Reiten: Absage
Flair ginge verloren – kein Turnier des RV Herbern

Herbern -

Andernorts spielen sie auf Zeit und hoffen auf weitere Lockerungen, beim RV „von Nagel“ Herbern haben sie die Reißleine gezogen. Das zuschauerträchtige Turnier am Haselbüschken findet 2020 nicht statt. Wieso, erklärt RV-Geschäftsführerin Barbara Kümer.

Donnerstag, 04.06.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 17:24 Uhr
Normalerweise ein Zuschauergarant beim Turnier des RV Herbern: das Jagdspringen (hier im Bild: der Ascheberger Markus Soddemann vor zwei Jahren auf Krümmel).
Normalerweise ein Zuschauergarant beim Turnier des RV Herbern: das Jagdspringen (hier im Bild: der Ascheberger Markus Soddemann vor zwei Jahren auf Krümmel). Foto: flo

Die Reiter sind in den vergangenen Tagen, nun ja, vorgeprescht. Während an Wettkämpfe in anderen Sportarten nicht mal zu denken ist, sind die ersten Turniere seit dem Lockdown schon wieder Geschichte. Late-­Entry-Dressur in Nottuln, Springprüfungen in Riesenbeck, Geländeritte in Mettingen. Alles ohne Publikum, aber immerhin. Es tut sich was. Auch in hiesigen Gefilden: Das Pfingstturnier in Ondrup soll Anfang Juli nachgeholt werden, beim RV Ascheberg haben sie das letzte Augustwochenende ins Auge gefasst. Gute Nachrichten auch für Pferdesportfans in Herbern? Leider nein. „Schweren Herzens“ habe der Vorstand des örtlichen Reitvereins „von Nagel“ beschlossen, die fünftägige Veranstaltung – geplanter Termin: 15. bis 19. Juli – abzusagen, teilt Barbara Kümer mit.

Hygienekonzept kaum umzusetzen

Die Verantwortlichen hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betont die RV-Geschäftsführerin: „Aber am Ende haben die Argumente, das Turnier auf das 2021 zu verschieben, überwogen.“ Schon das strenge Hygienekonzept umzusetzen, sei für den Verein „praktisch unmöglich“. Auf Zeit spielen mochten die Herberner laut Kümer ebenfalls nicht: „Zum einen, um die Teilnehmer nicht hinzuhalten.“ Zum anderen, da man die treuen Helfer nicht unnötig in die Pflicht nehmen wolle – nur um das Event dann womöglich doch in letzter Minute abzusagen: „Der organisatorische Aufwand, der ja viel größer ist als in Nicht-Corona-Zeiten, wäre für die Katz’ gewesen.“

Ein weiterer Knackpunkt: die Zuschauer. Kaum ein Turnier ist so publikumsträchtig. Beim Speedderby oder beim Großen Preis stehen die Fans dicht an dicht. 100 sind laut aktueller Landesverordnung zugelassen, 500 und mehr tummeln sich üblicherweise am Haselbüschken. „Erklären sie mal dem 101. Besucher, dass er nicht auf die Anlage darf“, schildert Kümel das Problem. „Das Flair ginge komplett verloren.“

Wirtschaftliches Risiko

Auch der finanzielle Verlust für den Verein wäre enorm, so dessen Geschäftsführerin: „Erstens würden die Einnahmen aus der Gas­tronomie fehlen.“ Zweitens sei nicht auszuschließen, dass langjährige Sponsoren im Zuge der Krise genug eigene wirtschaftliche Sorgen hätten. „Über allem aber“, so Kümel abschließend, „steht die Gesundheit jedes Einzelnen. Da machen wir lieber eine Pause und sehen uns 2021 wieder.“

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