der Klub-WM 2018 in Australien – muss die Herbernerin Andrea Eling (2.v.l.) für den Moment verzichten. 
Auf erfolgreiche Wettkämpfe – hier eine Archivaufnahme von der Klub-WM 2018 in Australien – muss die Herbernerin Andrea Eling (2.v.l.) für den Moment verzichten.  Foto: red

Statt eine Videobotschaft aus dem Trainingslager in Südafrika zu schicken, hätte Andrea Eling die Trophäe für Platz eins bei der Kreissportlerwahl ebenso gut persönlich im Rahmen der SMP-Gala Ende Februar in der Coesfelder Fabrik in Empfang nehmen können. Denn: Die Saisonvorbereitung der international hochdekorierten Rettungsschwimmerin aus Herbern war im Grunde für die Katz’. Die Highlights des Jahres, darunter die WM – es hätte ihre erste im Seniorenbereich sein sollen – im italienischen Riccione: alle gecancelt. Ein einziger Wettbewerb im Sommer in Frankreich sei noch nicht abgesagt. Aber ob der wirklich stattfindet? Eling hat da so ihre Zweifel.

Trotzdem möchte sie die beiden Monate im malerischen Fish Hoek (30 Kilometer von Kapstadt entfernt) nicht missen. „Viel Wind, hohe Wellen: Die Bedingungen waren perfekt dort.“ So was lasse sich am Ternscher See in Selm, ihrem üblichen Trainings-Habitat, nun mal schlecht simulieren, lacht die 19-Jährige. Insofern sei der Südafrika-Trip durchaus hilfreich gewesen – auch wenn Eling wohl erst 2021 zeigen kann, was sie an der Schnittstelle zwischen Atlantik und Indischem Ozean gelernt hat.

Mama Eling ganz begeistert

Und noch jemand sei vom Nutzen der großen Reise absolut überzeugt: „meine Mama“. In Südafrika teilte sich Eling ein Apartment nur mit dem Coach des kanadischen Nationaltrainers (der sie am Strand und im Wasser coachte). Kochen, Putzen, Waschen – auch das habe sie somit in den acht Wochen in der Fremde perfektioniert und könne es nun in der Heimat, sehr zur Freude von Mutter Eling, anwenden, scherzt die mehrfache Junioren-Europameisterin im Einzel und mit der Mannschaft.

Nur der ursprüngliche Plan, zwecks weiterer (sportlicher) Vorbereitung von Kapstadt direkt nach Australien zu reisen, ging nicht auf. Stichwort Corona. Wobei sie sogar noch Glück hatte: „Ich habe Ende März eine der letzten Direktverbindungen nach Deutschland erwischt.“ Wenige Tage später brach der Flugverkehr weltweit zusammen.

Yoga und Kanufahrten

Für den Moment muss sich Eling also wieder mit dem Ternscher See begnügen. Zudem stünden Laufen, Radfahren, Yoga und Stabilitätsübungen auf dem Programm. Dazu paddele sie hin und wieder in Lünen auf dem Kanal. Denn nicht nur das Rettungsschwimmen und neuerdings die Hausarbeit beherrscht Andrea Eling aus dem Effeff. 2019 wurde die Frau mit den vielen Talenten Westdeutsche Meisterin im Zweier-Kajak.

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