Fußball: Kreisliga A 2 Münster
Blick von TuS-Skipper Johannes Sandhowe geht nach vorn

Ascheberg -

Johannes Sandhowe ist Ur-Ascheberger und in der dritten Saison Kapitän des TuS. Zuletzt war der 25-Jährige verletzungsbedingt meist außen vor – und trotzdem mittendrin. Auch während der neuerlichen Zwangspause marschiert der gelernte Innenverteidiger voran.

Montag, 07.12.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 17:30 Uhr
Erst stoppte ihn eine schwere Knieverletzung, dann Corona: TuS-Kapitän Johannes Sandhowe.
Erst stoppte ihn eine schwere Knieverletzung, dann Corona: TuS-Kapitän Johannes Sandhowe. Foto: flo

Jetzt ist es aber auch mal langsam gut mit dem Virus. Den Blues – wenn auch ohne Corona – hatte Johannes Sandhowe schließlich schon im Frühjahr 2019. Damals, am 7. April, war ihm zum wiederholten Male in einem A-Liga-Spiel des TuS Ascheberg die Kniescheibe rausgesprungen. Da diesmal auch der Knorpel darunter gelitten hatte und eine neue Sehne eingezogen werden musste, kam der Kapitän unters Messer. „Das war am 4. Juli“, erinnert sich Sandhowe. Sechs Monate kein Fußball, so lautete die erste Prognose der Mediziner, die dann später auf „neun bis zwölf“ korrigiert wurde.

„Schlimm waren die ersten Wochen, da steckten wir mitten im Abstiegskampf“, so der 25-Jährige, für den dann aber, nach dem durchaus überraschenden Klassenerhalt, eine neue Aufgabe gefunden wurde. Sandhowe fungierte als Teammanager. Nahm dem damaligen Coach Martin Ritz organisatorische Dinge – auf dem Rasen wie abseits des Spielfeldes – ab, kümmerte sich um das Binnenklima und blieb so ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft. „Der verlängerte Arm des Trainers“, so sieht er selbst das.

Nach der Genesung die nächste Zwangspause

Im Frühjahr 2020 sollte der Abwehrspieler dann endlich auch wieder auf dem Feld angreifen – dann kam der Lockdown. Sandhowe fand die neuerliche Zwangspause gar nicht so wild, „weil ich längst noch nicht bei 100 Prozent war“. Also trat er erst mit Beginn der inzwischen erneut unterbrochenen Spielzeit wieder ernsthaft gegen den Ball.

Dann, nach dem Stolperstart in die Saison, die Entlassung des Trainers. Zu Rate gezogen wurden Sandhowe und die Mannschaft vor der Entscheidung des Gesamtvorstandes nicht. Was in „einige Spannungen und sehr viele Gespräche mündete“. Zur Verteidigung des geschassten Coaches hätte man zum Beispiel die vielen Verletzten anführen können, findet der Mittzwanziger.

Nachkarten ist trotzdem nicht sein Ding. Er hat ja nicht nur eine besondere Bindung zu Ritz, sondern auch zum TuS. Als 2017, nach dem Abstieg aus der Bezirksliga, ein Großteil der Leistungsträger das sinkende Schiff verließ, da blieb der spätere Kapitän auf der Brücke. „Das ist doch mein Verein“, sagt der Mann, den sie an der Nordkirchener Straße nur „Sandy“ rufen. Alle vier Brüder – drei davon kurioserweise Torhüter – haben in Ascheberg gekickt oder tun es bis heute.

Wogen allmählich geglättet

Daher sein dringender Appell an alle Beteiligten: „Der Blick muss nach vorn gehen.“ Wenn denn der neuerliche Lockdown zu was gut sei, dann dazu, die Wogen zu glätten. Wobei: Mit dem erschütternden 0:12 in Warendorf – Spiel eins nach der Ära Ritz – ins neue Jahr zu gehen, „war sicher nicht ideal. Am liebsten würde man so eine Scharte ja umgehend auswetzen.“ Unmittelbar nach der historischen Pleite habe selbst er, der Leader, „den Kopf hängen lassen“. Von den vielen Jungen im Kader gar nicht zu reden.

Aber auch das: abgehakt. Ritz-Assistent Oliver Glanemann in seiner eher ruhigen Art und Taktiktüffler Benedikt Vester seien womöglich genau die Richtigen, um den Vorletzten nach dem Re-Start auf Kurs zu bringen. Sandhowe tut derweil das, was man vom Anführer erwarten darf: Er marschiert vorneweg. Bei der TuS-Lauf-Challenge – jeder vermerkt online, wie lange er unterwegs war – ist der Abwehrmann derzeit Erster.

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