Fußball: Schiedsrichterausbildung
Pfiffiger junger Mann – Romeo Stamm Referee mit 14

Herbern -

Romeo Stamm hat die Corona-Krise sinnvoll genutzt. Statt wie seine Kumpels stundenlang an der Konsole zu zocken, hat der 14-jährige Herberner für die Schiedsrichterprüfung gebüffelt. Streng genommen darf der junge Mann noch gar nicht pfeifen.

Montag, 27.07.2020, 17:53 Uhr
Jürgen Steffen (l.) und Florian Suthues (r.) freuen sich darüber, mit Romeo Stamm einen weiteren Referee beim SVH zu haben.
Jürgen Steffen (l.) und Florian Suthues (r.) freuen sich darüber, mit Romeo Stamm einen weiteren Referee beim SVH zu haben. Foto: Isabel Schütte

Schiedsrichter sind ein rares Gut. Der 14-Jährige Romeo Stamm vom SV Herbern hat die Corona-Krise für sich genutzt, um in der nächsten Saison zusätzlich zum blau-gelben SVH-Trikot auch den gelben Referee-Dress überstreifen zu können. Das macht nicht nur den 14-Jährigen stolz, sondern auch Schiedsrichterobmann Florian Suthues sowie den ersten Vorsitzenden Jürgen Steffen . Mit seinen vierzehn Jahren ist Stamm der derzeit jüngste Schiedsrichter – nicht nur beim SVH, sondern im gesamten Fußball-Kreis Münster.

Das Kicken all ist Stamms Leidenschaft. In der C -Jugend der Herberner ist der Youngster als Torwart gesetzt. Nun kommt für ihn das Ehrenamt des Unparteiischen dazu. Eigentlich darf man dieses Amt erst ab 15 Jahren bekleiden, aber Stamm hat im September Geburtstag. „Vorher wird ja eh kein Spielbetrieb stattfinden, deshalb passt das alles“, erklärt der SVH-Vorsitzende. Während seine Kumpels an der Playstation hingen und stundenlanges Zocken im Vordergrund stand, hat der junge Mann in der Pandemie-Pause um den theoretischen Teil der Schiedsrichter Ausbildung gekümmert.

Bevor der Referee-Nachwuchs das erste Mal ein Spiel in Eigenverantwortung pfeifen darf, muss Stamm das Regelwerk aus dem Effeff beherrschen. Aber nicht nur im Kopf heißt es fit zu sein, auch körperlich. Schließlich sind Schiedsrichter genauso wie die Spieler immer direkt am Geschehen beteiligt. „Das war alles kein Problem. Hab‘ ich alles gut geschafft“, so der 14-Jährige. In Münster hat er kürzlich erfolgreich seine Prüfung abgelegt.

Der SVH teilt dabei das Problem der anderen Fußballvereine, denn Spielleiter sind Mangelware. Der Vorsitzende des Vereins weiß das und lobt das Engagement der Männer und Jugendlichen, die vor allem an den Wochenenden auf den Plätzen stehen und nicht immer davor gefeit sind, der Buhmann zu sein – ganz gleich, ob von Spieler- oder Zuschauerseite. Der SV Herbern will Stamm in seiner neuen Funktion unterstützen. „Wenn die Partien weiter weg sind, fahren wir Romeo auch hin. Das ist überhaupt kein Problem“, versprechen Steffen und Suthues.

Falls es vor Ort weitere Interessenten für das Amt des Schiedsrichters gibt, können sich diese über die Homepage (www.svh-herbern.de) des Vereins melden.

Schiedsrichter bringen bares Geld

Das Werben der Klubs um Schiedsrichter hat (auch) einen handfesten finanziellen Hintergrund. Je nach Anzahl ihrer Mannschaften müssen alle Vereine ein bestimmtes Soll an Referees erfüllen. Fehlen Spielleiter, werden sie vom Kreis alle drei Monate zur Kasse gebeten – teils üppig. So mussten Borussia Münster und der TuS Altenberge, weil es ihnen an Unparteiischen fehlte, im ersten Quartal 2020 675 Euro berappen – „Platz eins“ im Kreis. Den SVH kostete der Spaß 225, BW Ottmarsbocholt sowie Davaria Davensberg je 141 und den TuS Ascheberg 125 Euro. Nur der VfL Senden kommt regelmäßig ohne Strafzahlung davon, tut aber auch viel für die Ausbildung und umsorgt seine Schiris. (flo)

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