Fußball: Kreisliga A 2 Münster
Die Musterknaben – BWO, SVH 2, TuS, Davaria und Co. vorbildlich

Ottmarsbocholt/Herbern -

Dass die Saison wie geplant über die Bühne geht, erscheint angesichts weiter steigender Corona-Fallzahlen fraglicher denn je. Nur eine Spielklasse im Altkreis Lüdinghausen hat in der Krise, wie es scheint, alles richtig gemacht.

Montag, 09.11.2020, 17:55 Uhr
In der Kreisliga A 2 – hier eine Szene aus dem Derby zwischen dem SV Herbern 2 und dem TuS Ascheberg – gab es deutlich weniger pandemiebedingte Absagen als in anderen Ligen.
In der Kreisliga A 2 – hier eine Szene aus dem Derby zwischen dem SV Herbern 2 und dem TuS Ascheberg – gab es deutlich weniger pandemiebedingte Absagen als in anderen Ligen. Foto: flo

Wenn das Gebot der Stunde lautet, halbwegs unbeschadet durch die Krise zu kommen, dann taugt die Kreisliga A 2 Münster als leuchtendes Vorbild. Während die teils aufgeblähten überkreislichen Staffeln größte Mühe haben dürften, selbst die erste Halbserie – Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Wertung vornehmen zu können – abzuschließen, besteht in der A 2 trotz des neuerlichen Lockdowns weiter die Chance, die komplette Spielzeit durchzuziehen.

Was auch, aber nicht nur mit der Staffelstärke zu tun hat. Als Christian Schmauck, sportlicher Leiter des Aufsteigers BW Ottmarsbocholt, bei der ersten Videokonferenz des Fußballkreises im Sommer vernahm, dass es eine zusätzliche dritte A-Liga geben würde, war sein erster Gedanke: „sehr weitsichtig. Es war doch jedem klar, dass spätestens mit den fallenden Temperaturen die zweite Welle kommt. Dass es Absagen geben wird. Und die kann man bei elf Mannschaften eher auffangen als mit 18 Teams und mehr.“

Norbert Krevert , der Vorsitzende des Kreises, gibt das Lob an Helmut Thihatmar weiter. Der Staffelleiter habe „unfassbar viel Erfahrung“ bei der Erstellung von Spielplänen. Auch wenn Corona alle kalt erwischt habe: Es gebe praktisch kein Szenario, dass „Helmut in seiner vorausschauenden Art nicht mitgedacht hat“.

Die akribische Planung im Vorfeld, so Krevert, wäre freilich wertlos gewesen, „hätten die Klubs in den ersten Wochen die Maßgaben nicht so vorbildlich erfüllt“. Tatsächlich fällt auch das auf: Während etwa in der Landesliga 4 oder der Bezirksliga 9 bereits Anfang, Mitte Oktober im Schnitt drei bis vier Partien je Spieltag gecancelt wurden, kann man die Gesamtzahl der Absagen in der Kreisliga A 2 an einer Hand abzählen (und selbst die waren, siehe SG Selm, nicht selbstverschuldet, sondern gingen auf eine Entscheidung des politischen Kreises Unna zurück).

Daniel Heitmann, Coach des SV Herbern 2, pflichtet Krevert bei: „Ich kann natürlich nur für meine Jungs sprechen, die sich ihrer Verantwortung bewusst und eben nicht abends unterwegs waren. Mein Eindruck ist aber, dass das auch für die übrigen Teams gilt. Selbst in den Kreisen Unna und Warendorf, wo frühzeitig die Warnwerte überschritten wurden, hatten wir rund um die Plätze zu keiner Zeit Bedenken, dass da irgendwer leichtfertig mit dem Thema Corona umgeht. Wieso auch? Alle waren doch froh, dass überhaupt wieder gekickt werden durfte.“

Jenen Traditionalisten, die der Meinung sind, ein Meister müsse zwingend in der Folgesaison eine Klasse höher spielen (in den münsterischen A-Ligen ist am Ende eine Dreier-Runde mit zwei Aufsteigern geplant), hält Heitmann dies entgegen: „Wird die Saison in den größeren Staffeln abgebrochen und nicht gewertet, nutzt dir Platz eins noch weniger.“

Und wie geht es weiter? Schmauck plädiert dafür, den Ligabetrieb bis zum Jahresende ruhen zu lassen. Krevert will noch „ein Türchen offen lassen“, hat aber auch Alternativen auf dem Schirm: „Denkbar wäre, dass wir bereits Mitte Januar wieder loslegen.“

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