Fußball: Frauen-Kreisliga
Vielseitige Vollstreckerinnen – Lea Oesteroth und Vera Billermann

Lüdinghausen/Ascheberg -

Lea Oesteroth (TuS Ascheberg) und Vera Ballermann, Verzeihung: Billermann (Union Lüdinghausen), haben in der Abbruchsaison getroffen, wie sie wollten. Der Lohn: die (imaginäre) Torjägerkanone für die Top-B-Liga-Angreiferinnen. Beide haben aber noch andere Qualitäten.

Samstag, 18.07.2020, 07:45 Uhr
Lea Oesteroth (am Ball) ist in der TuS-Offensive Dreh- und Angelpunkt, Gleiches galt in der abgebrochenen Spielzeit für Unionistin Vera Billermann.
Lea Oesteroth (am Ball) ist in der TuS-Offensive Dreh- und Angelpunkt, Gleiches galt in der abgebrochenen Spielzeit für Unionistin Vera Billermann. Foto: Theo Heitbaum

Die B-Liga-Fußballerinnen des TuS Ascheberg und des SC Union Lüdinghausen hatten zuletzt ganz schön was zu feiern (was in Krisenzeiten gar nicht so einfach ist). Beide Teams haben in ihrem Kreis den Sprung ins Oberhaus geschafft. Und: Beide stellen die treffsicherste Schützin in den jeweiligen Ligen. TuS-Frau Lea Oesteroth trug mit 18 Toren zum Vize-Titel (Münster) bei, Unionistin Vera Billermann netzte gar 19 Mal und hatte somit entscheidenden Anteil am Gewinn der Corona-Meisterschaft (Ahaus/Coesfeld).

Wahre Alleskönnerinnen

Wenn man ihren Trainern glaubt, gibt es noch weitere Gemeinsamkeiten. Aschebergs Coach Manfred Trahe bezeichnet Oesteroth als „uneigennützig und auf allen Positionen in der Offensive einsetzbar“, der Lüdinghauser Trainer René Gückel nennt Billermann „sehr mannschaftsdienlich. Sie weicht bei Bedarf auf die Flügel aus, um im Zentrum Räume für die Mitspielerinnen zu schaffen.“ Beide vollstrecken nicht nur in schöner Regelmäßigkeit, sie legen auch etliche Treffer auf. Überdies ist die erst 18-jährige Oesteroth eine blendende Technikerin, während die ehemalige Leichtathletin Billermann, 22, ihr „Raketentempo“ (Gückel) gewinnbringend einsetzt.

Bescheiden sind sie auch noch

Bescheiden ist die eine wie die andere. Oesteroth verweist im Gespräch mit den WN als Erstes darauf, dass Johanna Löhrke (17 Buden, nur eine weniger als die Top-Scorerin) ja wohl mindestens ebenso wichtig fürs Team sei wie sie. Billermann lobt Sturmpartnerin Florina Hajdari (14 Tore) in den höchsten Tönen. Selbst die vielleicht einzige Schwäche, das Kopfballspiel, teilt die TuSlerin mit der Unionistin. Was zumindest im Falle von 1,84-Meter-Frau Billermann verwundern mag.

Abwerbeversuche zwecklos

Bleibt die Frage, warum die beiden Top-Angreiferinnen „nur“ auf Kreisebene zocken. An Angeboten fehlt es ihnen nicht. Schon des Öfteren habe Papa Gilbert, Coach des Bezirksligisten Fortuna Seppenrade, versucht, sie ins Rosendorf (in dem auch Billermann bereits gekickt hat) zu locken, schmunzelt Oesteroth. Von den Abwerbeversuchen des benachbarten Landesligisten SV Herbern ganz zu schweigen. Aber? „Ich fühle mich halt wohl beim TuS, komme mit den Mädchen super aus.“ Geld spiele bei den Damen, selbst in höheren Ligen, eh keine Rolle. Daher wird die Abiturientin wohl weiter ihre Tore an der Nordkirchener Straße schießen.

Vera Billermann

Vera Billermann Foto: Foto: Union

Und die Lüdinghauser Kanonierin vom Dienst? Weiß noch nicht, wohin es sie verschlägt: „Im Sommer endet mein Duales Studium.“ Ihr künftiger Arbeitsplatz wäre irgendwo in NRW. Fest steht nur: Treffer für Union wird Billermann bis auf Weiteres keine mehr erzielen. Die Schwarz-Roten haben ihre Damenmannschaft abgemeldet.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7498575?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Nachrichten-Ticker