Fußball: Corona-Übungseinheit
Mit Abstand das Beste – TuS-Training in Krisenzeiten

Ascheberg -

Seit ein paar Tagen dürfen auch die hiesigen Amateurkicker – mit Einschränkungen – ihrem liebsten Hobby frönen. Nicht alle Vereinen machen davon bislang Gebrauch. Beim TuS Ascheberg indes betrachten sie den zeitigen Re-Start als alternativlos.

Mittwoch, 27.05.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 17:32 Uhr
Die D 1 des TuS Ascheberg hat nach langer Pause den Betrieb wieder aufgenommen.
Die D 1 des TuS Ascheberg hat nach langer Pause den Betrieb wieder aufgenommen. Foto: flo

Es ist ein bisschen wie Autokino. Die Fahrzeuge stehen, sauber aufgereiht, vor dem Kunstrasen an der Nordkirchener Straße. Und man wartet förmlich auf das Hupkonzert der Eltern nach jedem gelungenen Torabschluss des Sohnemanns oder der Tochter. Denn auf die Anlage des TuS Ascheberg selbst dürfen Mama oder Papa selbstredend nicht – nur eine von vielen Vorgaben, damit nach zehn Wochen tatsächlich wieder der Ball rollen darf. Trotzdem scheint sich niemand dran zu stören. Der erste Eindruck: Der Trainingsbeginn ist mit, nun ja, Abstand das Beste, was den jungen Kickern passieren kann.

Findet nicht nur der Nachwuchs, meint auch Manfred Trahe: „Unsere Senioren können mit dieser schwierigen Situation umgehen. Dass sich jemand von uns abwendet, weil er ein paar Monate nicht Fußball spielt, kann ich mir kaum vorstellen. Für die Bindung der Kinder und Jugendlichen an den Verein ist es dagegen eminent wichtig, dass wir ihnen dieses Angebot machen.“

Die Sorge des TuS-Abteilungsleiters, dass die F 2-Junioren der bis ins kleinste Detail geplanten ersten Übungseinheit am späten Dienstagnachmittag fernbleiben könnten, erweist sich als unbegründet. „Von 18 Spielern waren bis auf ein, zwei alle da“, frohlockt Coach Alex Theermann. Dass sie die Anlage durch ein ausgeklügeltes Einbahnstraßensystem betreten und eine Stunde später wieder verlassen; dass sie außerhalb des Rasens den obligatorischen Mundschutz tragen müssen; dass sie keine Möglichkeit haben, sich vor Ort umzukleiden und nach der bei frühsommerlichen Temperaturen durchaus schweißtreibenden Einheit zu duschen: All das kann die Freude darüber, nach so langer Pause wieder dem geliebten Hobby nachgehen zu können, kaum trüben.

Alle hätten sich, wie U 8-Co-Trainerin Jana Trahe ergänzt, „superdiszipliniert“ verhalten. Sechs- und Siebenjährige neigen ja dazu, sich im Rudel auf das Leder zu stürzen. Nichts dergleichen passiert an der Nordkirchener Straße. Alle gehen, von Übungsleitern und der Familie vorbildlich gebrieft, auf Distanz zueinander. Zweikämpfe sind tabu, stattdessen werden Torschüsse geübt und die Fitness überprüft. D 1-Coach Dirk Hollenhorst, dessen Team im Anschluss an die F2 trainiert, sieht in den Einschränkungen sogar eine Chance: „Man kann zum Beispiel gezielt an der Technik feilen – was aus Zeitgründen im regulären Betrieb mitunter zu kurz kommt.“

Um den Re-Start überhaupt möglich zu machen, hätten sich viele im Verein ganz schön ins Zeug gelegt, berichtet Manfred Trahe: „Seit etwa vier Wochen, als von den ersten Lockerungen die Rede war, haben wir uns auf den Tag X vorbereitet.“ Sein besonderer Dank gilt dem Vorsitzenden des Gesamtvereins, Rainer Zahlten, der in ständigem Austausch mit der Gemeinde gewesen sei – bis Ordnungsamtsleiter Thomas Stohldreier nach einer Platzbegehung schließlich grünes Licht gab.

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