Fußball: Frauen-Landesliga 3
Rückzug des SV Herbern „eine Option“

Herbern -

Die Kaderplanung beim SV Herbern gestaltet sich äußerst schwierig. Selbst einen freiwilligen Abstieg in die Bezirksliga schließen die Verantwortlichen nicht aus. Zwei weitere Leistungsträgerinnen verlassen im Sommer den Verein.

Dienstag, 09.06.2020, 18:17 Uhr
Julia Rummler (r.) zieht es zurück nach Ascheberg, SVH-Anführerin Laura Brockmeier (l.) beendet im Sommer ihre Laufbahn.
Julia Rummler (r.) zieht es zurück nach Ascheberg, SVH-Anführerin Laura Brockmeier (l.) beendet im Sommer ihre Laufbahn. Foto: flo

Sportlich ist bei den Landesliga-Fußballerinnen des SV Herbern alles in Butter. Zum Zeitpunkt des Abbruchs standen sie knapp überm Strich, Absteiger gibt es Corona-bedingt eh keine. Und doch könnte es sein, dass der SVH 2020/21 eine Klasse tiefer kickt. „Der Rückzug ist eine Option“, bestätigt Malte Gärtner , der sportliche Leiter.

Wie berichtet, beendet Kapitänin Laura Brockmeier im Sommer ihre Karriere. Damit nicht genug: Julia Jakovljevic steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, Julia Rummler kehrt zum A-Liga-Neuling TuS Ascheberg zurück. Die drei Stammkräfte auch nur annähernd adäquat zu ersetzen, gestalte sich „sehr schwierig“, räumt Gärtner ein: „Anders als unsere Männer oder A-Jugendlichen ist kaum eine Spielerin bereit, längere Fahrten auf sich zu nehmen, um zum Training zu gelangen.“

Entschieden sei in der Sache indes nichts, betont der sportliche Leiter: „Uns bleibt bis mindestens Mitte Juli Zeit. Bis dahin werden wir nichts unversucht lassen, um eine schlagkräftige Truppe zusammenzukriegen.“ Der SVH habe so viele Jahre gebraucht, bis es, endlich, 2018 mit dem Aufstieg klappte: „Das werfen wir nicht voreilig weg.“

Eine Möglichkeit: sich in der starken B-Jugend ( Bezirksliga ) zu bedienen. Allerdings wiegelt Toni Brockmeier ab: „Wir haben ja auch eine Verantwortung den Mädchen gegenüber.“ Zumal der Sprung zu den Senioren für die 16-, 17-Jährigen nicht ohne sei. Die jungen Talente zu verheizen, nur um auf Teufel komm raus die Klasse zu halten, komme definitiv nicht in Betracht, macht der SVH-Jugendleiter deutlich.

Welche Entscheidung die Verantwortlichen auch immer treffen: Der künftige Coach, Detlef Mack, trägt sie laut Gärtner mit: „Wir haben ihm gegenüber immer mit offenen Karten gespielt. Als es die ersten Gespräche – noch vor Corona – gab, war ja gar nicht klar, dass wir die Klasse halten.“ Auch die Spielerinnen halte der Verein stets auf dem Laufenden.

JSG SVH/TuS?

Die Rivalität zwischen dem SV Herbern und dem TuS Ascheberg ist ziemlich ausgeprägt. Dass beide Klubs eine Jugendspielgemeinschaft bilden, schien lange ausgeschlossen. Und doch „klopfen wir die Möglichkeit bei den D-Mädchen ab“, berichtet Toni Brockmeier. Der SVH-Jugendleiter schließt weitere Kooperationen – gerade beim weiblichen Nachwuchs – nicht aus: „Wir müssen perspektivisch denken. Aktuell können wir fast alle Teams ohne fremde Hilfe besetzen. Aber was ist in drei, vier Jahren?“ Sich einen Partner in derselben Gemeinde zu suchen, sei nur naheliegend. (flo)

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7443239?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Nachrichten-Ticker