Fußball: Altkreis-Serie
TuS Ascheberg feiert, K 21 wird abgewickelt

Lüdinghausen -

Der TuS Ascheberg, der SV Herbern und Union Lüdinghausen lassen es krachen. Für den kleinen Fußballkreis 21 selbst gibt es indes wenig zu feiern, er wird nach der Spielzeit 2014/15 abgewickelt. Teil 14 und das Ende unserer historischen Reise.

Mittwoch, 07.10.2020, 18:12 Uhr
82 Jahre wird der TuS Ascheberg alt, ehe er den ersten Kreismeistertitel feiern darf: Marc Reckel (o.v.l.), Carsten Niehues, Matthias Müller, Thomas Naber, Marcel Dülfer, Christoph Feldmann, Daniel
82 Jahre wird der TuS Ascheberg alt, ehe er den ersten Kreismeistertitel feiern darf: Marc Reckel (o.v.l.), Carsten Niehues, Matthias Müller, Thomas Naber, Marcel Dülfer, Christoph Feldmann, Daniel Foto: hbm

1000 Liter Bier für die Meisterschaft im Fußballkreis Lüdinghausen? Ein Ascheberger Bierverleger hätte sich für sein Schützenfestversprechen nicht das Jahr 2010 aussuchen sollen. 82 Jahre musste der TuS Ascheberg alt werden, bis er sich zum ersten Mal Kreismeister nennen durfte. Die überschäumende Freude mit einer kräftigen Dusche Gerstensaft war kurz vor Saisonschluss nicht zu erwarten, denn nach einem Zweikampf zwischen Ascheberg und Olfen wähnte sich BW Alstedde als lachender Dritter. Vier Punkte Vorsprung drei Spieltage vor dem Ende – was sollte noch schiefgehen? Dem 0:3 in Ascheberg folgte eine weitere Niederlage, und so hatte der TuS es im letzten Spiel gegen Wethmar in der Hand, die Saison mit dem ersten A-Liga-Titel der Vereinsgeschichte zu krönen. Verantwortlich für den Höhenflug: Trainer Rainer „Biber“ Töller. Anderthalb Jahre vorher nach dem plötzlichen Ausstieg von Dieter Köhler gekommen, bringt er eine neue Gelassenheit mit nach Ascheberg. Und er greift konsequent auf den Nachwuchs des Vereins zurück. So wird er zuerst zum Besser-, dann zum Meistermacher. Solange beim Saisonfinale Tore fallen, müssen die Besucher ihr Bier bezahlen, nach dem 8:1-Kantersieg fließt es dann umsonst für eine rauschende Meisterfeier weiter.

Ein Fass hätten die Ascheberger an den SV Herbern verschicken können. Die Erste feiert mit Trainer Ralf Dreier den Landesligaaufstieg, die Frauen werden unter Thomas Neuhaus Kreismeister und die A-Jugend schafft mit Coach Werner Bußmann den Sprung in die Landesliga . Ein Jahr später profitieren die Blau-Gelben vom Neuordnen der Spielklassen. Als Landesliga-Dritter steigen sie erstmals in die Westfalenliga auf.

Gefeiert wird auch in Lüdinghausen. Vor allen Dingen wegen eines Kopfballs des Aschebergers Tobias Kofoth. Der Torhüter rennt im Spiel gegen Adler Buldern in der Nachspielzeit nach vorne und köpft tatsächlich noch den 4:4-Ausgleich für den Klassenerhalt. Der um zwei Punkte gerupfte Adler verpasst deswegen den Titel, den sich die punktgleichen Unionisten wegen der besseren Tordifferenz krallen.

Für den Fußballkreis selbst gibt es wenig zu feiern. Zwar scheitert eine Strukturreform am Votum der Kreise, aber die Lüdinghauser müssen eine bittere Pille schlucken: Ihr Meister steigt nicht mehr direkt auf, sondern muss in ein Entscheidungsspiel. Westfalia Wethmar flüchtet nach Unna/Hamm, Fortuna Seppenrade nach Ahaus/Coesfeld. Der Hammer fällt nach dem Abpfiff der Saison 2013/14: Der Vorstand hat beschlossen, den Kreis 21 zum Sommer 2015 auslaufen zu lassen. Der 21. Juli 2014 markiert den Anfang vom Ende. Bis November haben die Klubs Zeit, sich für einen Kreis zu entscheiden. Die Mehrheit wechselt nach Münster/Warendorf, einige nach Unna/Hamm oder Ahaus/Coesfeld und Westfalia Vinnum in den Kreis Recklinghausen. Tatsächlich spielen ab 2015/ 16 Vereine aus einer Stadt in unterschiedlichen Kreisen. Letzter Meister wird Olfen, das den Titel aus dem Vorjahr verteidigt, 2015 aber das Entscheidungsspiel gewinnt.

Daten und Dauerbrenner

Meister: Bezirksliga: SV Herbern (2010), Union Lüdinghausen (2012); Kreis: TuS Ascheberg (2010), Werner SC (2011), Westf. Wethmar (2012), VfL Senden (2013), SuS Olfen (2014/2015).Dauerbrenner: Kaum zu glauben, aber am 31. Mai 2013 Wirklichkeit: Werner Kretschmer zieht sich aus dem Kreisvorstand zurück. 1974 ist er als Staffelleiter erstmals auf dieser Ebene aufgetaucht, 1978 hat der Fußball- und Taubenfreund aus Nordkirchen die Regie übernommen. Nachfolger wird Robert Heitmann. Mit Kretschmer verabschiedet sich auch Schiriobmann Karl-Heinz Schulze. Martin Pier beerbt ihn. Und Ludger Rüschenschmidt löst den jahrzehntelangen Spruchkammer-Chef Martin Chojnicki ab. Vorher hatten sich schon Erich und Marlis Zahlmann in ihr Altersdomizil Bad Füssen verabschiedet.Dauerbrenner 2: Davaria Davensberg hat über 30 Jahre die Farben des Fußballkreises über dessen Grenzen hinaus vertreten. 2013 kehren die Davaren nach dem Landesligaabstieg freiwillig in die Kreisliga zurück.

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