Fußball: Landesliga-Absagen
Staffelleiter Rühlow „muss nicht jedes Problem lösen“

Senden/Herbern -

Am Vorsonntag hatten der VfL Senden und der SV Herbern coronabedingt Pause. Inzwischen sind sogar schon sechs Partien abgesagt worden. Wo das alles hinführen soll? Noch sei jedenfalls alles im Rahmen, erklärt Staffelleiter Gerhard Rühlow im WN-Interview.

Freitag, 02.10.2020, 18:37 Uhr
Als man noch ohne Corona-Abstand Fußballspiele verfolgen durfte: Staffelleiter Gerhard Rühlow (M.) als Zaungast bei einer Landesliga-Begegnung.
Als man noch ohne Corona-Abstand Fußballspiele verfolgen durfte: Staffelleiter Gerhard Rühlow (M.) als Zaungast bei einer Landesliga-Begegnung. Foto: gs

 

Für Gerhard Rühlow , 85 Jahre jung, ist es die 50. Saison als Staffelleiter. Man würde also annehmen, dass der Mann im Fußball alles erlebt hat. Die laufende Spielzeit aber stellt selbst den altgedienten Chef der Landesliga  4 ( VfL Senden , SV Herbern) vor nie gekannte Herausforderungen. Unser Redaktionsmitglied Florian Levenig hat mit Rühlow gesprochen.

 

Eine Saison wie diese und die vergangene, abgebrochene ist auch für Sie Neuland, oder?

Rühlow: Das ist so, betrifft aber ja nicht nur mich, sondern sämtliche Kollegen. In diesem Jahr ist alles anders.

2018/19 gab es einen einzigen Spielausfall, jetzt sind es, es nach vier Wochen, schon fünf Absagen.

Rühlow: Ich darf Sie korrigieren, es sind sechs. Am Freitag hat der Verbandsfußballausschuss die Partie zwischen dem TuS Wiescherhöfen und Viktoria Heiden auf Wunsch der Gäste abgesetzt – wegen eines möglichen Vorfalls beim TuS.

Die Spieltage sind eng getaktet. Wann sollen allein diese sechs Begegnungen nachgeholt werden?

Rühlow: Da sehe ich – momentan – noch kein Problem. Wir haben immerhin Ende Oktober sowie im November je ein Wochenende, an dem die Liga eigentlich Pause hat. Und sollte es zu weiteren Ausfällen kommen, seien sie pandemie- oder witterungsbedingt: Dann gibt es eben im Frühjahr sechs englische Wochen. Das Schöne ist doch, dass das Gros der Vereine inzwischen über Kunstrasenplätze verfügt – mit Flutlicht.

Sie sind also nach wie vor optimistisch, dass die Spielzeit am 20. Juni regulär zu Ende geht?

Rühlow: Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Saison gewertet wird. Das wäre ja schon bei Halbzeit der Fall. Aber: Ich schließe nichts aus.

Rächt sich, dass es keine fünf Landesliga-Staffeln, die zwischenzeitlich im Gespräch waren, mit entsprechend weniger Klubs gibt?

Rühlow: Nein. 17er- oder 18er-Staffeln sind eine verantwortbare Größe. Zumal man bei fünf Landesligen 2021 alles wieder hätte ummodeln müssen.

Die Spieler des SV Drensteinfurt, die sich in Quarantäne befinden, wohnen zur Hälfte in Münster und zur Hälfte im Kreis Warendorf, also in zwei unterschiedlichen Risikogebieten. Die Münsteraner dürften, bei Vorlage eines negativen Attests, bereits wieder kicken, die Warendorfer nicht. Ergibt das Sinn?

Rühlow: Dass die Gesundheitsämter von Kommune zu Kommune unterschiedlich entscheiden, mag für den Laien schwer nachzuvollziehen sein. Aber wissen Sie was? Ich freue mich über jedes Problem, das nicht ich lösen muss. Wenn mir der Antrag auf eine Spielverlegung im Zuge von Corona vorliegt, reiche ich diesen nach Kaiserau weiter. Am Ende ist es der Verband, der darüber befindet.

Sie sind im Kreis Steinfurt, wo Sie leben, regelmäßig sonntags auf den Plätzen unterwegs. Werden überall die Hygieneregeln befolgt?

Rühlow: Ich war in den vergangenen Wochen vier Mal im Stadion. Mein Eindruck: Die Vereine tun alles, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Es gibt separate Eingänge, Desinfektionsspender, Adresslisten und vieles mehr. Leider missachtet insbesondere ein Teil der Besucher immer wieder die Vorgaben. Der krasseste Fall, den ich erlebt habe: Vier Mann stehen dicht an dicht und teilen sich eine Bierflasche.

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