Reiten: Provinzialturnier 1990
Völkerwanderung im Gelände – RV Ascheberg ein guter Gastgeber

Ascheberg -

1990 war für den RV St. Hubertus Ascheberg ein Schlüsseljahr. Mitte September richtete der Verein zum ersten und bis heute einzigen Mal das Provinzialturnier aus. Zudem waren es für die örtlichen Reiter zwölf extrem erfolgreiche Monate.

Freitag, 28.08.2020, 20:07 Uhr
Viele hundert Besucher säumten beim Provinzialturnier im September 1990 die Geländestrecke. Hier durchquert Lokalmatador Rainer Fallenberg den Wassergraben.
Viele hundert Besucher säumten beim Provinzialturnier im September 1990 die Geländestrecke. Hier durchquert Lokalmatador Rainer Fallenberg den Wassergraben. Foto: Theo Heitbaum

Natürlich zählt Alois Küter zu den wenigen Privilegierten, denen in diesen Tagen Einlass beim RV St. Hubertus Ascheberg gewährt wird – anders als neutrale Besucher, die beim Turnier am Windmühlenweg aus gegebenem Anlass draußen bleiben müssen ( WN , 26. August). Nicht nur war der Mann schon bei der Gründung 1967 dabei, er hat als Reitlehrer das Geschehen des Vereins über Jahrzehnte geprägt. Wenn Küter also über die Anlage schlendert, fällt eines auf: wie wenige Menschen sich dort aktuell verlieren. „Das war 1990, beim Provinzial-Jugendturnier, ein bisschen anders“, schmunzelt der heute 83-Jährige. Küter untertreibt maßlos. Von einer „wahren Völkerwanderung“ ist, bezogen auf den Geländeritt, in der Chronik des Reit- und Fahrvereins die Rede. Viele hundert Besucher säumten die 2800 Meter lange Strecke mit festen Hindernissen von der Reithalle über Greives Hof Richtung Surbusch.

Die traditionsreiche Westfalenmeisterschaft holt man nicht mal eben nach Ascheberg. „Aber beim Verband hatte man wohl mitbekommen, dass wir ein rühriger Verein sind“, erinnert sich Küter. Vorstand, Sportler, passive Mitglieder: Jeder habe damals angepackt.

Erfolge ohne Ende

Hinzu kamen die sportlichen Erfolge. In jener Freiluftsaison, die sich zum 30. Mal jährt, räumten die Ascheberger ab, was es abzuräumen gab (nur die Hindernisse, die ließen sie logischerweise stehen). Los ging es im April in Senden mit der Altkreis-Meisterschaft der Junioren, die Georg Freisfeld mit Falconet, Gunhild Möller mit Grenadier, Marion Freisfeld mit Piron und Martin Fallenberg mit Radi, angeleitet von Küter, souverän vor Lüdinghausen und Werne gewannen. Keine vier Wochen später, in Darfeld, errang das RV-Quartett (Rainer Fallenberg/Radi, Marion Hidding/Riko, Marion Freisfeld/Rocko, Birgit Holle/Rabeh) auch den Titel des Kreisreiterverbandes Coesfeld. Küter fehlte entschuldigt, „an dem Wochenende war unsere Silberhochzeit“. Der Reitlehrer wusste seine Schützlinge aber bei Heinrich Thyering in besten Händen. Überhaupt „hatten wir in der Zeit tolle Ausbilder“, erinnert sich Küter, Tonius Hattrup zum Beispiel.

Fast logisch, dass Ende Juni bei den Altkreis-Seniorenmeisterschaften auf dem Westfalenring in Lüdinghausen ein drittes Mal die Ascheberger – Monika Jungmann auf Romantika, An­dreas Voß auf Radi, Hermann Vornholt auf Piron, Marion Hidding auf Riko und Birgit Holle auf Perle – triumphierten.

Ausgerechnet beim absoluten Höhepunkt, dem Provinzialturnier vom 14. bis zum 16. September, patzten die hochgewetteten Ausrichter. „Die Dressur-Kür missriet völlig“, titelten die WN damals. Im Gelände und im Springparcours war da nichts mehr wettzumachen. Gold gab es am Ende für den LRV Kalthof (bei Iserlohn), Ascheberg landete unter ferner liefen. „So gesehen“, scherzt Reitlehrer Küter, „waren wir auch in diesem Punkt gute Gastgeber“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7555704?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Nachrichten-Ticker