Fußball: Frauen-Landesliga
Der letzte Tango in Herbern – Laura Brockmeier hört auf

Herbern -

Laura Brockmeier, über Jahre Torschützin vom Dienst beim SV Herbern, beendet im Sommer ihre Laufbahn. Die 29-Jährige hätte sich lieber ein etwas anderes Karriereende gewünscht. Unterdessen haben die Blau-Gelben einen Coach für die kommende Spielzeit verpflichtet.

Dienstag, 05.05.2020, 18:10 Uhr
Beendet nach 17 Jahren und ungezählten Treffern ihre Karriere im SVH-Dress: Laura Brockmeier.
Beendet nach 17 Jahren und ungezählten Treffern ihre Karriere im SVH-Dress: Laura Brockmeier. Foto: flo

Dass Laura Brockmeier einst mit Ballett begann und erst mit 13 zu den Fußballerinnen des SV Herbern stieß, war den WN gar nicht bekannt. Es macht aber Sinn. Oft genug bat die Offensivfrau ihre Gegnerinnen zum Tanz. Leichtfüßig-elegant bewegte sich Brockmeier übers Feld. Oder schwebte sie gar? Egal, der letzte Tango ist vorüber, die Karriere der Ur-Herbernerin, die „private Gründe“ für den Entschluss anführt, zu Ende.

Dabei ist die Kapitänin gerade mal 29. Im besten Fußballeralter, wie man so sagt. Und vor allem: unverzichtbar. Brockmeiers famose Torquote war ja immer so was wie die Lebensversicherung des SVH. Zum Landesliga-Aufstieg 2018 steuerte sie 26 Treffer bei. Auch in der abgebrochenen Saison hat die Angreiferin zehn Mal genetzt – zuletzt am 8. März. Schon damals hielt sich ihre Freude in Grenzen, der SVH verlor das Kellerduell beim BSV Brochterbeck mit 1:2. Auf Asche, auch das noch. Das ziemlich unwürdige Ende einer tollen Karriere.

Die studierte Sonderpädagogin hofft, „wenigstens irgendwann mit den Mädels ein Bierchen“ trinken zu dürfen. Ganz aus der Welt ist sie eh nicht. Wie alle Brockmeiers fühlt sie sich dem SVH „ex­trem verbunden“. Auch deshalb habe sie alle Angebote – etwa das des damaligen Regionalligisten Heike Rheine – ausgeschlagen. Sie werde sich weiter ehrenamtlich im Verein engagieren. Zudem hilft sie bei der Kaderplanung für die kommende Spielzeit. Die wird die Edeltechnikerin dann am Rand verfolgen – „als Fan“.

Mack übernimmt Trainerposten

Dass die Kapitänin von Bord geht, ist für die Blau-Gelben ein schwerer Schlag. Dafür haben sie einen Steuermann gefunden: Detlef Mack (64) übernimmt beim Landesligisten jenen Posten, den Frank Große-Budde – noch vor Corona – zur Verfügung gestellt hatte. Mack, derzeit in Diensten der männlichen U 17 beim BSV Roxel, weiß um die Herausforderung: „Ich habe zwei, drei Testspiele im Winter gesehen. Da schlummert viel Potenzial. Aber diese Talente wollen gefördert und entwickelt werden. Ohne externe Verstärkungen dürfte es schwer werden, die Klasse zu halten.“

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